01/17. Partizipation im ländlichen Raum. Kulturplattform #1 AUSGABE #1. Die Projektzeitung der Lernenden Kulturregion Schwäbische Alb

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Kulturplattform #1 Partizipation im ländlichen Raum 01/17 AUSGABE #1 Die Projektzeitung der Lernenden Kulturregion Schwäbische Alb MINISTERIUM FÜR WISSENSCHAFT, FORSCHUNG UND KUNST MINISTERIUM FÜR LÄNDLICHEN
Kulturplattform #1 Partizipation im ländlichen Raum 01/17 AUSGABE #1 Die Projektzeitung der Lernenden Kulturregion Schwäbische Alb MINISTERIUM FÜR WISSENSCHAFT, FORSCHUNG UND KUNST MINISTERIUM FÜR LÄNDLICHEN RAUM UND VERBRAUCHERSCHUTZ Vorwort Ausgabe #1 2 Liebe Leserinnen und Leser, Ich freue mich Ihnen heute unsere erste Ausgabe #1 der Projektzeitung der Lernenden Kulturregion Schwäbische Alb zu präsentieren. Die»Lernende Kulturregion Schwäbische Alb«wird gefördert in»trafo Modelle für Kultur im Wandel«, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes, durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden- Württemberg und das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Der Ostalbkreis, vertreten durch Landrat Klaus Pavel, ist Träger des Projektes, das zudem durch die Landkreise Alb-Donau-Kreis, Biberach, Heidenheim, Reutlingen, Schwäbisch Hall und Sigmaringen sowie die LEADER-Regionen Brenzregion, Jagstregion, Mittlere Alb und Oberschwaben unterstützt wird. Seitdem ist einiges passiert: Workshops und Gespräche, Recherchen und Konzepte, Sitzungen und Austauschtreffen. Mit dem Ergebnis, dass wir das Projekt»Lernende Kulturregion Schwäbische Alb«entwickelt und gemeinsam mit vielen Partnern* auf den Weg gebracht haben. In der Ausgabe #1 unserer Projektzeitung werden wir Ihnen nicht von allen Einzelheiten dieser beiden Jahre berichten. Vielmehr werden wir ein Augenmerk auf die Themen legen, die uns auch im weiteren Projektverlauf beschäftigen und für die gesamte Modellregion und vielleicht auch für Ihre Arbeit von Interesse sein werden. Besondere Aufmerksamkeit verdient daher die Förderausschreibung, die dieser Zeitung beiliegt und viele weitere Kultureinrichtungen auf der Schwäbischen Alb erreichen soll. Dass die»lernende Kulturregion Schwäbische Alb«nicht alleine da steht, zeigen wir Ihnen gleich auf den kommenden Seiten. Danach blicken wir auf unsere Kulturplattform #1 in Heidenheim im Februar dieses Jahres und die bisherigen Projekte unserer Kulturwerkstätten zurück. Etwas genauer schauen wir uns in dieser Ausgabe #1 die Vorhaben und Ziele des Landestheaters Tübingen und des Theaters Lindenhof in Melchingen an. Wie ein partizipatives Projekt aussehen und was Partizipation für eine Kultureinrichtung im ländlichen Raum bedeuten kann, das wird in den Beispielen aus der Praxis und zwei Beiträgen zu den Erfahrungen der beiden Einrichtungen erklärt. In der anschließenden Terminübersicht erfahren Sie, was die Kulturwerkstätten in den kommenden Monaten geplant haben. Ein Höhepunkt ist sicher das bevorstehende inter!m Festival in der Region Heidengraben, das Schauplatz der Kulturplattform #2 sein wird. Sehr herzlich lade ich Sie schon jetzt zu diesem überregionalen Treffen am 16. September 2017 in der Alten Schule in Hülben ein. Ich freue mich auf die weitere Arbeit in der»lernenden Kulturregion«und wünsche Ihnen schöne Sommertage auf der Schwäbischen Alb. Ihre Judith Bildhauer, Projektleitung der»lernenden Kulturregion Schwäbische Alb« Vorwort Fotografie Dr. Brigitte Kaiser, Künstler Walter Bruno Brix und die Georg-Elser-Schule Ausgabe #1 3»Eine bunte Kulturlandschaft fördert die Lebensqualität ob in der Großstadt oder dem Dorf.«(Kulturstudie MLR, 2013) Entwurf des»museums der Kinder«von Prof. Peter Hübner Fotografie inter!m e.v. 4 5 Organigramm Ausgabe #1 6 Musesumswerkstatt»Archäologie in Oberschwaben«Federseemuseum Bad Buchau Heuneburg & Keltenmuseum Herbertingen-Hundersingen Bachritterburg Kanzach Musikwerkstatt»OH! für alle«einzelne Kulturwerkstätten Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Opernfestspiele Heidenheim mit Ihren LEADER Regionen Brenzregion (B) Jagstregion (J) Mittlere Alb (M) Oberschwaben (O) gesteuert durch das Projektbüro Projetkleitung Judith Bildhauer Landratsamt Ostalbkreis, Aalen EU-Förderprogramm LEADER weitere Kultureinrichtungen der Schwäbischen Alb und den dazugehörigen Landkreisen Alb-Donau-Kreis Biberach Heidenheim Ostalbkreis Reutlingen Schwäbisch Hall Sigmaringen Ein Programm der Kulturstiftung des Bundes Theaterwerkstatt»Stadt. Land. Im Fluss«einzelne Kulturwerkstätten Landestheater Tübingen Theater Lindenhof Melchingen Interimwerkstatt»inter!m Kulturhandlungen«interim Kulturhandlungen, Münsingen Museum Villa Rot, Burgrieden Ausgabe #1 7 B O J M Brenzregion (B) Mittlere Alb (M) Jagstregion (J) Oberschwaben (O) Brenzregion (B) Altheim (Alb) Amstetten Asselfingen Ballendorf Beimerstetten Bernstadt Börslingen Breitingen Dischingen Gerstetten Giengen a. d. Brenz Heidenheim Herbrechtingen Hermaringen Holzkirch Königsbronn Langenau Lonsee Nattheim Neenstetten Nellingen Nerenstetten Niederstotzingen Öllingen Rammingen Setzingen Sontheim a.d. Brenz Steinheim am Albuch Weidenstetten Westerstetten Jagstregion (J) Adelmannsfelden Bopfingen Bühlertann Bühlerzell Crailsheim Ellenberg Ellwangen Fichtenau Frankenhardt Hüttlingen Jagstzell Kirchheim Kreßberg Lauchheim Neresheim Neuler Obersontheim Rainau Riesbürg Rosenberg Stimpfach Stödtlen Tannhausen Unterschneidheim Vellberg Westhausen Wört Mittlere Alb (M) Bad Urach Engstingen Erkenbrechtsweiler Gammertingen Gomadingen Grabenstetten Hayingen Hohenstein Hülben Lichtenstein Mehrstetten Münsingen Neufra Pfronstetten Römerstein Sonnenbühl St. Johann Trochtelfingen Westerheim Oberschwaben (O) Alleshausen Allmannsweiler Altheim Bad Buchau Betzenweiler Beuron-Hausen i. T. Bingen Dürmentingen Dürnau Emeringen Emerkingen Ertingen Grundsheim Hausen am Bussen Herbertingen Hettingen Hohentengen Inzigkofen Kanzach Krauchenwies Langenenslingen Lauterach Leibertingen Mengen Meßkirch Moosburg Munderkingen Obermarchtal Oberstadion Oggelshausen Rechtenstein Riedlingen Rottenacker Scheer Seekirch Sigmaringen Sigmaringendorf Tiefenbach Unlingen Untermarchtal Unterstadion Unterwachingen Uttenweiler Veringenstadt Erklärung der Initiativen Ausgabe #1 8 TRAFO MODELLE FÜR KULTUR IM WANDEL Als das Programm»TRAFO Modelle für Kultur im Wandel«, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes, im Jahr 2016 startete, hatten wir vor allem viele Fragen im Gepäck: Wie können sich Kultureinrichtungen in ländlichen Räumen angesichts des demografischen Wandels neu aufstellen? Was brauchen sie dafür? Mit welchen Herausforderungen sind beispielsweise Theater, Museen oder Bibliotheken jenseits der Metropolen konfrontiert? Und wie schafft man es, dass sich die Menschen vor Ort wieder stärker mit ihren Kultureinrichtungen identifizieren, sie besuchen und nutzen? Auf diese Fragen gilt es, gemeinsam mit den Partnern vor Ort Antworten zu finden und Modelle zu entwickeln, die zeigen, welchen Beitrag Kultureinrichtungen für ländliche Räume leisten können. TRAFO fördert neben dem Projekt»Lernende Kulturregion Schwäbische Alb«fünf weitere modellhafte Transformationsvorhaben: Darunter eines im Oderbruch, drei in Südniedersachsen und eines in der Saarpfalz. Beteiligt sind Theater, eine Stadtbibliothek, ein Kulturzentrum, Freilichtmuseen, ein Kunst- und ein Opernfestival, Bergbaumuseen im Harz sowie verschiedene Musik- und Volkshochschulen. Sie alle übernehmen Verantwortung für das Kulturleben ihrer Region und erarbeiten Angebote, die über das sogenannte Kerngeschäft hinausgehen. Die Stadtbibliothek im südniedersächsischen Osterode beispielsweise richtet in ihren Räumen ein»inter-kutur- Labor«ein, in dem interkulturelle Projekte und spartenübergreifende Angebote wie Theaterworkshops mit Kindern erprobt werden. Im Zentrum der Bibliothek wird so ein Raum geschaffen, in dem neue Ideen, räumliche Gestaltungswünsche und interkulturelle Angebote gemeinsam mit BesucherInnen, Schulen, VertreterInnen von Religionsgemeinschaften, Vereinen und Kooperationspartnern aus dem Bereich Theater und Literatur erprobt werden. Damit erweitert die Bibliothek ihre originären Aufgaben und trägt mit verschiedenen Vermittlungsformaten dazu bei, Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenzubringen. Das ehemalige Brandenburgische Freilichtmuseum Altranft wiederum wird im Rahmen von TRAFO zu einer»werkstatt für ländliche Kultur«weiterentwickelt. Ziel ist es herauszufinden, wie ein Regionalmuseum die Themen des Oderbruchs verhandeln kann. Dabei geht das Haus über die klassischen Aufgaben eines Museums hinaus und versteht sich als offener Kommunikations- und Vermittlungsraum, der die Auseinandersetzung mit der Landschaft fördert und so die Regionalentwicklung des Oderbruchs begleitet: in Form von Ausstellungen, Theaterstücken, Lesungen, Performances, Handwerksakademien oder Diskussionsveranstaltungen. Gemeinsam mit Künstlern, Kulturakteuren und Handwerkern der Region erarbeitet das Museum wechselnde Ausstellungen und Bühnenproduktionen. Das erforderte nicht nur die Überarbeitung der Sammlung, sondern auch die Neukonzeption der Dauerausstellung und der Museumsräume. So wurden für den Bereich der Museumspädagogik beispielsweise im oberen Geschoss des Herrenhauses zwei Räume zu einer»museumswerkstatt«umgebaut, in der sich Kinder und Jugendliche mit der Geschichte und der Zukunft des Oderbruchs auseinandersetzen können. So unterschiedlich die TRAFO-Projekte in ihren Schwerpunkten sind, so ähnlich sind sich die Themen und Fragestellungen, mit denen sie sich befassen: Welche Rolle können Kultureinrichtungen beispielsweise für die Vermittlung des regionalen kulturellen Erbes spielen? Wie können insbesondere Einrichtungen, die zumeist von älteren Menschen ehrenamtlich geführt werden, wieder für die Jüngeren attraktiv werden? Welche räumlichen Veränderungen müssen dafür vorgenommen und wie müssen Sammlungen und Vermittlungsformate neu ausgerichtet werden? Oder wie verändert man seine Angebote, um verstärkt Zugezogene anzusprechen und zu beteiligen? Hier auf der Schwäbischen Alb wiederum befassen sich Kultureinrichtungen in den kleineren Orten auf der Schwäbischen Alb, aber auch Kultureinrichtungen in den größeren Städten der Umgebung wie Tübingen oder Heidenheim mit der Frage, welchen Beitrag sie zur Gestaltung des Kulturangebots in den ländlichen Regionen der Schwäbischen Alb leisten können. Im Rahmen von vier so genannten Kulturwerkstätten entwickeln sie gemeinsam mit Künstlern, Schulen und anderen Akteuren Projekte und übernehmen so Verantwortung für den ländlichen Raum. Neben den Kulturwerkstätten ist ein wesentlicher Aspekt des TRAFO-Projekts»Lernende Kulturregion Schwäbische Alb«, dass TRAFO hier gemeinsam mit dem EU-Förderprogramm LEADER zusammenarbeitet und gemeinsame Mittel für die Förderung von Kulturprojekten zur Verfügung stellt. Damit wollen wir auf der Schwäbischen Alb LEADER modellhaft weiter für die Kultur öffnen und ein Beispiel für andere Regionen und Bundesländer geben, wie ein»kultur-leader«funktionieren kann, der diese europäischen Mittel auch für die Förderung von Kunst und Kultur einsetzt. Dafür wird die überregionale Zusammenarbeit der Verwaltungen von Kommunen und Landkreise intensiviert, die gemeinsam Kultureinrichtungen bei der Antragsstellung und Projektumsetzung unterstützen. Im Rahmen dieser Fragen werden die an TRAFO beteiligten Kultureinrichtungen zu Laboratorien, die den gesellschaftlichen Wandel zum Thema machen. Durch das TRAFO-Programm soll ihnen die Möglichkeit gegeben werden, Experimente zu wagen, die eine Weiterentwicklung der Häuser und Angebote ermöglichen. Um aber Veränderungen nicht nur anzustoßen, sondern auch zu verstehen, braucht es immer wieder das Innehalten und die Reflexion. Mit der TRAFO-Akademie, die zwei Mal im Jahr an unterschiedlichen Orten in den beteiligten TRAFO-Regionen stattfindet, mit Expertengesprächen zu ausgewählten Themen, kulturpolitischen Veranstaltungen und Kongressen schaffen wir Plattformen, bei denen Kulturakteure, Verwaltungsmitarbeiter und politisch Verantwortliche zusammenkommen, um über den jeweils eigenen Tellerrand zu schauen, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Dabei gilt es, Allianzen zu schmieden. Bei der ersten Kulturplattform der»lernenden Kulturregion«im Februar 2017 konnten die TeilnehmerInnen bereits einen Eindruck davon erhalten, wie auf der Schwäbischen Alb genau das funktioniert: Politik, Verwaltung und Kulturakteure haben gemeinsam und auf Augenhöhe ein Verständnis davon entwickelt, welche Potenziale die Kultur für ländliche Räume besitzt, welche Aufgaben die Kultureinrichtungen bereit sind zu übernehmen und was sie dafür brauchen. Diese Allianz hat Modellcharakter, denn hier geht es nicht um einzelne kulturelle Feuerwerke, die eine ländliche Region für einen Moment erleuchten. Vielmehr geht es um die gemeinsame Sicherung und Weiterentwicklung der kulturellen Infrastruktur, wie sie in vielen ländlichen Regionen vonnöten sind. Die Kultureinrichtungen und -akteure auf der Schwäbischen Alb sind daher wichtige Impulsgeber für die Region: Durch Theaterprojekte mit der Dorfbevölkerung, Erzählcafés, die musikalische Förderung von Kindern und Jugendlichen, durch archäologische Vermittlungsprojekte oder die künstlerische Bespielung ländlicher Räume. Kristin Bäßler leitet den Bereich»Wissensvermittlung und Kommunikation«des Programms»TRAFO Modelle für Kultur im Wandel«, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes. Erklärung der Initiativen Ausgabe #1 9 LERNENDE KULTURREGION SCHWÄBISCHE ALB Wie muss ein Kulturangebot im ländlichen Raum aussehen, um für die Menschen und Entwicklungen vor Ort auch in Zukunft relevant und inspirierend zu sein? Die»Lernende Kulturregion Schwäbische Alb«sucht Antworten auf diese Frage gemeinsam mit Kultureinrichtungen und Gemeinden, Schulen, Vereinen, freien Initiativen, Künstlern und den BürgerInnen der Schwäbischen Alb. Von 2016 bis 2020 wird die Modellregion Schwäbische Alb mit über 3 Mio. Euro in»trafo Modelle für Kultur im Wandel«, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes, sowie dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg gefördert. Die Modellregion umfasst die LEADER-Regionen Brenzregion, Jagstregion, Mittlere Alb und Oberschwaben in den Landkreisen Alb- Donau-Kreis, Biberach, Heidenheim, Reutlingen, Schwäbisch Hall und Sigmaringen sowie dem Ostalbkreis, der die Trägerschaft des Projektes übernommen hat. TRAFO und aus dem Topf der zuständigen LEADER-Region gefördert werden. Die Fördergrundsätze und der Vorbereitungsbogen liegen der Projektzeitung bei und sind unter erhältlich. Erfolgreich zum Ziel Die Zielerreichung des Projektes»Lernende Kulturregion Schwäbische Alb«sowie die Erfahrungen der beteiligten Akteure werden prozessbegleitend vermittelt, dokumentiert und evaluiert. Im Frühjahr und Herbst jeden Jahres findet eine Kulturplattform an verschiedenen Orten in der Modellregion statt. Mit wechselnden Formaten ist sie Ort für den Austausch und die Diskussion zwischen Kulturschaffenden und Verwaltungen sowie die Aktualisierung der Ziele der»lernenden Kulturregion Schwäbische Alb«. Ebenso wird auch die vorliegende Projektzeitung halbjährlich veröffentlicht, um aus der Praxis des Projektes zu berichten und erfolgreiche und problematische Aspekte zu thematisieren. Ausblick Wie geht es nach 2020 mit der»lernenden Kulturregion Schwäbische Alb«weiter? Bei der Zusammenarbeit und in Gesprächen mit verschiedenen Kulturakteuren in der Modellregion wird deutlich, dass die Schwäbische Alb langfristig eine Netzwerkstelle bzw. ein gemeinsames Kulturbüro benötigt, um Kulturschaffende zu Fördermöglichkeiten zu beraten, bei Veränderungsprozessen und kulturpolitischen Herausforderungen zu begleiten und fachlich zu schulen sowie den Austausch und die Zusammenarbeit zu initiieren und zu koordinieren. Die kommenden Jahre werden daher ebenfalls genutzt, um gemeinsam mit Kulturakteuren, Verwaltung und Politik nachhaltige Strukturen zur Förderung zukunftsweisender Kulturarbeit auf der Schwäbischen Alb aufzubauen. Judith Bildhauer M.A. ist Projektleitung der»lernenden Kulturregion Schwäbische Alb«und Sachgebietsleitung Kultur im Landratsamt Ostalbkreis. Lernen als Zielrichtung Das»Lernen«gibt die Richtung der überregionalen Zusammenarbeit vor, denn Weiterentwicklung bedeutet auch immer Reflexion von Altem und Offenheit für Neues. Der Lernfelder gibt es viele: Große und kleine Kultureinrichtungen, die in so genannten Kulturwerkstätten kooperieren und sich überregional vernetzen. Einrichtungen, die mit Schulen, Vereinen und freien Initiativen zusammenarbeiten und sich so noch besser für die Menschen und Themen im ländlichen Raum öffnen. Kulturelle Institutionen, die ihre Arbeitsweisen um partizipative und innovative Ansätze ergänzen, leerstehende Räumlichkeiten bespielen und neue Besuchergruppen gewinnen. Aber auch Gemeinden und Verwaltungen, die den Wert guter und zukunftsweisender Kulturarbeit schätzen lernen und gemeinsam neue Wege der Unterstützung ausloten. Verknüpfung mit LEADER Die»Lernende Kulturregion Schwäbische Alb«hat sich daher ebenfalls zum Ziel gesetzt, die LEADER-Förderung in der aktuellen Periode bis 2020 weiter für (nicht investive) Kulturprojekte zu erschließen. Hierfür arbeitet sie eng mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg und den Regionalmanagern der LEADER-Regionen zusammen. Im Frühjahr 2017 konnten sich interessierte Kultureinrichtungen erstmals für eine Förderung ihres Transformationsvorhabens bewerben. Dieses kann dann zugleich in Das Logozeichen Der gemeinsame Lernprozess in der Modellregion Schwäbische Alb ist durch Kooperation, Öffnung und Vernetzung gekennzeichnet. Neue Synapsen sollen im Gehirn der»lernenden Kulturregion Schwäbische Alb«entstehen und Impulse auf den ländlichen Raum übertragen. Das Logo der»lernenden Kulturregion Schwäbische Alb«nimmt dieses Bild auf. Zudem ist es auf die Patenschaften, die die beteiligten Kultureinrichtungen für andere Kulturakteure in kleineren Gemeinden übernehmen übertragbar. Kulturwerkstätten Zum Start der»lernenden Kulturregion Schwäbische Alb«wurden vier Kultureinrichtungen ausgewählt, die langfristige Kooperationen sogenannte Kulturwerkstätten mit kleineren Partnern aufbauen. Sie übernehmen Verantwortung für den ländlichen Raum, indem sie ihre Arbeitsweisen und Inhalte öffnen, partizipative Ansätze erproben und gemeinsam mit den Menschen vor Ort neue Formate entwickeln. Die Erfahrungen der Kulturwerkstätten können im weiteren Projektverlauf beispielhaft für andere Kultur- und Bildungsträger in der Modellregion sein und von diesen für eigene Transformationsprojekte genutzt werden. Erklärung der Initiativen Ausgabe #1 10 Brenzregion LEADER LEADER und TRAFO zwei Kunstworte gemeinsam für die Kunst auf dem Dorf Oberschwaben Jagstregion Nein, der erste Eindruck täuscht: LEA- DER hat nichts mit dem englischen Begriff des Führers zu tun. Und TRAFO ist kein elektronisches Bauteil. Die»LEADER-Idee«ist genial und steht im Gegensatz zu dem Prinzip eines einzigen Führers. Bei der EU-Förderinitiative LEADER schließen sich viele Akteure eines ländlichen Raumes zusammen, überlegen sich gemeinsam, was gut ist für die eigene Heimat, und reichen diese Idee als»regionales Entwicklungskonzept«zur Förderung ein. In Baden-Württemberg wurden 18 Regionen anhand ihrer Konzepte ausgewählt, die nun bis 2020 Fördermittel der EU und des Landes Baden-Württemberg zur Verfügung haben, um die formulierten Ziele zu verfolgen. Ziele sind dabei oft Themen der Daseinsvorsorge in den Dörfern, Tourismus, regionale Wertschöpfungsketten, regenerative Energie vor Ort und mehr oder weniger auch die regionale Kultur sowie die Kunst. Das Geniale dabei: Jede LEADER-Gruppe kann zur Erreichung ihrer Ziele selbstständig Projekte auswählen, die eine finanzielle Unterstützung erhalten sollen. Im EU-Jargon heißt dies: Bottom-up Ansatz oder»entwicklung von unten«: Die Menschen vor Ort entscheiden selbst, wie die Fördermittel in der eigenen Region eingesetzt werden sollen. Selbstverständlich sind dabei vielfältige Vorgaben zu beachten, so dass die zur Verfügung gestellten Fördergelder letztlich sind es Steuergelder korrekt, wirtschaftlich und sparsam eingesetzt werden.
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