12: Überblick I: Entwicklung des Verfassungsrechts

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LITERATUR: Ebel/Thielmann, Rechtsgeschichte, S. 127 ff., 210 ff. und 306 ff.; Willoweit, Deutsche Verfassungsgeschichte, 11 f., 15, 19, 21, 27 I. Das Heilige Römische Reich deutscher Nation 1. Königtum
LITERATUR: Ebel/Thielmann, Rechtsgeschichte, S. 127 ff., 210 ff. und 306 ff.; Willoweit, Deutsche Verfassungsgeschichte, 11 f., 15, 19, 21, 27 I. Das Heilige Römische Reich deutscher Nation 1. Königtum und Kaisertum a) Germanisches Königtum und die Idee der tranlatio imperii b) Königswahl - Wechsel zwischen reinem Geblütsrecht und freiem Wahlrecht und Kombination von beidem - Beschränkung des Kreises der Wahlberechtigten (Kurfürsten) durch die Goldene Bulle Karls IV. im Jahr Festlegung der Wahl nach dem Majoritätsprinzip anstelle des früher geltenden Einstimmigkeitsprinzips Goldene Bulle von 1356 Cap. II. De electione Romanorum regis 1. Postquam autem sepedicti electores seu nuncii civitatem Frankenfordensem ingressi fuerint, statim sequenti die diluculo in ecclesia sancti Bartholomei apostoli ibidem in omnium ipsorum presentia missam de sancto spiritu faciant decantari ad finem, ut ipse sanctus spiritus corda ipsorum illustret et eorum sensibus lumen sue virtutis infundat, quatenus ipsi suo fulti presidio hominem iustum, bonum et utilem eligere valeant in regem Romanorum futurumque cesarem ac pro salute populi christiani. II. Von der Wahl eines römischen Königs 1. Nachdem aber die mehrgenannten Kurfürsten oder ihre Gesandten in die Stadt Frankfurt eingezogen sind, sollen sie sogleich bei Anbruch des folgenden Tages in der Kirche des heiligen Apostels Bartholomäus daselbst in vollzähliger Anwesenheit die Messe de Sancto Spiritu singen lassen, damit der Heilige Geist ihre Herzen erleuchte und ihren Verstand mit dem Licht seiner Kraft erfülle, auf dass es ihnen gelinge, mit seinem Beistand einen gerechten, redlichen und tüchtigen Mann zum römischen König und künftigen Kaiser zu wählen zum Heil der Christenheit. 2. Verhältnis von Kaiser und Papst - Investiturstreit - Zweischwerterlehre Sachsenspiegel Landrecht I 1 Zwei swert lies got in ertriche, czu beschirmene di cristenheit: dem babiste das geistliche, dem keiser das werltliche. Dem babiste is ouch gesaczt, czu ritene zu bescheidener zeit uf einem blankin pherde, unde der keiser sal im den stegereif haldin, das der satil nicht wanke. Dis is di Zwei Schwerter überließ Gott dem Erdreich, die Christenheit zu beschützen: dem Papst das geistliche, dem Kaiser das weltliche. Dem Papst ist auch bestimmt, zu gewisser Zeit auf einem weißen Pferd zu reiten, und der Kaiser soll ihm den Steigbügel halten, damit der Sattel nicht verrutsche. Dies ist die Bedeutung: Was dem Papst Widerstand leistet; dass er es 69 bedutnis: Was deme babiste widirste, das he mit geistlichem gerichte nicht betwingen mac, das is der keiser mit werltlichem rechte twinge, dem babiste gehorsam czu sine. So sal di geistliche gewalt helfen dem werltlichen gerichte, ab is bedarf. mit geistlichem Gericht nicht bezwingen kann, dass es der Kaiser mit weltlichem Gericht zwinge, dem Papst gehorsam zu sein. Ebenso soll die geistliche Gewalt dem weltlichen Gericht helfen, wenn es dessen bedarf. Reichsgesetz Licet iuris vom 6. August 1338 Licet iuris utriusque testimonia Mögen auch die Zeugnisse beiderlei Rechts manifeste declarent, imperialem offenkundig besagen, dass die kaiserliche dignitatem et potestatem immediate a Würde und Amtsgewalt am Anfang solo deo ab initio processisse et deum unmittelbar von Gott allein hervorgegangen ist per imperatores et reges mundi iura und Gott durch die Kaiser und Könige der humano generi tribuisse, ac quod Welt Recht und Gesetz dem imperator ex sola electione eorum, ad Menschengeschlecht zuerteilt hat, ferner dass quos pertinet electio, verus efficitur der Kaiser schon allein aufgrund der Wahl imperator nec alicuius alterius eget derer, denen die Wahl zukommt, zum wahren confirmatione seu approbatione, Kaiser gemacht wird und nicht der quoniam in temporalibus superiorem Bestätigung und Anerkennung irgendeines non habet in terris, sed eidem omnes anderen bedarf, denn er hat in weltlichen subsunt nationes, et ipse dominus Iesus Dingen auf Erden keinen Höheren über sich, Christus mandavit, que sunt dei deo et vielmehr unterstehen ihm alle Völker, und der que sunt cesaris cesari fore reddenda; Herr Jesus Christus hat selbst befohlen, es quia tamen aliqui avaritie et ambitionis solle Gott, was Gottes ist, und dem Kaiser, cecitate devicti et nonnulli Scripture was des Kaisers ist, gegeben werden ; weil intelligentiam se habere fatentes, sed aber einige, von der Blindheit der Habsucht divertentes a tramite recti sensus, in und des Ehrgeizes geschlagen, und manche, quedam iniqua et prava commemta et die behaupten, das richtige Verständnis der in assertiones detestabiles proruperunt Heiligen Schrift zu haben, doch vom Pfade contra potestatem et auctoritatem rechter Einsicht abirren, sich nun zu üblen und imperialem et iura electorum verwerflichen Auslegungen sowie zu imperatorum et aliorum principum et abscheulichen Behauptungen verstiegen haben imperii fidelium mendaciter et fallaciter gegen die kaiserliche Amtsgewalt und asserentes, quod imperialis dignitas et Vollmacht sowie gegen die Rechte der potestas est a papa, et quod electus in Kurfürsten, der anderen Fürsten und der imperatorem ex electione non est verus Getreuen des Reiches, und voller Lug und imperator nec rex, ni si prius per papam Trug behaupten, die kaiserliche Würde und sive per sedem apostolicam Amtsgewalt stamme vom Papst und der zum confirmetur, approbetur et Kaiser Erwählte sei nicht aufgrund der Wahl corroboretur, [...] ideo ad tantum wahrer Kaiser und König es sei denn er malum evitandum de consilio et werde zuvor durch den Papst oder den assensu electorum et aliorum principum Apostolischen Stuhl bestätigt, anerkannt und imperii declaramus, quod imperialis gefestigt, [...] erklären Wir mit Rat und dignitas et potestas est immediate a Zustimmung der Kurfürsten und anderen solo deo, et quod de iure et imperii Fürsten des Reiches: Die kaiserliche Würde consuetudine antiquitus approbata est und Amtsgewalt stammt unmittelbar von Gott quod, postquam aliquis eligitur in allein; und nach dem Recht und dem seit alters imperatorem sive in regem ab anerkannten Herkommen des Reiches gilt electoribus imperii concorditer vel a folgendes: Sobald jemand von den Kurfürsten maiori parte eorundem, statim ex sola des Reiches einmütig oder von einer Mehrheit electione est verus rex et imperator von ihnen zum Kaiser oder König gewählt Romanorum censendus et nominandus, wird, ist er sofort allein aufgrund der Wahl [...] nec pape sive sedis apostolice aut wahrer König und Römischer Kaiser, als alicuius alterius approbatione, solcher anzusehen und zu benennen; [...] und confirmatione et auctoritate indiget vel weder von Seiten des Papstes oder des consensu. Apostolischen Stuhles noch irgend wessen 70 3. Reichsstände und Reichstage a) Reichsstandschaft sonst bedarf er der Anerkennung, Bestätigung, Ermächtigung oder Zustimmung. - Sitz und Stimme am Reichshoftag (später Reichstag); Mitwirkung bei wichtigen Beschlüssen durch den König - Reichsritterschaft - (Freie) Reichsstädte b) Reichstage - vom König frei einberufbar - meist in Reichsstädten abgehalten (Regensburg, Nürnberg, Augsburg, Frankfurt, Worms, Speyer) II. Reformation und Reichsreform 1. Territoriale Herrschaft und Fehdeunwesen als Hintergrund des Reformbedarfs 2. Der Reichstag zu Worms im Jahr Stärkung der Reichsexekutive (Kompromiss zwischen Kaiser und Reichsständen - Einrichtung von Reichskreisen zur Sicherung des Landfriedens - Errichtung des Reichskammergerichts Der ewige Landfrieden vom 7. August 1495 Wir Maximilian von Gots Gnaden Romischer Kunig, zu allen Zeiten Merer des Reichs, [...] 1. Also das von Zeit diser Verkündung niemand, von was Wirden, Stats oder Wesens der sey, den andern bevechden, bekriegen, berauben, vahen, überziehen, belegern, auch dartzu durch sich selbs oder yemand anders von seinen wegen nicht dienen, noch auch ainich Schloß, Stet, Märckt, Bevestigung, Dörffer, Höff oder Weyler absteigen oder on des andern Willen mit gewaltiger Tat frevenlich einnemen oder gevarlich mit Brand oder in ander Weg dermassen beschedigen sol, auch niemands solichen Tätern Rat, Hilf oder in kain ander Weis kain Beystand oder Fürschub thun, auch sy wissentlich oder gevarlich nit herbergen, behawsen, essen oder drencken, enthalten oder gedulden, sonder wer zu dem andern zu sprechen vermaint, der sol sölichs suchen und tun an den Enden und Gerichten, da die Sachen hievor oder yetzo in der Ordnung des Camergerichts zu Außtrag vertädingt sein oder künftigklichfi werden oder ordenlich hin gehörn. 2. Und darauf haben Wir all offen Vechd und Verwarung durch das gantz Reich aufgehabt und abgethan, heben auch die hiemit auff und thun die ab von Römischer Koniglicher Macht Volkommenhait in und mit Crafft dis Briefs. 3. Und ob yemand, was Wirden oder Stands der oder die wärn, der wider ains oder mer, so vorgemelt im nechsten Artickel gesetzt ist, handeln oder zu handeln understeen wurden, die söllen mit der Tat von Recht zusampt andern Penen in Unser und des Hailigen Reichs Acht gefallen sein, [...] 71 3. Religionsrecht - Ausdehnung des Landfriedens auf den religiösen Bereich durch den Augsburger Religionsfrieden von Sicherung kirchlicher Besitztümer und Vermögensrechte - Sicherung des freien Bekenntnisses der Reichsstände, allerdings nicht der einzelnen Untertanen (cuius regio eius religio) Augsburger Religionsfrieden v Setzen demnach, ordnen, wöllen und gebieten, daß hinfüro niemands, was Würden, Stands oder Wesen der sey, um keinerley Ursachen willen, wie die Namen haben möchten, auch in was gesuchtem Schein das geschehe, den andern bevehden, bekriegen, berauben, fahen, überziehen, belägern, auch darzu für sich selbs oder jemands andern von seinetwegen nit dienen, noch einig Schloß, Städt, Marckt, Befestigung, Dörffer, Höffe und Weyler absteigen oder ahn des andern Willen mit gewaltiger That freventlich einnehmen oder gefährlich mit Brand oder in andere Wege beschädigen, noch jemands solchen Thätern Rath, Hülff und in kein andere Weiß Beystand oder Fürschub thun, auch sie wissentlich und gefährlich nicht herbergen, behausen, etzen, träncken, enthalten oder gedulden, sondern ein jeder den andern mit rechter Freundschafft und Christlicher Lieb meynen, auch kein Stand noch Glied des H. Reichs dem andern, so an gebührenen Orten Recht leyden mag, den freyen Zugang der Proviant, Nahrung, Gewerb, Renth, Gült und Einkommen ab stricken noch aufhalten, sonder in alle Wege die Kayserl. Majestät und Wir alle Stände und hinwiederum die Stände die Kayserl. Maj., Uns, auch ein Stand den andern bey diesen nachfolgenden Religions-, auch gemeiner Constitution des aufgerichten Land-Friedens alles Innhalts bleiben lassen sollen. 15. Und damit solcher Fried spaltigen Religion halben, [...] aufgericht und erhalten werden möchte, so sollen die Kayserl. Maj., Wir, auch Churfürsten, Fürsten und Stände des H. Reichs keinen Stand des Reichs von wegen der Augspurgischen Confession und derselbigen Lehr, Religion und Glaubens halb mit der That gewaltiger Weiß überziehen, beschädigen, vergewaltigen oder in andere Wege wider sein Conscientz, Gewissen und Willen von dieser Augspurgischen Confessions- Religion, [...] tringen oder durch Mandat oder in einiger anderer Gestalt beschweren oder verachten, sondern bey solcher Religion [...] ruhiglich und friedlich bleiben lassen, und soll die streitige Religion nicht anders dann durch Christliche, freundliche, friedliche Mittel und Wege zu einhelligem, Christlichen Verstand und Vergleichung gebracht werden, alles bey Kayserl. und Königl. Würden, Fürstl. Ehren, wahren Worten und Pön des Land-Friedens. 16. Dargegen sollen die Stände, so der Augspurgischen Confession verwandt, die Röm. Kays. Maj., Uns und Churfürsten, Fürsten und andere des H. Reichs Stände der alten Religion anhängig, geistlich und weltlich, samt und mit ihren Capituln und andern geistlichs Stands, auch ungeacht, ob und wohin sie ihre Residentzen verruckt oder gewendet hätten [...] gleicher Gestalt bey ihrer Religion [...] unbeschwert bleiben und sie derselbigen friedlich und ruhiglich gebrauchen, genies sen, unweigerlich folgen lassen und getreulichen darzu verholffen seyn, auch mit der That oder sonst in ungutem gegen denselbigen nichts fürnehmen, sondern in alle Wege nach Laut und Ausweisung des H. Reichs Rechten, Ordnungen, Abschieden und aufgerichten Landfrieden jeder sich gegen dem andern an gebührenden, ordentlichen Rechten begnügen lassen, alles bey Fürstl. Ehren, wahren Worten und Vermeidung der Pön, in dem uffgerichten Land-Frieden begriffen. 17. Doch sollen alle andere, so obgemelten beeden Religionen nicht anhängig, in diesen Frieden nicht gemeynt, sondern gäntzlich ausgeschlossen seyn. 18. Und nachdem bei Vergleichung dieses Friedens Stritt fürgefallen, wo der Geistlichen einer oder mehr von der alten Religion abtretten würden, wie es der von ihnen biß daselbst hin besessenen und eingehabten Ertzbistumb, Bistumb, Prälaturn und Beneficien halben gehalten werden soll, welches sich aber beeder Religions-Stände nit haben vergleichen können, demnach haben wir in Krafft hochgedachter Röm. Kays. Majest. Uns gegebenen Vollmacht und Heimstellung erklärt und gesetzt, thun auch solches hiemit wissentlich also: wo ein Ertzbischoff, Bischoff, Prälat oder ein anderer geistliches Stands von Unser alten Religion abtretten würde, daß derselbig sein Ertzbistumb, Bistumbe, Prälatur und andere Beneficia, auch damit alle Frucht und Einkommen, so er davon gehabt, alsbald ohn einige Verwiderung und Verzug, jedoch seinen Ehren 72 ohnnachtheilig, verlassen, auch den Capituln, und denen es von gemeinen Rechten oder der Kirchen und Stifft Gewonheiten zugehört, ein Person, der alten Religion verwandt, zu wehlen und zu ordnen zugelassen seyn, welche auch samt der geistlichen Capituln und andern Kirchen bey der Kirchen und Stifft Fundationen, Electionen, Präsentationen, Confirmationen, altem Herkommen, Gerechtigkeiten und Gütern, liegend und fahrend, unverhindert und friedlich gelassen werden sollen, jedoch künfftiger Christlicher, freundlicher und endlicher Vergleichung der Religion unvergreifflich. 20. Damit auch obberührte beederseits Religions-Verwandte so viel mehr in beständigem Frieden und guter Sicherheit gegen und bey einander sitzen und bleiben mögen, so soll die geistliche Jurisdiction (doch den geistlichen Churfürsten, Fürsten und Ständen, Collegien, Klöstern und Ordensleuten an ihren Renthen, Gült, Zins und Zehenden, weltlichen Lehenschafften, auch andern Rechten und Gerechtigkeiten, wie obstehet, unvergriffen) wider der Augspurgischen Confessions- Verwandten Religion, Glauben, Bestellung der Ministerien, Kirchengebräuchen, Ordnungen und Ceremonien, so sie uffgericht oder uffrichten möchten, biß zu endlicher Vergleichung der Religion nicht exercirt, gebraucht oder geübt werden, sondern derselbigen Religion, Glauben, Kirchengebräuchen, Ordnungen, Ceremonien und Bestellung der Ministerien, wie hievon nachfolgends ein besonderer Articul gesetzt, ihren Gang lassen, und kein Hindernus oder Eintrag dardurch beschehen, und also hierauf, wie obgemeldt, biß zu endlicher Christlicher Vergleichung der Religion die geistliche Jurisdiction ruhen, eingestellt und suspendirt seyn und bleiben; aber in andern Sachen und Fällen der Augspurgischen Confession, Religion, Glauben, Kirchengebräuchen, Ordnungen, Ceremonien und Bestellung der Ministerien nicht anlangend, soll und mag die geistliche Jurisdiction durch die Ertzbischoff, Bischoff und andere Prälaten, wie deren Exercitium an einem jeden Ort hergebracht und sie in deren Ubung, Gebrauch und Posession sind, hinfür wie bißher unverhindert exercirt, geübt und gebraucht werden. III. Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Friede - Internationale, konfessionelle und innenpolitische Dimension des Dreißigjährigen Krieges - Verfassungsgeschichtlich im Ergebnis Schwächung des Kaisertums durch stärkere Bindung an die Reichstage Westfälischer Frieden von 1648, Friedensvertrag von Osnabrück, Art. VIII (Übersetzung) 1. Damit aber Vorsorge getroffen sei, dass künftig keine Streitigkeiten im politischen Bereich entstehen, sollen sämtliche (alle und jede) Kurfürsten, Fürsten und Stände des Römischen Reichs in ihren alten Rechten, Vorrechten, Freiheiten, Privilegien, der ungehinderten Ausübung der Landeshoheit sowohl in geistlichen als auch in weltlichen (politischen) Angelegenheiten, Herrschaften, Regalien sowie im Besitz all dieser Dinge kraft dieses Vertrages derart bestätigt und bekräftigt werden, dass sie von niemandem jemals unter irgendeinem Vorwand tatsächlich beeinträchtigt werden können oder dürfen. 2. Ohne Einschränkung (Widerspruch) sollen sie das Stimmrecht in allen Beratungen über Reichsangelegenheiten haben, namentlich, wenn Gesetze zu erlassen oder auszulegen, Kriege zu beschließen, Abgaben vorzuschreiben, Werbungen oder Einquartierungen von Soldaten zu veranlassen, neue Befestigungen im Bereich der Stände im Reichsauftrag zu errichten oder alte mit Besatzungen zu versehen, Frieden oder Bündnisse zu schließen oder andere derartige Geschäfte zu erledigen sind; nichts von diesen Angelegenheiten soll künftig jemals geschehen oder zugelassen werden, ohne dass die auf dem Reichstag versammelten Reichsstände freiwillig zugestimmt und ihre Einwilligung gegeben haben. Insbesondere soll den einzelnen Ständen das Recht zustehen, unter sich oder mit Auswärtigen zu ihrer Erhaltung und Sicherheit Bündnisse zu schließen, jedoch in der Weise, dass sich solche Bündnisse nicht gegen den Kaiser, das Reich und dessen öffentlichen Frieden, insbesondere diesen Vertrag, richten, vielmehr so beschaffen sind, dass der Eid, durch den jeder von ihnen dem Kaiser und dem Reich verpflichtet ist, in allen Teilen unberührt bleibt. 3. Der nächste Reichstag aber soll innerhalb von 6 Monaten nach der Ratifikation des Friedens abgehalten werden; späterhin jedoch, sooft das allgemeine Wohl oder Bedürfnis es erfordern. Auf dem nächsten Reichstag sollen insbesondere die Mängel der früheren Verhandlungen beseitigt und über die Wahl der römischen Könige, über die Errichtung einer beständigen kaiserlichen Wahlkapitulation, über das einzuhaltende Verfahren und die zu beachtende Ordnung, wenn der eine oder andere Stand in die 73 Reichsacht erklärt wird, soweit dies in den Reichsgesetzen nicht geregelt ist, über die Ergänzung der Reichskreise, die Erneuerung der Reichsmatrikel, die Reduktion der eximierten Stände, die Ermäßigung und den Erlass von Reichssteuern, die Verbesserung des Polizei- und Justizwesens sowie der Sportel-Taxe des Reichskammergerichts, über die dem allgemeinen Wohl dienende Einberufung der Deputierten, über die gesetzmäßige Ausübung des Amtes der Direktoren in den Reichskollegien und über ähnliche Angelegenheiten, die hier nicht erledigt werden konnten, aus gemeinsamer Übereinkunft der Stände verhandelt und beschlossen werden. IV. Das Ende der Reichsverfassung 1. Der Reichsdeputationshauptschluss zu Regensburg von Säkularisierung: Aufhebung der geistlichen Fürstentümer - Mediatisierung: Aufhebung der Reichunmittelbarkeit der Reichsstädte Reichsdeputationshauptschluss 3. Dem Könige von Preußen, Kurfürsten von Brandenburg, für das Herzogthum Geldern, und den auf dem linken Rheinufer gelegenen Theil des Herzogthums Cleve, für das Fürstenthum Moeurs, die Bezirke von Sevenaer, Huissen und Malburg, und für die Rhein- und. Maaszölle: die Bisthümer Hildesheim und Paderborn; das Gebiet von Erfurt mit Untergleichen, und alle Mainzischen Rechte und Besitzungen in Thüringen [...] 4. Dem Könige von England, Kurfürsten von Braunschweig-Lüneburg, für seine Ansprüche auf die Grafschaft Sayn-Altenkirchen, Hildesheim, Corvey und Höxter, und für seine Rechte und Zuständigkeiten in den Städten Hamburg und Bremen, und in derselben Gebieten, namentlich dem Gebiete der letzteren, so wie dasselbe unten bestimmt werden wird, wie auch für die Abtretung des Amtes Wildeshausen: das Bisthum Osnabrück. 25. Der Stuhl zu Mainz wird auf die Domkirche zu Regensburg übertragen. Die Würden eines Kurfürsten, Reichs-Erzkanzlers, Metropo
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