Analysiert man die heutigen Lebensverhältnisse

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Kino in der Primärschule Albert Petesch Ecole primaire Crauthem Analysiert man die heutigen Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen, so wird der Stellenwert der Medien im Kontext der alltäglichen
Kino in der Primärschule Albert Petesch Ecole primaire Crauthem Analysiert man die heutigen Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen, so wird der Stellenwert der Medien im Kontext der alltäglichen Lebensbewältigung deutlich. Medien ersetzen und ergänzen Erfahrungsräume, sie sind oft attraktiver als die gegebene soziale Situation der Heranwachsenden - attraktiver und ermöglichen eine Flucht in andere, sprich bessere Welten; sie vermitteln Stimmungen und Gefühle, mit ihnen kann man Phantasien und Ängste ausleben. Gleichzeitig sind die Medien in unserer Gesellschaft omnipräsent, nisten sich tief im Gewebe des Alltags ein und stimulieren das Bedürfnis nach ständigem Konsum. Industriell produzierte Zeichen und Bilder schlachten - und das ist die Kehrseite der Medaille - diese ständig wachsende Nachfrage schamlos aus, standardisieren sie und verlagern sie in die Realitätswahrnehmung. Sie verändern so das Bedürfnis nach Imagination (Horst Niesyto: Erfahrungsproduktion mit Medien). TV und Kino zu verteufeln und ihnen mit erhobenem Zeigefinger die Schuld für die ausufernden Gewaltexzesse in die Schuhe zu schieben, ist natürlich keine Lösung des Problems. Die Ursache für diese Verunglimpfung der Medien ist hauptsächlich auf die steigende Agressivität seitens der Jugend zurückzuführen, für die das Fernsehen und seine Gewaltfilme zu Unrecht als Sündenbock herhalten müssen. Diesbezügliche pädagogische Hinweise, wie z.b. öfter mal den berühmten Knopf zu drükken und mal wieder zum guten Buch zu greifen, sind genauso naiv wie wirkungslos. Ohnehin gehören Lehrer und Eltern mit solchen weisen Ratschlägen zu jenen, die Lesen und Schreiben für wertvollere Kulturtechniken halten als Hören und Sehen. Die Angst, bewegte Bilder würden das Buch völlig verdrängen, ist aber unbegründet, belegen doch die rezenten, steigenden Zahlen der Buchproduktionen genau das Gegenteil. Wer jedoch im sogenannten Medienzeitalter sinnvolle Erziehungsarbeit machen will, sollte zunächst die Fernseh- und Filmsprache in den Unterricht integrieren, den Jugendlichen mit diesen Medien konfrontieren und ihn somit zum kritischen Denken anregen. Bilder sind nicht bloß zum Verzehr bestimmt, sondern beinhalten eine eigene, im Laufe der Filmgeschichte entstandene Sprache, die man - wie die Schriftsprache - erwerben, und mit der man umgehen kann. Ähnlich wie man in einem Buch lernt, zwischen den Zeilen zu lesen, kann man bei einem Film die einzelnen Bilder begreifen und deuten. Dies schafft natürlich neue Zugänge zu der Mehrdeutigkeit der Bildsprache. Daneben ist aktive Medienarbeit auch in anderer Hinsicht handlungsorientiert: Sie ermöglicht die Aneignung medienspezifischen Wissens, fördert die Zusammenarbeit in Gruppen bei der mündlichen und schriftsprachlichen Auseinandersetzung (siehe weiter unten) und belebt in dieser Weise die zwischenmenschliche Kommunikation. Medienpädagogisches Handeln Der Begriff Medien beinhaltet aber nicht nur Fernsehen und Film, sondern auch neue Informations- und Kommunikationstechniken, zum Beispiel Computer, Bildschirmtext, Video, Kabel- und Satelliten-TV und ihre Vernetzung. Für Kinder ist die Mediatisierung der Wirklichkeit zur Selbstverständlichkeit geworden. Doch für Erwachsene und nicht zuletzt LehrerInnen ist nur schwer erkennbar, welche Bedeutung den Medien im Leben der Kinder zukommt, und welchen Einfluß sie in deren Le- 1 bensbewältigung ausüben. Folgende Fragen drängen sich auf: Welche Rolle können Schule und Unterricht in diesem Zusammenhang spielen? Was muß oder kann in der Schulrealität geschehen, wenn Heranwachsende dazu befähigt werden sollen, bewußt und verantwortungsvoll mit Medien umzugehen und sich handelnd mit gesellschaftlicher Wirklichkeit auseinanderzusetzen? Medienpädagogisches Handeln ist bewußtes, absichtsvolles und auf Wirkung zielendes Handeln. Wer medienpädagogisch handelt, berücksichtigt, daß Kinder und Jugendliche nicht von selbst die Kompetenz entwickeln, selbstbestimmt und verantwortlich mit Medien umzugehen, auch wenn sie sich in ihrem Leben entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten angeeignet zu haben scheinen. Wer medienpädagogisch handelt, wird daher auch die Lebensund Medienerfahrungen der Lernenden aufnehmen, um ihre Handlungsfähigkeit im Umgang mit Medien zu fördern und zu entwickeln. Dies bedeutet vor allem, daß Kinder und Jugendliche durch gemeinsames Lernen befähigt werden sollen, die in den Medien verdinglichte Wirklichkeit wiederzuerkennen, zu verstehen, für sich zu gewinnen, zu analysieren oder zu kritisieren, und daß sie lernen, Medien produktiv zu nutzen, um gesellschaftliche Wirklichkeit bewußt mitzugestalten. (Schill / Tulodziecki / Wagner, Medienpädagogisches Handeln in der Schule, Leske + Budrich, Opladen 1992) Kinoprojekt in Roeser Seit Anfang des Schuljahres 1995/96 geht in der Crauthemer Schule ein Projekt über die Bühne, das sich mit dieser Thematik befaßt. Ziel ist es aufzuweisen, inwiefern: eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der formalen Umsetzung und dem Symbolgehalt eines Streifens im Rahmen des Primarunterrichts möglich ist, die Trennung von Realität und Illusion im Film durch modernste technische Möglichkeiten den Kindern nahegebracht und von ihnen produktiv nachvollzogen werden kann, im Rahmen einer Gemeinde ein thematisch definierter Sprachprojektunterricht ganzjährig und klassenübergreifend organisier- und durchführbar ist und der Umgang mit multimedialen Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologien von Grundschülern, im Rahmen eines Projektunterrichts, erlernbar ist. Das vorliegende Projekt greift übrigens auf die Forschungsarbeiten Computer im Schreibatelier (Gérard Gretsch, MEN 1992) und TEO, Développement et évaluation d un traitement de texte oral (Gérard Gretsch, MEN 1994) zurück und ist als thematische (Film in der Grundschule), methodischdidaktische (Projektunterricht) und technische (Einbeziehung multimedialer Technologien) Weiterentwicklung einzuordnen. Probleme einer Halbtagsbeschäftigung Ich wurde für diese Arbeit für 12 Stunden pro Woche vom Unterrichtsministerium freigestellt. Und damit sind eine ganze Reihe von vorgesehenen Arbeiten nicht möglich. Wegen Zeitmangels entfällt z.b. der praktische Teil des Projekts (kleines Drehbuch verfassen und verfilmen oder Filmarchiv anlegen), benötigen doch Vision und Rezension der Filme alleine schon mehr als 12 Stunden pro Klasse. Recherchen von Filmdaten via Internet sind außerdem aus Zeitmangel und technischen Gründen nicht realisierbar. Des weiteren ergeben sich Engpässe wegen des reduzierten Stundenangebotes, so daß Filmvorführungen und Vertiefung eines Themas nicht immer ganz durchführbar sind und der (die) betroffene Klassenlehrer(in) die Arbeit in den darauffolgenden Wochen alleine beenden muß. Wie verläuft eine solche Projektwoche? Die einzelnen Klassen (Untergrad bis Obergad) der Gemeinde Roeser sehen sich innerhalb einer Woche eine sehenswerte Filmproduktion an. Jede(r) LehrerIn hat im Durchschnitt zweimal die Möglichkeit, eine Projektwoche in den Unterricht einzubauen. Nach sechs Monaten Praxis hat sich dieses Arragement wegen fehlender Kontinuität als ungenügend herausgestellt. Die Auswahl der Filme wird nach Absprache mit dem Titular der Klasse getroffen. Materielle Voraussetzungen sind ein Raum mit einer großen Leinwand kombiniert mit einer guten Tonanlage und einem Videoprojektor. Eine Vor- 2 führung auf einem Fernsehschirm ist nicht unbedingt anzuraten, denn adäquater Filmgenuß ist lediglich beschränkt möglich, da die Schüler in der hintersten Reihe nur schwerlich die Details in einem Bildausschnitt erkennen können. Ein besonderer Dank geht in diesem Kontext an die Gemeinde Roeser, die freundlicherweise das Material zur Verfügung stellte. Während der Vorstellung, die sich im Durchschnitt über vier bis fünf Unterrichtseinheiten erstreckt, wird der Film in Schlüsselszenen gestoppt und das Standbild auf Dramaturgie, Gestaltung oder Symbolik hin analysiert. Ich versuche mit präzisen Fragen die enthaltene Idee zu suggerieren und den Kindern eventuelle Fortsetzungsmöglichkeiten zu entlocken. Mit Hilfe der Zeitlupe kann sogar erläutert werden, daß Spezialeffekte nichts anderes als eine perfekte Illusion sind. Klar, daß die Kinder bei einer solchen erstmaligen Erfahrung nicht auf Anhieb mit filmsprachlichen Details glänzen. Ihre Bemerkungen beschränken sich anfangs lediglich auf den Verlauf der Geschichte. Es ist jedoch erstaunlich, - und nach einem halben Jahr kann man es belegen und nur unterstreichen - wieviel Vorwissen die Kinder schon in bezug auf bewegte Bilder besitzen. Aktiviert man diese Kenntnisse, ist der Schritt zur Vertiefung nicht mehr weit. Sinnvoll wäre es jedenfalls, diese Arbeitsweise künftig ganz in den Primarunterricht einzubauen. Die Schüler werden auf diese Weise während sechs Jahren mit dem Medium Fernsehen oder Film konfrontiert, was ganz andere Perspektiven eröffnet, weil man die Schüler vom bisher konsumorientierten, rekreativen Umgang wegbringt und sie zu kritischen Betrachtern formt. In einer zweiten Phase werden die Kinder in Gruppen eingeteilt, um sich im Anschluß an die Vorführung mit den verschiedenen Themen oder der Psychologie der Figuren mündlich und schriftsprachlich am Computer auseinanderzusetzen. Dies geschieht im Hinblick auf eine Publikation in der eigens für das Projekt kreierten Schülerzeitschrift Filmkëscht, die einmal pro Trimester erscheint. Dadurch vertieft sich das angeeignete Wissen. Zudem wird eine sinnvolle Schreibaktivität geschaffen, ist doch der Zweck des Redigierens vor allem das Weitergeben von Informationen an verschiedene Adressaten, und nicht einzig und allein an den Lehrer, der die Anstrengungen der Schüler auch noch mit Rotstift und einer Note belohnt. Korrigiert wird das Manuskript übrigens in der Gruppe, danach mit Hilfe einer Rechtschreibeprüfung am PC, bevor der Lehrer in letzter Instanz zusammen mit den Schülern dem Text den letzten Schliff gibt. Andere Arbeitsmöglichkeiten, die größtenteils angeboten werden konnten: ein Filmfestival mit Kinder-Jury (letzte Schulwoche vor Ferienbeginn); Herstellung eines Films und Montage mittels einer Video-In-Karte am PC (eine Möglichkeit für den produktiven Umgang; diese Aktivität wurde aus oben genannten Gründen nicht angeboten); Interview mit Regisseuren und Schauspielern (erscheint in der dritten Ausgabe unserer Zeitschrift); ein Besuch im Fernsehstudio und im Centre National de l Audiovisuel (siehe Filmkëscht Nr. 1/ 96); Vergleich Buch/Film ( Krücke von Peter Härtling). Welche Filme werden gezeigt? Das Angebot richtet sich natürlich nach dem Niveau der Schüler. Vorschulklassen - auch sie sind in dieses Projekt integriert - verarbeiten im mündlichen Bereich kleine Zeichentrick- oder Spielfilme hauptsächlich in luxemburgischer Sprache, wobei das Hauptgewicht im Verständnis der Geschichte und nicht in der Interpretation der Bilder liegt. In diesem Sortiment findet man beispielsweise Der Hase mit den Samtohren, De Piirchen an de Wollef oder Dee klengen Äisbier. Der Einwand, mündliche Filmrezensionen wären in diesem Alter nicht anzuraten, beinhaltet leider einen Widerspruch, weiß man doch - durch Gespräche mit VorschullehrerInnen und Eltern -, daß Vier- bis Fünfjährige einen erheblichen Fernsehkonsum aufzuweisen haben, wird das Pantoffelkino doch laut ihren eigenen Aussagen in den meisten Familien als elektronischer Babysitter eingesetzt. Höhere Klassen setzen sich mit anspruchsvolleren Filmen auseinander. Die Bandbreite geht von Stummfilmklassikern wie The Kid von Chaplin bis zu sehenswerten Hollywoodfilmen (Peter Weirs Witness oder Friendly Persuasion von William Wyler), ohne die gelungenen Produktionen aus Kanada oder Skandinavien zu vergessen ( Bach & 3 Broccoli oder Valby und das Geheimnis im Moor ). Die Frage, ob man Gewaltfilme à la Streetfighter in den Unterricht einbauen soll, erübrigt sich, wenn man - meiner Meinung nach - durch Vorführen von diskussionswerten Filmen langfristig automatisch ein gewisses Qualitätsbewußtsein bei den Kindern fördert. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, daß fast 100 Videokassetten vom Centre de Technologie de l Education (CTE) käuflich erworben wurden. Wie reagieren nun die Kinder auf diese Form des Unterrichts? Diese Frage beantworten die Schüler am besten selbst: Ech fannen dat gutt, well een herno doriwwer schwätzt an domat de Film besser versteet.(...) (Bettina B.) Ech fannen d Filmprojetën flott, well een a Gruppe schaffe kann (...) (Michelle L.) (...). Et gët een och vill iwwer d Problematik vum Film gewuer. (...) (Kim B.) Et as cool, well mier Filmer kucke gin an dann eppes doriwwer schreiwen. Et as gutt, well mier (...) hannert déi bëlleg Tricker gesin. (Stephan S.) Ech fannen ët flott, fir deenen anere Kanner hir Meenung iwwer de Film ze héieren. (Nora B.) (...) Et as och gutt, dat een iwwer d Technik vum Film schwätze kann, da léiert een Saachen, déi een virdrun nët wosst. (Amélie D.) (...). Mä ech fannen ët heinansdo langweileg, wann de Film gestoppt gët. (Isabelle M.) (...) wann een d Filmer richteg kuckt, fënt ee vill Saachen, déi ee soss nët gesäit. (Ben H.) (...). Ich finde es interessant, einen Film in der Schule zu schauen. (...). (Raphaël M.) Es ist sehr interessant, weil man viel dazulernt, z.b. wie die Filmtricks funktionieren. (Anna S.) Man lernt mit Filmen umzugehen und man versteht alles besser, wenn man den Film stoppt und dann darüber redet. (Olivier T.) (...). Ich finde, man sollte das Filmprojekt auch noch in anderen Schulen machen. (Anne D.) Ich finde das Filmprojekt sehr interessant, weil man dazulernt und die Filme, die man sonst nur aus Spaß sich ansieht, besser versteht. (Carole G.) Das Projekt ist gut, weil man anständige Erklärungen bekommt. Man lernt ziemlich viel, besonders die kleinen Kinder. (Robert R.) Ich bin mit einer Schülerzeitung zu meiner Oma nach Bettemburg gefahren, um sie dort meinen Freunden zu zeigen. Die haben Bauklötze gestaunt. Einer sagte sogar: In der Schule einen Film zu verarbeiten, das ist doch verboten! Mir gefällt aber das Filmprojekt. (Sam H.) Das Filmprojekt finde ich gut. Man lernt, wie die Filme gedreht werden. (...) (A.R.) Was halten die Lehrer von dem Filmprojekt? Ich finde dein Filmprojekt wirkt sich sehr gedankenanregend auf die Schüler aus und ermöglicht es ihnen, den Sinngehalt und die Symbolflut eines Films ihrem Aufnahmerhythmus anzupassen. Wenngleich deine Fragen und Anregungen recht anspruchsvoll sind (aber dem Niveau gerecht werden), so bemerkte ich doch, da auch weniger sprachgewandte Schüler deinen Erklärungen folgten. Für die schriftsprachliche Umsetzung könnten zusätzlich zwei oder mehr Stunden eingeplant werden. (Georges T.) (...) hat den Schülern Die Goldene Robbe gut gefallen. Sie finden es interessant, manches über die Tricks und Technik der Kameras sowie die Gedanken des Regisseurs zu erfahren. Die Geschichte des Films ist für manche Schüler jetzt nicht mehr das Hauptthema. Sie diskutieren gerne über den Film, sind aber weniger begeistert von dem ständigen Stoppen. Sie würden es vorziehen, den Film in einer ersten Phase ganz zu schauen. (...). Zur schriftsprachlichen Verarbeitung: Die Schüler finden es interessant, die verschiedenen Personen zu beschreiben und zu analysieren, sich mit der Problematik des Films auseinanderzusetzen, Vergleiche aufzustellen und in Büchern nachzuschlagen. (Brigitte C.) 4 Filme habe ich bis vor einiger Zeit zu rekreativen Zwecken im Unterricht eingesetzt. Im Sachbereich dienten mir aufgenommene Tiersendungen als Anschauungsmaterial. (...) Einen Film so zu behandeln, wie das in meinen Projektwochen der Fall war, kam mir bis dahin nicht in den Sinn. (...) Wieder einmal war der Austausch mit einem Kollegen (...) der ausschlaggebende Faktor. Den Schülern hat es ebensoviel gebracht wie mir. Sie sind jetzt gewohnt, Bilder zu hinterfragen und die darstellerischen Mittel der Schauspieler und der Filmemacher aus verschiedenen Perspektiven zu deuten. Dazu reift man nicht einfach heran, man muß schon dazu hingeführt werden. Die Idee, Filme auf diese Weise im Unterricht zu behandeln, ist als eine Bereicherung des Sprachunterrichts anzusehen, umso mehr in einer Zeit, in der eine Flut von Bildern uns umgibt, und wir immer weniger in der Lage sind, ihre Symbolsprache zu deuten. (Pino F.) Meine Klasse hat bereits drei Projektwochen mitgemacht, und dies mit großem Interesse. Die Kinder waren hochmotiviert während den Vorführungen und wollten sich Zeit nehmen, um einen Film zu untersuchen. Oft staunten die Kinder nicht schlecht, als Herr Petesch filmtechnische Tricks erklärte. (...) Nach der Projektion wurde die Klasse in Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe behandelte ein Thema. (...) Die Gruppen haben sehr viel produziert, so daß ich für die Vorstellungen der Arbeiten auch einige Zeit an sinnvoller Diskussion mit den Kindern brauchte. (John W.) Produkte der Kinder Auszüge aus den Gruppenarbeiten: 1) Film Lockende Versuchung (USA 1956 von William Wyler mit Gary Cooper und Anthony Perkins) Filmsprachliche Beispiele: * Einer der Rebellen wollte die Lieblingsgans fangen, um sie zu essen. Die Frau hörte die Schreie von der Gans, sie lief raus und griff nach dem Besen. Sie schlug mit dem Besen auf den Rebellen. Jetzt zeigt der Regisseur die Froschperspektive (Foto 1), so daß die Frau klein und der Mann riesengroß im Bild ist. Das bedeutet, daß die Frau sich klein und elend fühlt, weil sie ihn mit dem Besen geschlagen hat. * Zuerst war Jesse ein ganz normaler Quäker wie seine Familie. Er pflückte Mais und pflanzte Gemüse an. Im Film hat Jesse sich verändert, er wurde gewaltsam. Jetzt benutzte er die Sense (Foto 2). Als der Krieg näherkam, benutzte er die Axt (Foto 3), um das Holz zu hacken. Jetzt stand nur noch seine Frau zwischen der Liebe und den Kämpfen. Aber Jesse entschied sich für den Krieg. In dieser Szene (Foto 4) ist die Gewalt in Jesses Leben der Mittelpunkt. Die Axt, die im Holz sticht, symbolisiert die Gewalt. Er ging rein, um sein Gewehr aus dem Schrank zu holen, zog seinen Mantel an und ritt in den Krieg. (Filmkëscht Nr. 1/96; 5. Schuljahr) La façon de voir et d apprendre à comprendre un film est très intéressante et instructive. Les enfants trouvent toujours des rapports entre les thèmes des films et se rappellent très bien les détails. Il est difficile pour les enfants de faire la différence entre réalité et film - mais ils y arrivent peu à peu grâce à l intensification du projet. (Josette S.) Foto 1 5 Foto 2 Foto 3 Foto 4 6 2) Film Edward mit den Scherenhänden (USA 1991 von Tim Burton mit Johnny Depp, Winona Ryder, Vincent Price) Ist Edward ein Mensch oder eine Maschine? Es ist schwer zu sagen. Der Erfinder baut Edward, weil er einen perfekten Helfer braucht. Er programmiert Edward und bringt ihm Manieren bei (Foto 5), aber seine Gefühle interessieren ihn nicht. Eines Tages kurz vor Weihnachten, schenkt ihm der Erfinder richtige Hände. Aber gerade in diesem Moment stirbt der Erfinder, und jetzt kann Edward nie mehr wie ein normaler Mensch sein, denn ohne Hände kann man nichts Richtiges anfangen. Von diesem Tag an bleibt Edward allein im Schloß. Vielleicht will der Regisseur zeigen, daß man versucht, mit der Gentechnik Menschen künstlich herzustellen, aber die Seele dabei vergißt. (Foto 6) In einem Labor werden heute künstliche Befruchtungen vorgenommen. Man nimmt eine Eizelle von der Frau und eine Samenzelle vom Mann, man befruchtet die Zelle, und das wird ein künstlich erzeugtes Kind. Der alte Erfinder will Edward Porzellanhände geben. Aber da stirbt er, und die Hände fallen auf den Boden, und sie sind kaputt. Als er bei den Menschen lebt und den Salat zubereitet, schneidet er sich ins Gesicht und blutet. Deshalb kann man sagen, daß er vielleicht ein Mensch ist, denn eine Maschine blutet nicht. Unserer Meinung nach ist Edward eine Maschine, die einem Menschen sehr ähnlich ist. Foto 5 Foto 6 (Filmkëscht Nr. 2/96; 6. Schuljahr) 7 3) Film Bach & Broccoli (Kanada 1985 von André Melanconi mit Mahée Paiement und Raymond Legault) Symbolik im Film
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