Dezentral, ressourcenschonend, effizient: Bausteine einer zukunftsfähigen Energieversorgung

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Dezentral, ressourcenschonend, effizient: Bausteine einer zukunftsfähigen Energieversorgung Energiepolitisches Hintergrundgespräch der Robert Bosch GmbH 14. März 2012 Christof Timpe, Tanja Kenkmann Öko-Institut
Dezentral, ressourcenschonend, effizient: Bausteine einer zukunftsfähigen Energieversorgung Energiepolitisches Hintergrundgespräch der Robert Bosch GmbH 14. März 2012 Christof Timpe, Tanja Kenkmann Öko-Institut e.v. Freiburg/Darmstadt/Berlin Quelle: Berechnung des Öko-Instituts auf Basis von Prognos (2010) und Nitsch et al. (2010) Bausteine einer zukunftsfähigen Energieversorgung Szenario für eine gemäßigt dezentrale Energiezukunft Deutschlands bis zum Jahr 2050 Nettostromerzeugung in Deutschland 2 Szenario für eine gemäßigt dezentrale Energiezukunft Deutschlands bis zum Jahr 2050 Vorrang für dezentrale Optionen, sofern zentrale Lösungen keine deutlichen ökonomischen oder ökologischen Vorteile bieten. Energieeffizienz: Senkung des Endenergiebedarfs um 43% erscheint möglich, bei Wohngebäuden um knapp 60%. Erneuerbare Energien: Ausbau bei der Stromerzeugung auf einen Anteil von 80%, im Wärme- und Kältesektor auf 50% denkbar. Treibhausgas-Emissionen: Reduktion um ca. 85% gegenüber dem Stand des Jahres Zusätzliche Investitionen: Schwerpunkt energetische Sanierung von Gebäuden (Schätzungen: 300 bis 600 Mrd. EUR bis 2050). Positive wirtschaftliche Effekte: Reduktion von Energieträger- Importen, Vorsprung bei Technologieentwicklung, Beschäftigungsgewinne. 3 Technologiefeld 1: Wohngebäude der Zukunft Ziel: Klimaneutralität des Gebäudesektors bis Energieeffizienz von Wohn- und Gewerbegebäuden erheblich steigern. Sanierungsrate im Gebäudebestand auf 2,5% p.a. erhöhen; Sanierungstiefe muss ab 2020 einem Passivhaus entsprechen. Verbleibenden Energiebedarf überwiegend durch Erneuerbare Energien decken. Endenergieverbrauch für Raumwärme in Wohngebäuden Quelle: Prognos (2010), Szenario IA 4 Quelle: Prognos/Öko-Institut (2009), Innovationsszenario Bausteine einer zukunftsfähigen Energieversorgung Technologiefeld 1: Wohngebäude der Zukunft Entwicklung der Beheizungsstruktur im Wohnungsbestand (in % der Wohnfläche) WB: Wohnungsbestand gesamt, EFH: Ein- und Zweifamilienhäuser, MFH: Mehrfamilienhäuser 5 Technologiefeld 1: Wohngebäude der Zukunft Der langlebige Kapitalstock an Gebäuden und Versorgungstechnik erfordert eine langfristig angelegte Strategie. Der bestehende Modernisierungsstau bei Heizungsanlagen muss überwunden werden. Idealerweise sollten Gebäudesanierung und Heizungssanierung zeitlich verknüpft werden. Bei objektiven Schwierigkeiten bei der Gebäudesanierung können auch vorgezogene Heizungssanierungen sinnvoll sein. In Kombination mit Photovoltaikanlagen können energieeffiziente Gebäude zu Energieplushäusern werden. Auch bei den elektrischen Haushaltsgeräten bestehen noch große Effizienzpotenziale (ca % bis 2030). 6 Technologiefeld 2: Energieeffizienz in der Industrie Energieeffizienzpotenziale in der Industrie: Isolierte vs. ganzheitliche Optimierung Quelle: TU Darmstadt 7 Technologiefeld 2: Energieeffizienz in der Industrie Bis zum Jahr 2030 könnte sich der industrielle Energiebedarf um etwa ein Viertel reduzieren, vor allem durch den Einsatz effizienterer Technologien und Prozesse. Große Potenziale bieten insbesondere Querschnittstechnologien wie elektrische Motoren und Pumpen, Druckluftsysteme, Beleuchtung und Kälteanlagen. Bei der Prozessoptimierung ist eine integrierte Herangehensweise wichtig, die energetisch sinnvolle Kaskaden einsetzt, z.b. durch Kraft-Wärme-Kopplung und Rückgewinnung von Abwärme. Spezialisierte Energie-Dienstleister können Unternehmen beraten und Investitionen in den Betrieben durchführen. Die Energieversorgung und die verwendeten Rohstoffe sollten sukzessive auf erneuerbare Quellen umgestellt werden. 8 Technologiefeld 3: Photovoltaik und Windkraft Erwartete Entwicklungen der Photovoltaik in Deutschland bis 2030 Quelle: Auswertung des Öko-Instituts 9 Technologiefeld 3: Photovoltaik und Windkraft Erwartete Entwicklungen der Windkraft in Deutschland bis 2030 Quelle: Auswertung des Öko-Instituts 10 Technologiefeld 3: Photovoltaik und Windkraft Erwartung aus dem Jahr 2010 zur Entwicklung der Stromgestehungskosten für Neuanlagen Aktuell geplante Vergütungen zum und zum Quellen: Nitsch et al. (2010), EEG-E 11 Technologiefeld 3: Photovoltaik und Windkraft Windkraft und PV werden wesentlich zum Erreichen der politisch definierten Ausbauziele für Erneuerbare Energien beitragen. Onshore-Windkraft wird bis 2020 verstärkt durch Repowering und den Ausbau in küstenferneren Bundesländern entwickelt. Offshore-Windkraft soll insbesondere nach 2020 den Kapazitätsausbau bei Wind tragen, bis dahin müssen aktuelle technische und administrative Probleme bewältigt werden. Bis zum Jahr 2020 kann eine Parität zwischen den Kosten von PV-Anlagen mit Speichern und dem Haushaltsstrompreis eintreten. Herausforderung: Weiterentwicklung des EEG für marktnahe Technologien (Onshore- Wind, später auch PV), so dass diese sich zu gegebener Zeit in einem (modifizierten) Strommarkt selbst refinanzieren können. 12 Technologiefeld 4: Stromspeicher Typisierung der relevanten Speichertechnologien Quelle: Robert Bosch GmbH 13 Technologiefeld 4: Stromspeicher Zentrale Herausforderung im künftigen Stromsystem ist der Ausgleich von Differenzen zwischen Erzeugung und Nachfrage. Die Lösung bietet eine intelligente Kombination von Stromspeichern, Steuerung dezentraler Stromerzeuger, nachfrageseitigem Lastmanagement und Netzausbau. Ein systematischer Ausbau von dezentralen und zentralen Speichern (Kurzfrist- und Langzeitspeichern) ist erforderlich. Hierzu stehen verschiedenste Technologien zur Verfügung, deren weitere Entwicklung kontinuierlich gefördert werden muss. Teilweise ergeben sich hierbei Synergien zur Elektromobilität. Der Einsatz von thermischen Speichern ermöglicht einen stromgeführten Betrieb dezentraler KWK-Anlagen. 14 Energiepolitische Handlungsempfehlungen 15 Energiepolitische Handlungsempfehlungen: I. Wohngebäude der Zukunft 1. Erhöhung der finanziellen Anreize für die energetische Gebäudesanierung 2. Weitere Verschärfung der energetischen Vorgaben für Gebäude 3. Weiterentwicklung des Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetzes 4. Maßnahmen zur Stromeinsparung bei Haushalten und Gewerbe 5. Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit und Information 16 Handlungsempfehlung Gebäude 1: Finanzielle Anreize für energetische Gebäudesanierung Als Flankierung für weiter verschärfte Mindestvorschriften für die energetische Sanierung von Gebäuden ist ein kontinuierlicher Förderetat von vsl. mindestens 10 Mrd. EUR p.a. erforderlich. Darüber hinaus sollten steuerliche Vorteile für diese Investitionen wieder eingeführt werden. Sofern die Sanierung der Gebäudehülle hierdurch nicht erschwert wird, sollten auch reine Heizungsmodernisierungen gefördert werden. Erneuerbare Energien sind soweit möglich einzubeziehen. Es sollte untersucht werden, ob die erforderlichen Fördermittel (analog wie beim EEG) haushaltsunabhängig durch eine Umlage auf die Preise fossiler Energieträger aufgebracht werden kann. 17 Energiepolitische Handlungsempfehlungen: II. Energieeffizienz in der Industrie 1. Einführung einer Mengensteuerung für Energieeffizienz für Energielieferanten 2. Verpflichtende Energiemanagement-Systeme für die Industrie 3. Intensivierung der Förderung von Energieeffizienznetzwerken 4. Prüfung der Einführung einer Wärmenutzungsverordnung, Wärmenutzungsgebot 5. Weiterführung / Weiterentwicklung Ökodesign und Labelling 18 Handlungsempfehlung Industrie 1: Mengensteuerung für Energieeffizienz Lieferanten von Energie an Letztverbraucher sollten verpflichtet werden, bei ihren Kunden Energieeffizienz-Maßnahmen durchzuführen. Dabei kommen insbesondere standardisierte Maßnahmen in Frage, z.b. bei industriellen Querschnittstechnologien. Alternativ zu eigenen Maßnahmen können die Verpflichteten Weiße Zertifikate zukaufen. Die Verpflichtung sollte Einsparungen in Höhe von zunächst 1,5% der gelieferten Energiemenge des Vorjahres umfassen und können später schrittweise erhöht werden. Somit kann ein dauerhafter, nicht von Haushaltsmitteln abhängiger Markt für Energiedienstleistungen geschaffen werden. 19 Energiepolitische Handlungsempfehlungen: III. Stromerzeugung aus Wind und Photovoltaik 1. Verbesserung und Weiterentwicklung des Marktdesigns im Strommarkt 2. Weiterentwicklung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 3. Entwicklung der relevanten Infrastrukturen, vor allem der Stromnetze 4. Verbesserung der Planungsgrundlagen für Windkraft und Photovoltaik 20 Handlungsempfehlung EE-Strom 2: Weiterentwicklung des EEG Aktuelle Diskussion um die PV-Vergütung: Entscheidend sind stabile, berechenbare Förderbedingungen. Auf kurzfristige Nachsteuerungen per Verordnung sollte verzichtet und stattdessen der atmende Deckel geeignet weiter geführt werden. Eine zusätzliche, einmalige Absenkung der Vergütung und künftige monatliche Degressionen sind in diesem Kontext grundsätzlich sinnvoll. Höhe und Zeitplan einer einmaligen Absenkung sowie einer evtl. Eigenverbrauchsregelung sollten jedoch korrigiert werden. Das gilt insbesondere hinsichtlich der Symmetrie ihrer Wirkung auf verschiedener Anlagengrößen. Erforderlich ist mittelfristig eine Umstellung insbesondere der PV-Förderung auf ein intelligenteres Vergütungssystem, das Preissignale aus dem Strommarkt sukzessive einbezieht. 21 Energiepolitische Handlungsempfehlungen: IV. Entwicklung von Stromspeichern 1. Stärkere Förderung von Speichern durch das EEG 2. Erleichterung des Einsatzes von Speichern im Stromnetz durch Netzbetreiber 3. Anschubförderung für dezentrale Speicher 4. Bereitstellung weiterer Fördermittel für technologische Innovationen 22 Handlungsempfehlung Speicher 1: Stärkere Förderung von Speichern durch das EEG Die künftigen EEG-Vergütungen sollten angemessene Anreize für den Betrieb von dezentralen Speichern setzen. Als Teil einer intelligenteren Förderung, insbesondere von PV-Strom, sollte daher mittelfristig ein deutlicher Anreiz zur bedarfsgerechten Einspeisung gegeben werden. Durch EEG oder andere Instrumente sollten auch räumlich von Erzeugern unabhängige Stromspeicher (ebenso wie nachfrageseitiges Lastmanagement) angemessen gefördert werden. Denkbar sind hierbei u.a. eine pauschale Prämie für vermiedene Netzausbaukosten und eine Ausweitung des Bonus für Systemdienstleistungen im EEG. 23 Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Christof Timpe Öko-Institut e.v. Freiburg - Darmstadt - Berlin Postfach 1771, Freiburg, Germany Tel.:
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