Kaiser Friedrich II. ( )

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Urban-Taschenbücher Bd 618 Kaiser Friedrich II. ( ) Herrscher, Mensch, Mythos Bearbeitet von Hubert Houben 1. Auflage Taschenbuch. 262 S. Paperback ISBN Format (B x L):
Urban-Taschenbücher Bd 618 Kaiser Friedrich II. ( ) Herrscher, Mensch, Mythos Bearbeitet von Hubert Houben 1. Auflage Taschenbuch. 262 S. Paperback ISBN Format (B x L): 11,4 x 18,5 cm Gewicht: 233 g Weitere Fachgebiete Geschichte Europäische Länder Zu Inhaltsverzeichnis schnell und portofrei erhältlich bei Die Online-Fachbuchhandlung beck-shop.de ist spezialisiert auf Fachbücher, insbesondere Recht, Steuern und Wirtschaft. Im Sortiment finden Sie alle Medien (Bücher, Zeitschriften, CDs, ebooks, etc.) aller Verlage. Ergänzt wird das Programm durch Services wie Neuerscheinungsdienst oder Zusammenstellungen von Büchern zu Sonderpreisen. Der Shop führt mehr als 8 Millionen Produkte. Einleitung Nur wenige mittelalterliche Herrscher sind so bekannt und umstritten wie der staufische Kaiser Friedrich II. ( ). Die von ihm in Süditalien erbauten Kastelle, allen voran das apulische Castel del Monte, beeindrucken noch heute die Italientouristen. An seinem Grab, einem mächtigen Porphyrsarkophag in der Kathedrale von Palermo, werden immer wieder Blumen niedergelegt, sowohl von Deutschen, für die Friedrich einer der letzten Vertreter der mittelalterlichen Kaiserherrlichkeit ist, als auch von Italienern, die den in ihrem Land geborenen und aufgewachsenen Sohn der Konstanze von Sizilien als einen der Ihren betrachten. Unumstritten war Friedrich nie. Sein starkes Engagement im Süden konnte auch als Vernachlässigung seiner Aufgaben in Deutschland gesehen werden, der aufwendige Kampf gegen die oberitalienischen Städte und das Papsttum als eine der Ursachen für den späteren Niedergang des Kaisertums. Hinzu kam, dass seine orientalisch anmutende Herrschaftsrepräsentation nördlich der Alpen nicht immer auf Verständnis stieß. Für den aus dem Baltikum gebürtigen deutschen Historiker Johannes Haller ( ), der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Tübingen lehrte, war Friedrich der erste Ausländer auf dem deutschen Throne. Ganz anders sah ihn dagegen der Heidelberger Mediävist Karl Hampe ( ): Für ihn war Friedrich II. der letzte jener deutschen Kaiser, der diesen Namen in vollem Umfange verdient, der, schon von den Zeitgenossen bezeichnet als das Wunder und der Umgestalter der Welt, in gewissem Sinne der Größte, zum mindesten die reizvollste und fesselndste Persönlichkeit unter unseren Kaisern war (Rektoratsrede von 1924). Begeistert von Friedrich zeigte sich auch Ernst Kantorowicz ( ), einer der originellsten Mittelalterforscher des 20. Jahrhunderts veröffentlichte er eine vom Dichterkreis um Stefan George ( ) beeinflusste, litera- 9 risch anspruchsvolle Biographie des staufischen Herrschers, die nicht nur bei den Fachkollegen Aufsehen erregte. Hier wird der Kaiser zum Traum Deutschlands überhöht, eines geheimen Deutschland, das sich nach einer übermenschlichen Führergestalt vom Format Friedrichs sehnte. Mit Adolf Hitler gelangte wenige Jahre später jedoch ein Führer an die Macht, der ganz anders war, als Kantorowicz und seine Freunde ihn sich vorgestellt hatten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Friedrich II. zunächst kein Thema mehr, auch wenn einzelne Mittelalterforscher, wie Hans Martin Schaller ( ), sich weiter mit ihm befassten und Biographien des staufischen Kaisers vor allem bei einem breiteren historisch interessierten Publikum Absatz fanden. Neuen Diskussionsstoff brachte 1988 das Friedrichbuch von David Abulafia, das eine Art Anti-Kantorowicz darstellt. Der englische Historiker vertrat die These, der Staufer sei ein ganz normaler mittelalterlicher Herrscher gewesen, der weder politisch noch kulturell neue Akzente gesetzt habe. Eine ausgewogene zweibändige, auf einer umsichtigen Analyse der einschlägigen Quellen und Literatur basierende Lebensgeschichte des staufischen Herrschers erschien schließlich 1992 bzw aus der Feder des Stuttgarter Historikers Wolfgang Stürner. Von ihr muss künftig jede weitere Beschäftigung mit Friedrich II. ausgehen. Neben diesen Friedrich-Biographien sind in den letzten Jahren eine Vielzahl von mehr oder weniger wichtigen Beiträgen erschienen, die im Zusammenhang der beiden Jubiläumsjahre zur Geburt und zum Tode Kaiser Friedrichs II. (1994/2000) vor allem in Italien publiziert worden sind. Dort wurde dem Staufer kürzlich auch eine Enzyklopädie (Enciclopedia fridericiana) gewidmet, eine Ehre, die sonst nur dem italienischen Nationaldichter Dante Alighieri ( ) zuteil wurde. In Deutschland gedachte man seiner erstmals Anfang 2008 in einer eigenen Ausstellung (Landesmuseum für Natur und Mensch, Oldenburg), die Friedrichs Gestalt in die Welt und Kultur des Mittelmeerraums einordnete und den Schwerpunkt auf die wissenschaftlichen Interessen des staufischen Kaisers legte. 10 Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Biographie zu schreiben. In der Regel folgt man dem Lebenslauf von der Geburt bis zum Tod, wobei hier und da Erörterungen über persönliche Vorlieben und Interessen eingestreut werden. Ich habe mich für eine andere Vorgehensweise entschieden. Im ersten Teil des vorliegenden Buchs wird die politische Geschichte Friedrichs als König von Sizilien und Deutschland sowie als römischer Kaiser und König von Jerusalem behandelt, die vor allem durch die Auseinandersetzung mit dem damals auf dem Höhepunkt seiner Macht stehenden Papsttum und den norditalienischen Städten gekennzeichnet ist. Im zweiten Teil geht es um den Menschen Friedrich. Dies mag den einen oder anderen Leser verwundern, denn in einer wissenschaftlichen Anspruch erhebenden Biographie eines mittelalterlichen Herrschers wird dieser Aspekt heutzutage meist nur am Rande behandelt, kaum aber eigens thematisiert. Dafür gibt es gute Gründe: Zum einen weiß der Fachmann, dass aus diesen lange zurückliegenden Jahrhunderten so gut wie keine Selbstzeugnisse vorliegen, die nähere Einblicke in die Psyche und den Charakter zuließen. Zum anderen ist klar, dass die mittelalterlichen Quellen nur selten individuelle Aspekte einer Person, in der Regel hingegen Stereotypen und Idealbilder mitteilen. Dennoch kann man versuchen, indem man eine Reihe von Indizien berücksichtigt und die Quellen gegen den Strich liest, sich ein Bild von der individuellen Persönlichkeit einer mittelalterlichen Herrscherfigur zu machen. Voraussetzung ist, dass eine genügend große Zahl von Zeugnissen vorhanden ist, die in dieser Hinsicht befragt werden können, wie dies bei Friedrich II. der Fall ist. Die Ergebnisse eines solchen Versuchs, dem mittelalterlichen Menschen nahe zu kommen, sind natürlich subjektiv, und dies in einem noch stärkeren Maße als es die Urteile des von zahlreichen Faktoren beeinflussten Historikers ohnehin schon sind. Der dritte Teil des Buchs widmet sich dem Mythos, der bei Friedrich II. eine besonders große Rolle spielt, wurde er doch bereits zu Lebzeiten von seinen Gegnern als Atheist, Ketzer, Vorläufer des Antichrist oder als Antichrist in Person dargestellt, während seine Anhänger ihn als Friedensfürst und 11 Messiaskaiser feierten. Auch nach seinem Tod schieden sich an ihm die Geister: ein Tyrann und Kirchenverfolger für die einen, ein Verteidiger der Schwachen und vorbildlicher Herrscher für die anderen. Noch Jahrhunderte nach seinem Ableben gab es Leute, die nicht an seinen Tod glauben wollten und hofften, dass er wiederkehre, um ihnen in schwierigen Zeiten beizustehen. Besonders in Süditalien und Sizilien lebt Friedrichs Mythos bis heute fort. Während die traditionelle Geschichtsforschung lange Zeit eine strenge Trennungslinie zwischen historischen Tatsachen und Legenden zog, neigt man heute dazu, Geschichte und Mythos als zwei besondere Typen der Erzählung von Vergangenheit anzusehen, die einander nicht vertreten und nicht ersetzen können, so der Berliner Historiker Michael Borgolte: Die Geschichtswissenschaft, die ihr traditionelles Geschäft der Mythenkritik durchaus fortsetzen muss, hat die Aufgabe, vergleichend auf jeweils andere Überlieferungsstränge hinzuweisen. Dies bedeutet, dass der Mythos Friedrichs II. in Italien und Deutschland eigens untersucht werden muss ein Mythos, der das Geschichtsbild des letzten staufischen Kaisers, das im Laufe der Jahrhunderte ohnehin starken Wandlungen unterworfen war, nicht unerheblich beeinflusst hat. Dem Versuch einer modernen Annäherung an einen mittelalterlichen Kaiser sind enge Grenzen gesetzt, denn bereits die zeitgenössische Geschichtsschreibung konstruierte und manipulierte das Bild eines Herrschers. Hinzu kommt die Unzuverlässigkeit des menschlichen Gedächtnisses, das die Erinnerungen nicht einfach abspeichert, sondern selektiert, kontinuierlich weiter verarbeitet und somit deformiert. Weiter bleibt zu beachten, dass die auf den Namen eines Königs ausgestellten Urkunden zwar seine Regierungstätigkeit dokumentieren, aber in der Mehrzahl Produkte der Kanzlei sind und nur selten vom Herrscher direkt diktierte Passagen enthalten, auch wenn wichtige Schriftstücke sicher nicht ohne seine Beteiligung abgefasst wurden. Begrenzt ist auch die Aussagefähigkeit der Bildzeugnisse, die in der Regel idealisierte Darstellungen vermitteln, und der Baudenkmäler, die nur indirekte Hinweise auf die Intentionen des Auftraggebers geben. 12 Muss der Historiker nach diesem auf den ersten Blick deprimierenden Befund resignieren und die Biographie der Belletristik überlassen? Wohl kaum. Er kann, wie Jacques Le Goff in seinem Buch über den französischen König Ludwig IX., den Heiligen ( ), gezeigt hat, versuchen, sich auf verschiedenen Wegen an das Objekt seines Interesses anzunähern, ohne den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit aufzugeben. Entscheidend ist, dass man beachtet, dass die zeitgenössischen Autoren weder den Willen noch die Möglichkeit besaßen, uns mit dem Individuum bekanntzumachen, das wir heute mit gutem Recht kennenlernen und verstehen möchten. Die mittelalterlichen Geschichtsschreiber entwarfen positive oder negative Modelle von Herrschern, die der Historiker dekonstruieren muss. Mit anderen Worten: Er muss die Quellen mit wissenschaftlichen, das heißt nachweisbaren und überprüfbaren Methoden kritisch hinterfragen (Le Goff). Dazu gehört es auch, zu untersuchen, ob das überlieferte Herrscherbild Elemente enthält, die im Gegensatz zu der Vorstellung stehen, die ein mittelalterlicher Autor der Nachwelt übermitteln will. Es bleibt dabei zu beachten, dass die historische Quellenkritik zwar mit wissenschaftlichen Methoden arbeitet, die Interpretation der Zeugnisse letztlich jedoch stets subjektiv bleibt. Das so gewonnene Bild einer historischen Gestalt ist in der Regel fragmentarisch und widersprüchlich; die vollständige Kenntnis des Individuums bleibt also eine Utopie. Der Autor einer historischen Biographie sollte sich deshalb davor hüten, die Widersprüche und Brüche einer Person zu glätten und ein geschlossenes Bild zu konstruieren, das es nicht gegeben hat. Zudem schreibt das Quellenmaterial dem Historiker, anders als dem Romancier, die Grenzen seiner Darstellung vor. Das heißt aber nicht, dass er sich auf eine Nacherzählung der Ereignisse beschränken muss. Es ist hingegen wichtig, Alternativen und Handlungsspielräume aufzuzeigen und die historische Persönlichkeit nicht von ihrem zeitlichen Kontext zu isolieren. 13 Im Unterschied zu Herrschern wie Karl dem Großen ( ), Friedrich I. Barbarossa ( ) oder Ludwig dem Heiligen, die Hofbiographen hatten (Einhard, Otto von Freising, Jean de Joinville), gab Friedrich II. keine offizielle Biographie in Auftrag, noch hat er autobiographisches Material oder gar Tagebücher hinterlassen. Die Nachrichten über seine Person müssen daher aus einer Vielzahl von verstreuten Zeugnissen zusammengestellt werden. Die wichtigste historiographische Quelle zur Regierung des Kaisers in Süditalien stellt die Chronik des Richard von San Germano (um ) dar, eines Notars, der zeitweise auch im Dienst Friedrichs stand. Sein von einem kaiserfreundlichen Standpunkt aus geschriebenes Werk bemüht sich um eine sachliche Darstellung der Ereignisse, hinter denen die Figur des Herrschers ganz zurücktritt. Mehr über die Person Friedrichs erzählen dagegen zwei geistliche Chronisten, in deren Geschichtswerken der Kaiser die Rolle des Protagonisten spielt: der englische Benediktiner Matthäus Paris ( ) aus der Abtei St. Albans (nordwestlich von London) und der italienische Franziskaner Salimbene de Adam ( /89) aus Parma. In der Fortsetzung der Chronik seines Mitbruders Roger von Wendover ( 1236) bezieht Matthäus dem staufischen Kaiser gegenüber keine eindeutige Stellung, sondern kommentiert die Ereignisse jeweils situationsbezogen (Sommerlechner), wobei er aus seiner Abneigung gegenüber der römischen Kurie, deren Finanzpolitik er kritisiert, keinen Hehl macht. Der Mönch aus St. Albans schrieb zwar weitab von den Schauplätzen der Geschichte, war aber durch seine guten Kontakte mit dem englischen Königshaus, aus dem Friedrichs dritte Gemahlin stammte, auch über die italienischen Ereignisse bestens informiert, wie die in seine Chronik eingearbeiteten Dokumente zeigen. Entschieden auf Seiten der Gegner Friedrichs stand Salimbene, der zwar erst einige Jahrzehnte nach dem Tod des Kaisers (ab 1282) seine Chronik begann, den Herrscher jedoch noch persönlich erlebt hatte. Für den italienischen Franziskaner war Friedrich ein unheilvoller und verworfener Mensch, Schis- 14 matiker, Ketzer und Epikureer, der die ganze Welt verdarb, indem er in die Städte Italiens den Samen des Zwistes und der Uneinigkeit säte, die bis zum heutigen Tag dauert. Damit spielt Salimbene auf die Kämpfe an, die sich nach dem Tod des Kaisers in Italien zwischen den Ghibellinen, wie sich die Anhänger der Staufer nach dem schwäbischen Waiblingen nannten, und deren Gegnern, den Guelfen, abspielten, die ihren Namen von den deutschen Antagonisten der Staufer, den Welfen, ableiteten und die auf Seiten der Päpste standen. Da der Franziskaner zu den letzteren gehörte, ist sein Bild des Kaisers stark von der antistaufischen päpstlichen Propaganda beeinflusst. Dennoch enthält seine Chronik einige interessante Anekdoten und ansonsten nicht überlieferte Details über Friedrichs Person, die zeigen, dass Salimbene trotz seiner Voreingenommenheit gegenüber dem Staufer sich dessen Faszination nicht ganz entziehen konnte. Leider verloren ist ein noch aus Friedrichs Lebzeiten stammendes Werk des Bischofs Mainardinus von Imola ( ), das nach Aussage des humanistischen Historikers Pandolfo Collenuccio ( ), dem es noch zur Verfügung stand, viele Dinge über Friedrich enthielt (ridusse in scritto molte cose di Federico). Während die zeitgenössische Geschichtsschreibung über den staufischen Herrscher also ziemlich begrenzt ist, liegen aus seiner Regierungszeit Tausende von Urkunden vor. Die Privilegien und Mandate, Gesetze und Rundschreiben ermöglichen einen guten Einblick in die Politik und Herrschaftspraxis. Aus den dreiundfünfzig Jahren der Herrschaft Friedrichs II. ( ) haben sich mehr als doppelt so viele Urkunden erhalten wie aus den achtunddreißig Jahren der Regierung seines Großvaters Friedrich I. Barbarossa ( ): Es handelt sich um über 2500 Privilegien und Mandate, was einen Jahresdurchschnitt von ca. siebenundvierzig Urkunden ergibt. Eine stattliche Zahl, wenn man bedenkt, dass aus der gesamten Regierungszeit Rogers II. von Sizilien ( ), Friedrichs Großvater mütterlicherseits, nur 140 Urkunden, also durchschnittlich 3,6 pro Jahr, bezeugt sind. 15 Bei der genannten Zahl von 2500 Urkunden Friedrichs II. sind die Mandate nicht mitgerechnet, die im Fragment eines Kanzleiregisters enthalten sind, das einen kleinen Einblick in die Produktion der Kanzlei gibt: Das Fragment enthält über eintausend Anweisungen des Kaisers in inneren Angelegenheiten des Königreichs Sizilien aus einem Zeitraum von gerade einmal sieben Monaten (3. Oktober Mai 1240). Damit ergingen pro Monat durchschnittlich ca. 140 schriftliche Befehle an die kaiserlichen Beamten, woraus man hochrechnen kann, dass in den letzten zehn Jahren der Regierung Friedrichs wohl alleine ca Mandate ausgestellt wurden, welche die innere Verwaltung des Südreichs betrafen. Wenn man bedenkt, dass aus den vorhergehenden Jahren der Herrschaft Friedrichs II. keine Register überliefert sind und dass die Register aus den zwei Jahrzehnten der Regierung Karls I. von Anjou als König von Sizilien ( ), die bis zu ihrer Zerstörung im Jahre 1943 im Staatsarchiv Neapel aufbewahrt wurden, mehr als Mandate enthielten, kann man sich eine Vorstellung davon machen, wie viel Quellenmaterial verloren gegangen ist. Außer Chroniken und Urkunden, Briefen und Rundschreiben, sind auch andere schriftliche Quellen zu berücksichtigen, so insbesondere das von Friedrich selbst verfasste Buch über die Falkenjagd. Nicht außer acht gelassen werden dürfen zudem die bau- und kunsthistorischen Zeugnisse: Programmatische Bauwerke wie das Brückenkastell von Capua und Castel del Monte, die der Kaiser in Auftrag gab, müssen ebenso nach ihrem Sinn befragt werden wie Bildzeugnisse, darunter etwa die Darstellung Friedrichs als lorbeergekränzter Caesar auf den berühmten Goldaugustalen. Folgen wir also nun Friedrich II. als Herrscher, Mensch und Mythos. 16 I Der Herrscher Zeittafel 1194 Dez. 26 Geburt Friedrichs II. in Jesi 1196 Wahl Friedrichs II. zum römisch-deutschen König 1197 Sept. 28 Tod Kaiser Heinrichs VI März 8 Wahl Philipps von Schwaben zum römischdeutschen König Mai 17 Krönung Friedrichs II. zum König von Sizilien Juni/Juli Wahl und Krönung Ottos IV. zum römischdeutschen König Nov. 28 Tod der Kaiserin Konstanze; Regentschaft Innozenz III. Innozenz III. ( ) 1208 Dez. 26 Beginn der selbstständigen Regierung Friedrichs II Sommer Heirat Friedrichs II. mit Konstanze von Aragón Okt. 4 Krönung Ottos IV. zum Kaiser 1210 Nov. 18 Exkommunikation Ottos IV Nov. Erneute Wahl Friedrichs II. zum römischdeutschen König Aufenthalt Friedrichs II. in Deutschland 1212 Krönung Heinrichs (VII.) zum König von Sizilien Dez. 5 Erneute Wahl Friedrichs II. zum römischdeutschen König (in Frankfurt) Dez. 9 Krönung Friedrichs II. zum römisch-deutschen König (in Mainz) 1215 Juli 25 Krönung Friedrichs II. zum römisch-deutschen König (in Aachen); Kreuzzugsversprechen 18
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