No going back. Roman. Bearbeitet von Stephanie Monahan, Ivana Marinovic

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No going back Roman Bearbeitet von Stephanie Monahan, Ivana Marinovic 1. Auflage Taschenbuch. 336 S. Paperback ISBN Format (B x L): 13,6 x 19,1 cm schnell und portofrei erhältlich
No going back Roman Bearbeitet von Stephanie Monahan, Ivana Marinovic 1. Auflage Taschenbuch. 336 S. Paperback ISBN Format (B x L): 13,6 x 19,1 cm schnell und portofrei erhältlich bei Die Online-Fachbuchhandlung beck-shop.de ist spezialisiert auf Fachbücher, insbesondere Recht, Steuern und Wirtschaft. Im Sortiment finden Sie alle Medien (Bücher, Zeitschriften, CDs, ebooks, etc.) aller Verlage. Ergänzt wird das Programm durch Services wie Neuerscheinungsdienst oder Zusammenstellungen von Büchern zu Sonderpreisen. Der Shop führt mehr als 8 Millionen Produkte. Stephanie Monahan NO GOING BACK Daniel Lenahan Stephanie Monahan hat Englische Literatur an der Binghamton University/New York studiert. Sie liebt Lesen und Schreiben, englische Popmusik und den Strand und lebt mit ihrem Mann in Massachusetts. Ivana Marinović, geboren 1980 in Esslingen, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und arbeitete mehrere Jahre als Lektorin in einem Jugendbuchverlag, bevor sie sich als freie Lektorin und Übersetzerin selbstständig machte. Stephanie Monahan no going back Aus dem amerikanischen Englisch vo n Ivana Mar inov ić Ausführliche Informationen über unsere Autoren und Bücher Deutsche Erstausgabe 2016 dtv Verlagsgesellschaft mbh und Co. KG, München 2014 Stephanie Monahan Titel der amerikanischen Originalausgabe: The Mean Girl Apologies, 2014 erschienen bei Entangled Publishing, LLC, Fort Collins This translation published by arrangement with Entangled Publishing, LLC through RightsMix LLC. All rights reserved. der deutschsprachigen Ausgabe: 2016 dtv Verlagsgesellschaft mbh und Co. KG, München Umschlaggestaltung: Frauke Schneider unter Verwendung eines Bildes von Getty Images, Valeria Schettino Lektorat: Ulrike Hauswaldt Gesetzt aus der Arno Pro 10,25/13 Satz: pagina GmbH, Tübingen Druck und Bindung: Druckerei C. H.Beck, Nördlingen Gedruckt auf säurefreiem, chlorfrei gebleichtem Papier Printed in Germany ISBN Für Jeff 1 Ich war gerade mittendrin, meine beste Freundin anzulügen, als ich das Lied hörte. Wir waren soeben im Brautmodengeschäft eingetroffen, wo Amber uns für unseren Anprobetermin anmeldete. Loris Aufmerksamkeit wurde von einer Vitrine mit glitzerndem Kopfschmuck abgelenkt und Sarah und ich schlenderten zum Schaufenster. Draußen war die Touristensaison über uns hereingebrochen. Pärchen hielten Händchen und stöberten durch die Antiquitätengeschäfte, Grüppchen von Mädchen mit gigantischen Bechern Eiskaffee spazierten lachend die Straßen entlang. Normalerweise brauchte man etwa zehn Minuten, um vom einen Ende Stoneburys zum anderen zu gelangen. Zwischen Juni und August konnten es vierzig werden.»freust du dich nicht total, wieder zurück zu sein?«, fragte Sarah. Sie lehnte sich an mich, legte den Arm um meine Schultern und drückte mich.»doch«, sagte ich. Das war die Lüge. Und das war der Moment, in dem ich das Lied hörte. Ich erkannte die Stimme nicht sofort als die seine. Sie war weicher als in meiner Erinnerung, die rauen Kanten abgeschliffen, doch irgendetwas an ihr zwang mich, innezuhalten und hinzuhören. Etwas Vertrautes. Ich hatte nur das Ende mitbekommen, als der Refrain sich wiederholte und verklang. Vom Text konnte ich nicht viel heraushören, nur die eingängige Melodie. Es war ein wirklich guter Song. 7 Danach meldete sich der Radiomoderator.»Danke fürs Zuhören bei Sunny 101.5, Stoneburys Sender mit den besten Hits! Das war unser Jack Moreland, aus Stonebury, Abschlussklasse von Es wurde auch höchste Zeit, dass unser Städtchen eine Berühmtheit hervorbringt, finden Sie nicht auch? Als Nächstes hören Sie den Verkehrs- und Wetterbericht!«Sarah drehte sich überrascht zu mir.»sag mal, Natalie? Hat der eben Jack Moreland gesagt?«also hatte sie es auch gehört. Das hier war kein unglaublich lebhafter Traum oder dergleichen.»ja, ich ich glaube schon.er hat mit uns den Abschluss gemacht!«ich nickte nur, da ich fürchtete, kein Wort herauszubringen.»das ist ja verrückt! Lori hast du das gehört?«lori kam herüberspaziert, und ihre Augen weiteten sich, als Sarah ihr von dem Lied erzählte.»ich kann nicht glauben, dass ich nichts davon wusste«, sagte sie beleidigt. Lori prahlte gerne damit, mehr über einen zu wissen als man selbst.»was ist los?«, fragte Amber, und abermals erzählte Sarah von dem Lied. Verhielt ich mich natürlich? Konnten sie mir anmerken, dass meine Beine weich wie Gummi waren und dass ich Gefahr lief, in die Vitrine mit den Tiaras zu kippen? Offenbar nicht, denn sie plapperten weiter, als sei Jack nur ein x-beliebiger Typ, den wir mal gekannt hatten, was in ihrem Fall wohl auch so war.»erinnerst du dich noch?«, fragte Lori, während Amber verwirrt dreinsah.»der Typ mit den karierten Flanellhemden, der immer und überall seine Gitarre mit sich herumschleppte?«jack Moreland und seine Wandergitarre. So hatten ihn meine Freundinnen genannt, ein dämlicher Spitzname, den sie jedoch für unglaublich witzig hielten.»hmm, also nein, ich erinnere mich nicht.«amber zuckte mit 8 den Schultern und schwang ihren Zopf auf die andere Seite. Dann lächelte sie mich an und rieb die Hände.»Also schön, du bist zuerst dran.«es war einer dieser Momente, in denen der Kopf ganz vernebelt ist und man weiß, dass man auf irgendwas zugeht, man sich aber nicht sicher ist, wie man sich bewegen oder gar dort hingelangen soll. Penny, die Verkäuferin, die etwas von einem Nachher-Foto aus einer Botox- Werbung hatte, führte mich an meinem Ellbogen in die Untiefen des Ladens, wo sich eine winzige Umkleidekabine befand. Dies war der Moment, vor dem ich mich den ganzen Morgen gefürchtet hatte, der Moment, in dem ich wieder in diesem Raum stehen würde. In der Highschool hatte ich in eben diesem klaustrophobisch anmutenden Kämmerchen gestanden und hatte mein Kleid für den Abschlussball anprobiert. Der Abschlussball. Drei Jahre lang hatte ich versucht, jenen Abend zu verdrängen. Die ganze Zeit über war es mir mehr als schwergefallen, nicht daran zu denken, und jetzt war es schlicht unmöglich. Auf merkwürdige Weise passte es, dass Jacks Lied nur Augenblicke zuvor im Radio gespielt worden war. Fast als wollte er mich daran erinnern, dass, obgleich die Zeit vergangen war, er irgendwo dort draußen immer noch existierte. Und dass er weder mich vergessen hatte noch das, was ich getan hatte.»kommen Sie raus, wenn Sie fertig sind«, sagte Penny. Sie machte die Tür zu und ließ mich allein zurück. Es ist nicht leicht, den Reißverschluss eines Kleides zu öffnen, wenn einem die Hände zittern. Ich konnte meine schweißnassen Handflächen nirgends abwischen. Die Kabine verfügte über drei Wandspiegel, und so starrten drei Ichs zurück, während ich mich in dem Kleid musterte. Es war grässlich, ein überreifer Gelbton, der Mädchen mit heller Haut und dunklem Haar Mädchen wie mich vollständig verblassen ließ. 9 Ich zögerte und lugte ums Eck, um nach meinen Freundinnen Ausschau zu halten.»oh, jetzt komm aber da raus!«, rief Amber. Sie wartete neben Lori und Sarah und Penny. Sie standen zu viert da, doch ich wartete nur auf Ambers Meinung. Nach all diesen Jahren erwischte ich mich immer noch dabei, wie ich nach ihrer Anerkennung lechzte, während ich mich gleichzeitig innerlich gegen Kritik wappnete. Vielleicht änderten sich manche Dinge ja nie, aber ich hatte geglaubt, ich hätte mich geändert. Seit ich zurück in meinem Heimatort war, war es jedoch nur zu einfach gewesen, in den Trott unserer alten Beziehung zu verfallen. Sie schwieg eine Sekunde.»Du siehst absolut hinreißend aus!wirklich?«sie nickte, und auch die anderen nickten.»es sitzt perfekt«, sagte Penny und kam näher, um es sich genauer anzuschauen.»ja! Sie wären dann so weit fertig.«ich meinte ein Lächeln zu erkennen und war erleichtert. Das letzte Mal, als wir vor einigen Wochen hier gewesen waren, hatte die Schneiderin nämlich so viele Nadeln in den Stoff gesteckt, dass ich mir nicht vorstellen konnte, wie danach noch welcher übrig sein sollte.»sie haben eben eine schwierige Figur«, hatte sie mir ganz nüchtern und mit einem Stirnrunzeln erklärt. Und Sie haben ein unglaubliches Taktgefühl, hatte ich bei mir gedacht. Ich hatte noch nie Schwierigkeiten gehabt, ein Kleid ordentlich auszufüllen. Es hatte Jahre gebraucht, bis ich aufhörte, mir zu wünschen, so makellos rank und schlank wie meine Freundinnen zu sein. Am Kleiderbügel hatte das Kleid einer Banane geähnelt, oben trägerlos und tailliert, nur nach unten hin etwas aufgefächert. Doch es war überraschend bequem, und das sollte es auch sein, angesichts des wohlbekannten Designernamens und der Summe, die ich dafür hatte hinblättern müssen. Lori hatte ihre letzte Anprobe bereits Anfang der Woche hinter 10 sich gebracht, daher blieb nur noch Sarah übrig. Während wir auf sie warteten, rief mich Lori zu den Hüten herüber.»mach mal ein paar Fotos ich will mein Profilbild updaten.«ich konnte Pennys lauernden Blick spüren, als Lori durch die Auslage mit den Hüten stöberte. Lori sah noch genauso aus wie damals winzig, sie reichte mir kaum bis zur Schulter, mit wallendem blondem Haar und den unverkennbaren Kreolen, die auch um ihre Handgelenke gepasst hätten. Hüte ließen sie zumeist aussehen, als würde sie mit den Klamotten ihrer Mutter Verkleiden spielen. Trotzdem gefielen ihr einige der Fotos, und ich schickte sie ihr aufs Handy.»Soll ich welche von dir machen?«, fragte sie.»lieber nicht, danke.ja, weißt du denn nicht, dass sie zur Hälfte Vampir ist?«, witzelte Amber, setzte einen pinkfarbenen Hut auf und besah sich prüfend im Spiegel. Sie war einer dieser Menschen, die in allem gut aussahen.»ich bin mehr so das Mädchen, das sich strikt hinter der Kamera hält«, entgegnete ich. SarahkamausderUmkleide.»Okay,Leute,wasdenktihr?«,fragte sie und wirbelte einmal herum. Penny schlug die Hände vor der Brust zusammen und seufzte.»ich liebe es. Wirklich! Das war eine ganz wundervolle Wahl.«Amber stand daneben und neigte den Kopf, während sie Sarah musterte.»es ist hübsch«, sagte sie schließlich.»aber denken Sie nicht, dass es hier etwas zu eng ist?«sie berührte Sarahs Taille, wo sich der Stoff ein klein wenig kräuselte.»ich kann die Schneiderin holen«, erwiderte Penny eilfertig. Sarahs Nasenspitze war knallrot angelaufen.»dieser eine Anwalt in der Kanzlei bringt immer Donuts mit «Penny war bereits ums Eck verschwunden. Sarah stand da und sah aus, als würde sie gleich in Tränen ausbrechen. Ich wollte ihr eben versichern, dass alles in Ordnung sei, als Amber sich bei mir unterhakte 11 und mich zu den Schuhen zog.»ich wollte dir noch sagen, wie sehr Peter die Verlobungsbilder gefallen haben. Vielen Dank.Oh, das freut mich.«amber hatte mich damit beauftragt, die Fotos zu machen, und obwohl ich ihr versichert hatte, dass es nicht nötig sei, hatte sie darauf bestanden, dafür zu bezahlen. Ich konnte nicht leugnen, dass es eine Win-win-Situation war. Ich hatte bereits versucht, einige Aufträge als freie Fotografin an Land zu ziehen, aber ohne ausreichend Erfahrung und Referenzen war das schwierig. Und ja, ich brauchte das Geld.»Noch etwas«, sagte sie.»ich bestehe darauf, deine Schuhe zu bezahlen.«sie sprach von den glitzernden High Heels, die wir drei als Brautjungfern tragen würden. Wir sollten sie heute noch abholen, und ich hatte mich die ganze Woche geistig darauf vorbereitet, meine Kreditkarte über den Tresen zu schieben. Die Teile waren toll, aber ich glaubte nicht an Schuhe, die mehr kosteten als meine Monatsmiete. Ich hatte das Sarah gegenüber beiläufig erwähnt, die ganz meiner Meinung war. Hatte sie Amber erzählt, was ich gesagt hatte?»das musst du wirklich nicht«, sagte ich.»ich möchte aber. Ich weiß, dass das letzte Jahr nicht das leichteste für dich war Ich möchte helfen.«mich beschlich dieses merkwürdige Gefühl wie schon damals in der Highschool, wenn sie mir Klamotten und Schminksachen schenkte, die sie selbst nicht mehr wollte üblicherweise mit dem Preisschild dran, und mich später bat, ihre Hausaufgaben für sie zu machen. Ich fragte mich, was ich wohl würde tun müssen, um ihr die Schuhe zurückzuzahlen. Aber dennoch war es ein weiteres Angebot, das nur schwer auszuschlagen war. Es war entwürdigend, dass ich die Einzige in der Gruppe war, die ein Almosen annehmen musste. Amber, Tochter eines Senators und gerade im Begriff, einen Medizinstudenten zu heiraten, um 12 irgendwann die Ehefrau eines Arztes zu sein, hatte sich noch nie Sorgen um Geld machen müssen. Sarah studierte Jura und arbeitete Vollzeit als Kanzleikraft, während Lori stolze Geschäftsführerin des familieneigenen Beauty- und Wellness-Salons in der Main Street war.»in Ordnung«, sagte ich schwach.»danke.«amber hakte sich wieder bei mir unter, so wie sie es getan hatte, als wir gemeinsam die Flure der Stonebury High entlanggelaufen waren. Ich hasste es, wie es mich, selbst jetzt noch, mit einem Gefühl der Wichtigkeit erfüllte, wenn sie so etwas tat. Wir schlenderten zu einer Schmuckvitrine. Amber gab Kommentare darüber ab, was ihr gefiel oder nicht, und ich nickte und pflichtete ihr bei, ohne wirklich zuzuhören. Jacks Stimme schwirrte in meinem Kopf umher, und ich konnte nicht anders, als an ihn und die Highschool zurückzudenken.»amber «, setzte ich an, doch mein Mund war trocken und nichts kam heraus. Ich räusperte mich und sagte ihren Namen noch einmal. Sie drehte sich ein wenig in meine Richtung, ihre Aufmerksamkeit immer noch auf den Schmuck geheftet.»denkst du je über die Highschool nach? Ich meine, darüber, wie wir damals waren?«über die Dinge, die wir den anderen angetan haben? Sie warf ihren Zopf über die Schulter und überlegte, dann endlich sah sie mir in die Augen.»Manchmal wünschte ich, ich könnte noch einmal zurück.«beinahe entfuhr mir ein Seufzer der Erleichterung. Also war es nicht nur ich, die sich wünschte, die Dinge ändern zu können. Vielleicht war sie während der letzten drei Jahre ebenfalls erwachsen geworden. Vielleicht konnten wir sogar Freundinnen sein echte Freundinnen.»Ich meine, wir hatten vielleicht ein Leben «Sie schüttelte den Kopf. Lächelte.»Alles, was wir tun mussten, war, halbwegs gute Noten zu bekommen, um uns unsere Eltern vom Leib zu halten. Der Rest bestand aus Klamotten und Partys und Jungs. Nie musste man sich um 13 irgendwelche Rechnungen kümmern, keine Sorgen weit und breit. Es war die beste Zeit unseres Lebens.«Und einfach so krachte die Last, die gerade begonnen hatte, sich von meiner Brust zu heben, mit voller Wucht zurück, wog schwerer als je zuvor. All das hier fühlte sich falsch an: wieder hier zu sein, in dieser Boutique in der Main Street; die Tatsache, dass ich überhaupt an Ambers Hochzeit teilnahm, wo wir doch kein Wort mehr miteinander gewechselt hatten, seit ich weggezogen war, um aufs College zu gehen. Als Sarah aus der Umkleidekabine trat und durch den Laden auf uns zukam, beugte sich Amber zu mir rüber.»und ich hatte wirklich geglaubt, wir müssten zum jetzigen Zeitpunkt keine Änderungen mehr vornehmen«, raunte sie.»ich weiß«, sagte ich. Die Antwort kam ganz automatisch. Meine alte Angewohnheit, ihr bereitwillig zuzustimmen, schien offenbar nicht gebrochen. Aber ich war nicht mehr jenes Mädchen, das versuchte, um jeden Preis zu gefallen und einer Meinung zu sein. Zumindest war ich es die letzten drei Jahre nicht gewesen. Doch nun, da ich zurück war, fühlte ich, wie ich mir selbst entglitt. Nun, da ich zurück war, wer war ich da eigentlich? Sarah schien peinlich berührt.»niemand hat mich gewarnt, dass man von Jura zunimmt.es sah wirklich nicht schlecht aus«, sagte ich.»es sind nur noch anderthalb Monate hin. Iss einfach keine von diesen Donuts mehr, okay?«amber lachte heiser. Sie ließ ihren schnippischen Bemerkungen immer ein Lachen folgen, sodass man sich nie sicher sein konnte, ob sie Spaß machte oder nicht. Meine Güte, allein der Klang beförderte mich geradewegs zurück in die Zeit, als ich siebzehn war. Als hätte ich gerade meine kratzige Polyester-Cheerleader-Uniform an und würde mich fragen, ob sonst noch jemand bemerkte, wie mies ich eigentlich als Cheerleaderin war. Penny bat Amber zur Kasse und Sarah und ich blieben allein zu- 14 rück.»ich kann es nicht glauben«, presste sie hervor.»das ist mir so peinlich. Hat sie sich sehr aufgeregt?nein, nein, alles in Ordnung.«Sie sah mich an, als glaube sie mir kein Wort, beließ es jedoch dabei. Wir schlossen uns Lori an, die immer noch bei den Hüten stand, und ich knipste ein paar Bilder von den beiden, wie sie sich gemeinsam in Pose warfen, bis Amber zurückkam. Sie schlang ihren Arm um mich, und ich tat mein Bestes, mir nicht anmerken zu lassen, wie gern ich mich aus ihrem Griff gewunden hätte.»dann bis später bei der großen Party!«Amber hatte darauf bestanden, eine Willkommensparty für mich auszurichten, obwohl ich keine wollte, obwohl ich ausdrücklich darum gebeten hatte, keine zu kriegen. Ich war seit drei Monaten zurück in Stonebury, und in dieser Zeit hatte ich einige meiner alten Bekannten in der Stadt wiedergetroffen, aber Amber meinte, ein Ereignis wie dieses verdiene eine offizielle Feier. Sie erklärte, sie wolle die Party schmeißen, sobald sie und Peter in das Haus gezogen wären, das sie gemeinsam gekauft hatten, und heute Abend stieg die Party. Es kostete mich unsägliche Mühe, die Muskeln in meinem Gesicht zu einem Lächeln zu verziehen, aber ich tat mein Bestes, unbekümmert zu wirken.»ich kann s kaum erwarten.«* Sarah und ich seilten uns von den anderen ab und spazierten zu der Wohnung zurück, die wir uns in Stonebury Heights teilten. Bei meiner Rückkehr war ich überrascht gewesen, wie schmal die Straßen waren, wie klein die Häuser, und wie eng sie beieinanderstanden. War es schon immer so gewesen, sah alles einfach nur kleiner aus, weil ich jetzt älter war? Vielleicht hatte es etwas damit zu tun, dass ich ohne meine Eltern zurück in meinem Heimatort war. Sie waren nach Iowa gezogen, als mein Vater während meines ersten Studienjahres dorthin versetzt 15 wurde. In den Semesterferien war ich immer zu ihnen geflogen. Ohne sie fühlte sich alles hier etwas fremd an, als hätte ich mir die ersten achtzehn Jahre meines Lebens bloß eingebildet. Eine junge Familie lebte in unserem alten Haus im Kolonialstil, Spielzeug war über den gesamten vorderen Garten verstreut, der Rasen verwildert. Es sah so gar nicht aus, wie ich es in Erinnerung hatte. Als wir in der Wohnung ankamen, zogen wir uns in unsere Zimmer zurück. Sobald ich die Tür hinter mir geschlossen hatte, schnappte ich mir meinen Laptop und setzte mich aufs Bett. In das Suchfeld des Browsers tippte ich Jack Moreland ein. Es war ein Spiel, das ich während der vergangenen drei Jahre immer wieder mit mir gespielt hatte Wo ist er jetzt?,dochbisheutewaren die einzigen Treffer, die aufploppten, ein Tiertrainer in Minneapolis und ein Typ, der über seine Hausprojekte im nördlichen Hinterland von New York bloggte. Dieses Mal aber brachte mich sein Name direkt zu seiner Website HOME. NEWS. ABOUT. LISTEN. Und darunter ein Foto. Als ich ihn noch kannte, hatte er karamellfarbenes Haar bis zu den Schultern, einen kleinen Ring in seiner Augenbraue, eine weiche Kinnpartie und lange Wimpern gehabt. Die Wimpern waren dieselben. Alles andere jedoch Sein Haar war kurz, kein Piercing mehr, sein Gesicht schmaler und kantiger. Die Gitarre über seiner Schulter war geblieben, es war die eine Sache, ohne die ich ihn kaum je gesehen hatte. Komisch, wie man sich an die Abwesenheit von jemandem gewöhnen konnte. Es hatte Tage gegeben, an denen ich mich fragte, ob ich mir seine gesamte Existenz in meinem Leben nur eingebildet hatte. Doch hier war er nun und blickte mir vom Bildschirm entgegen. Ich betrachtetedasbildeineganzeweile.eshattedieseleereinmirgegeben, dort, wo er gewesen war, aber ich hatte wohl gelernt, damit zu leben. Nun jedoch begann diese Lücke zu schmerzen, wie eine alte Wunde, die sich wieder öffnet. 16 Ich klickte auf NEWS. Demnächst verfügbar! war alles, was da stand. Ich ging auf ABOUT. Jack Moreland wuchs in einem winzigen Küstenort im nordöstlichen Massachusetts auf, doch heute nennt er die hell strahlenden Lichter von New York City seine Heimat. Sein ganzes Leben lang sa
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