Riesaer. NACHRICHTEN FÜR UNSERE STADT. Ausgabe Nr. 35/2013 Freitag, 6. September PDF

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Riesaer. NACHRICHTEN FÜR UNSERE STADT. Ausgabe Nr. 35/2013 Freitag, 6. September 2013 Kurz und bündig. Verkaufsoffene Innenstadt Der Fehlerteufel hatte sich in der vorigen Ausgabe in den Veranstaltungskalender
Riesaer. NACHRICHTEN FÜR UNSERE STADT. Ausgabe Nr. 35/2013 Freitag, 6. September 2013 Kurz und bündig. Verkaufsoffene Innenstadt Der Fehlerteufel hatte sich in der vorigen Ausgabe in den Veranstaltungskalender eingeschlichen: Am 8. September findet der verkaufsoffene Sonntag in der Riesaer Innenstadt, aber nicht im RIESA- PARK statt! Der RIESAPARK feiert erst am 6. Oktober seinen Centergeburtstag mit einem verkaufsoffenen Sonntag. Offene Kirchen Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, wird die Kirchgemeinde Bloßwitz-Mautitz die Kapelle in Seerhausen von 14 bis 18 Uhr öffnen. 15 Uhr gibt es Geschichte und Geschichten über die Kapelle zu hören. Auch die Kirche Leutewitz ist von 14 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Transfer mit Traktor Am 8. September stellt der Maler Axel Haußmann in der Oelsitzer Mühle und im alten Schulgebäude von Jahnishausen ab 10 Uhr seine Bilder aus. In Jahnishausen kann die Kirche ab 14 Uhr besichtigt werden. Seit Sonntagabend, Uhr, tickt es auf dem Turm der Jahnishausener Schlosskirche. Nach einem Konzert setzte Dieter Krauße vom Verein Historische Schlosskirche Jahnishausen die beiden neuen Uhren in Gang. Das war ein ganz besonderer Moment für die Mitglieder des Vereins, denn in den siebziger Jahren, als alles Verwertbare aus der damals aufgegebenen Kirche entfernt wurde, verschwand auch die Turmuhr. Im vergangenen Jahr bekam der Verein einen Riesaer Riesen für Kultur für sein Engagement um die Rettung der kleinen Kirche verliehen. Bei einem Essen, zu dem die» Zwei neue Uhren installiert Oberbürgermeisterin Riesenpreisträger und Stadträte eingeladen hatte, kamen die Pläne der Jahnishausener zur Sprache. Eine Turmuhr wäre toll, gestand die Vereinsvorsitzende Roswitha Mildner damals. Am Tisch saß Stadtrat Manfred Kuge, seines Zeichens Uhrmacher. Er stellte Sanierung der Schlosskirche Jahnishausen kam einen großen Schritt voran Es tickt im Turm Turmuhrbaumeister Steffen Höppner bei der Montage eines der beiden neuen Zifferblätter am Turm der Jahnishausener Schlosskirche. Foto: H.B. den Kontakt zum Turmuhren- Experten Ferner in Niederau her, der gern bereit war zu helfen, aus Alters- und Gesundheitsgründen dann dazu leider nicht in der Lage war. So aber war Bewegung in die Sache gekommen. Vereinsmitglied Dr. Brunhilde Smilowsky initiierte eine Spendensammlung und unterstützte das Vorhaben selbst mit einer bedeutenden Summe. Dieter Krauße sprach schließlich den Pirnaer Turmuhrbauer Steffen Höppner an, der die Turmuhren in Pausitz, Prausitz, Boritz, Leutewitz und auch in der Trinitatiskirche Riesa wartet und pflegt. Höppner ist inzwischen Rentner, erklärte sich aber zur Hilfe bereit. Geplant war ursprünglich nur ein Zifferblatt für Jahnishausen, aber Höppner erkannte an der Gestaltung der Öffnungen im Turm, dass da zwei Uhren hingehören und spendierte kurzerhand das zweite Zifferblatt. Die Firma Wilhelm aus Oelsitz baute die unentbehrliche Elektrik im Turm ein. Für die Mitglieder des Schlosskirchen-Vereins hat sich ein Traum erfüllt. Und nun? Jetzt würde es an der Zeit, die Dachentwässerung unserer Kirche in richtige Bahnen zu lenken, denkt Dieter Krauße schon weiter. H.B. Das Gröbaer Brückenfest findet am Sonnabend, 14. September, seinen Abschluss auf der Festbühne Uhr spielt hier die Geraer Band Tisnrup, und ab 21 Uhr sorgt die Beatles Cover Band The Roof Tops aus Dresden für Stimmung. Foto: P.G./Archiv Am 13. und 14. September findet das Gröbaer Brückenfest 2013 statt Feiern am Elbufer Das im Juni buchstäblich ins Wasser gefallene Gröbaer Brückenfest ist durch die Gröbaer für Freitag und Sonnabend, den 13. und 14. September neu organisiert worden. Unter dem Motto Wir bringen das Lachen zurück nach Gröba soll das Fest Mut machen, aber auch gegen das schnelle Vergessen der Flut angehen. Das gegenseitige Helfen hat im Stadtteil gut funktioniert, auch daran soll erinnert werden. Das Brückenfest findet auf dem Festplatz am Gröbaer Elbufer (Ende Kirchstraße) und auch am anderen Brückenkopf statt. Das Fest beginnt am Freitag, Uhr, mit Impressionen zur Schlossbrücke Gröba und deren Wiederaufbau. 20 Uhr startet die Eröffnungsparty mit der LOT-Rockband aus Dippoldiswalde. Am Sonnabend beginnen 14 Uhr die Aktionen für alle Generationen auf dem Festgelände unter anderem mit Niedrigseilgarten, Trampolin, vielen Spielen, Kinderschminken, Bau eines Sandsack-Swimmingpools und Kanufahrten. Besonderer Gast ist ab Uhr Pan Panazeh, ein Narr, Herzkasper, Klangclown, Geschichtenerzähler, Musiker, Poet, Schauspieler ein heiteres Programm für Groß & Klein mit Pausenverpflegung! news.aus-riesa.de Riesaer. Ausgabe Nr. 35/2013 vom 6. September 2013 Herzlichen Glückwunsch! Zum 101. Geburtstag Herzliche Glückwünsche zum 101. Geburtstag übermittelte die Oberbürgermeisterin Frau Ida Jentzsch, Felgenhauerstraße, die am 4. September 1912 geboren wurde. Zum 100. Geburtstag Herzliche Glückwünsche zum 100. Geburtstag übermittelte die Oberbürgermeisterin Frau Gertrud Uhlig, Straße der Freundschaft, die am 6. September 1913 geboren wurde. Zum 95. Geburtstag Herzliche Glückwünsche zum 95. Geburtstag übermittelte die Oberbürgermeisterin Frau Amanda Lück, Alleestraße, die am 6. September 1918 geboren wurde. Zum 90. Geburtstag Herzliche Glückwünsche zum 90. Geburtstag übermittelte die Oberbürgermeisterin Frau Marianne Körner, Am Krautgarten, die am 3. September 1923 geboren wurde. Zum Jubiläum Die Oberbürgermeisterin übermittelte Bäckermeister Matthias Jung und dessen Team zum 125-jährigen Jubiläum seiner Bäckerei die herzlichsten Glückwünsche. Lena Sundermeyer eröffnet die Jubiläumssaison von live vom balkon Die Musikreihe live vom balkon in der Erdgasarena startet in ihre Jubiläumssaison. Mit dem Auftritt von Lena Sundermeyer und ihrer Band beginnt am 15. September die zehnte Spielzeit! Zum Start im Herbst 2004 dachte beim Arenabetreiber FVG Riesa niemand an ein Jubiläum. Dem Publikum hochwertige Musik im intimen Rahmen zu bieten, war das Ziel, live vom balkon ins Leben zu rufen und ist es bis heute geblieben. Die Empore der Arena vermittelt durch ihre platzartige Gestaltung eine eigene Atmosphäre. Verbunden mit der von vielen Musikern gelobten Akustik eignet sich der Balkon Veranstaltungen im September Riesaer Hafencup Klangprobe lustig mit der Jubiläumstour 40 Jahre MTS Bewährte Mischung hervorragend für exzellente Darbietungen, ganz gleich ob Jazz, Blues, Soul oder Gospel. Die Mischung unterschiedlicher Genres genießt auch das Publikum. Den bewährten Mix auf hohem musikalischem Niveau bietet die FVG auch in der Herbstrunde der Jubiläums-Saison. Lena Sundermeyer aus Dresden steht für feinen Jazz mit Elementen des Pop. Am 13. Oktober bieten Dynamite Daze kraftvollen Blues mit Mundharmonika, am 10. November gastieren Heavy Classic auf dem Balkon mit rockiger Kammermusik. Am 22. Dezember swingen Götz Bergmann And His Gentlemen mit dem Publikum in die Weihnachtszeit. Die Konzerte beginnen stets 19 Uhr. Karten für live vom balkon gibt es für 12 Euro in der RIE- SA INFORMATION, bei der SZ, beim Wochenkurier und an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Mit dem Dreiklang-Abonnement für 30 Euro kann man mit einer persönlichen Anrechtskarte drei Konzerte live vom balkon genießen, jeweils inklusive eines Begrüßungsgetränks. Diese Karte gilt saisonübergreifend, ermöglicht dem Besucher also eine breite Auswahl. Das Dreiklang-Abo ist an der Abendkasse erhältlich. Kartentelefon: VERANSTALTUNGSKALENDER DER STADT RIESA Hafen Riesa Riesenhügel - - Trinitatiskirche Riesa - Nudelcenter der Teigwaren Riesa GmbH Trinitatiskirche Riesa wieder in der Stadthalle stern Kulturwerk e. V., Offenes Jugendhaus Riesa, Bahn- sowie Änderungen vorbehalten und Angaben ohne Gewähr. SEITE 2 - Anzeige - Stadtwerke Riesa und Sparkasse Meißen führen gemeinsames Festzinssparprodukt ein SWR und Sparkasse ermöglichen Bürgern Beteiligung an einer effizienten Energieversorgung Interessenten können den WertVOLL! -Vertrag mit Umweltbonus im Zeitraum vom 1. Oktober 2013 bis 31. Dezember 2013 in allen Riesaer Filialen der Sparkasse Meißen abschließen. Die Gesamtanlagesumme ist begrenzt, der garantierte Zinssatz liegt dafür weit über dem aktuellen Niveau. Wir empfehlen daher, sich schon jetzt von in unseren Filialen beraten zu lassen und mit der Entscheidung nicht zu lange zu warten, empfiehlt Rolf Schlagloth. Gemeinsame Sache für Riesa und seine Bürger: Stadtwerke-Geschäftsführer René Röthig und Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Rolf Schlagloth präsentieren das WertVOLL! -Festzinssparen WertVOLL! unter diesem Namen führen die Sparkasse Meißen und die Stadtwerke Riesa ab 1. Oktober 2013 ein nahezu risikofreies Festzinsspar-Produkt ein. Die Geldanlage ermöglicht es Riesaer Bürgern zudem, sich am Ausbau einer umweltfreundlichen Energieversorgung in Riesa zu beteiligen. Umweltfreundliche Energieversorgung: Riesaer Bürger können sich beteiligen Mit unserem Umweltbonus auf das Festzinssparprodukt der Sparkasse Meißen geben wir unseren treuen Kunden eine weitere Möglichkeit, sich am Ausbau einer effizienten und umweltfreundlichen Energieversorgung in Riesa zu beteiligen, sagt René Röthig, Geschäftsführer der Stadtwerke Riesa. Als Beispiele nennt er die hocheffiziente Strom- und Wärmeerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung oder den wirtschaftlichen Einsatz von Erneuerbaren Energien im Bereich der Wärmeversorgung. Eine quasi risikofreie Anlage mit höchst attraktivem Zinssatz Auf den Anlagebetrag gewährt die Sparkasse Meißen einen jährlichen Zinssatz von zwei Prozent für die Vertragslaufzeit von zehn Jahren. Über diesen garantierten Zinssatz hinaus erhalten Anleger, die im gesamten Vertragszeitraum von 10 Jahren Stromkunde der Stadtwerke Riesa sind, einen einmaligen Umweltbonus von zehn Prozent auf den Anlagebetrag. Der Kunde kann Beträge zwischen und Euro anlegen. Gemeinsam mit den Stadtwerken Riesa bieten wir eine quasi risikofreie Anlageform mit einem höchst attraktiven Zinssatz und einer fest definierten Laufzeit. Das Angebot zeigt, was möglich ist, wenn zwei starke, regionale Partner ihre Kräfte bündeln, sagt Rolf Schlagloth, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Meißen. Bei einem Anlagebetrag von Euro hat der Anleger nach zehn Jahren ein Vermögen von Euro angespart. Hinzu kommt der Umweltbonus der Stadtwerke Riesa von 100 Euro. Bei einem Anlagebetrag von Euro beträgt das gesparte Vermögen inklusive Umweltbonus dann Euro. Mit dem Umweltbonus honorieren wir auch die langjährige Treue unserer Kunden, so SWR-Chef René Röthig. SEITE 3 Riesaer. Ausgabe Nr. 35/2013 vom 6. September 2013 Besser als sein Ruf! Über Image, Trends und reale Wirklichkeit vom Wohnen im Plattenbau Begehrte Neubauten Es ist der 24. Januar 1979 für Roswitha und Rainer Triems ein denkwürdiger Tag. An diesem Mittwoch erhielt das junge Paar im damaligen Haus der Stahlwerker die Schlüssel für eine der 60 erst kürzlich fertiggestellten Wohnungen in der Bahnhofstraße 23 (damals Straße der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft). Gleich am nächsten Tag haben wir alles für den Umzug in die Wege geleitet, erinnert sich Frau Triems. Die junge Familie mit zwei Kindern gehörte damit zu einem begrenzten Kreis glücklicher Mieter, die von nun an den Komfort der Zentralheizung, eines Bades mit Wanne und WC, eines Balkons sowie eines Aufzugs genießen durften. Gratis dazu gab es noch den wunderbaren Ausblick über die Dächer der Stadt. In Zeiten von Wohnungsmangel und unzumutbarer Ausstattung des Altbestandes wurden die Neubauwohnungen schon vor ihrer Fertigstellung für viele Riesaer zum Objekt der Begierde. Das kann auch Roswitha Triems bestätigen: Die Freude war sehr groß, als uns das Wohnungsamt mittelte, dass wir für eine 3-Raum- Wohnung in der Bahnhofstraße vorgesehen waren. Mit zwei kleinen Kindern hausten wir vorher auf engstem Raum in einer Wohnung auf der Friedrich-List- Straße mit Ofenheizung. Die neue Wohnung mit einem großen Kinderzimmer war für uns wie das Paradies. Auch heute, mehr als 30 Jahre später, wohnt Frau Triems immer noch gern in ihrer 80 m² großen Wohnung: An einen Auszug habe ich in der ganzen Zeit nie gedacht, ich fühle mich hier wohl und die zentrale Lage ist einfach ideal. Rückblickend auf so viel Wohnkonstanz in einem sich so intensiv verändernden Umfeld meint die nette Ruheständlerin, dass sich in ihrer persönlichen Wahrnehmung lediglich der Zusammenhalt in der Hausgemeinschaft verändert hat. Das kann auch die ehemalige Hausverwalterin Kerstin Hoffmann und frühere Bewohnerin des Hauses bestätigen: Das Miteinander zu damaligen Zeiten war wirklich einmalig. Ich kann mich noch erinnern, wie meine Eltern gemeinsam mit anderen Mitbewohnern Kellergänge und die Glasfronten der Treppenhäuser gesäubert haben. Diese Form der Nachbarschaftshilfe gibt es heute meist nur noch unter den alteingesessenen Mietern, dafür aber sehr ausgeprägt. Frau Triems zum Beispiel hat bis vor kurzem für eine schwer erkrankte Nachbarin regelmäßig Mittagessen zubereitet, weiß Kerstin Hoffmann. Herausforderung: Wohnungsleerstand Mit der Bevölkerungsentwicklung nach der Wende änderte sich allmählich auch die Nachfrage nach Wohnraum. Der Leerstand erreichte in vereinzelten Objekten der Bahnhofstraße knapp 20 Prozent. Für Roland Ledwa, seit 1997 WGR-Geschäftsführer, bestand dringender Handlungsbedarf in Bezug auf das innerstädtische Wohnquartier. Hierbei galt es, die veränderten Wohnbedürfnisse bei der Planung zu berücksichtigen und dennoch wirtschaftlich zu sanieren. Dem Wunsch nach individuellem Wohnraum zu entsprechen, war sicherlich eine der größten Herausforderungen, erklärt er. Denn nicht zuletzt bewirkten gerade die standardisierten Grundrisse bei der industriellen Plattenbauweise die Ökonomie und Effizienz in der Herstellung und Montage. Insbesondere bei der im Jahr 2000 abgeschlossenen Sanierung der Bahnhofstraße 12 bis 34 gelang es dem Unternehmen, das Wohnungsangebot für Mieter mit gehobenen Ansprüchen zu erweitern, indem teilweise das Dach abgetragen und u. a. 13 Penthouse-Wohnungen mit Elbblick entstanden sind. Durch den Anbau separater Balkontürme konnten zudem die Küchen vergrößert und mehr Wohnkomfort erzielt werden. Ein Glücksfall für den Vermietungsservice im Unternehmen, dessen Anfragen für das besagte Objekt wieder sprunghaft in die Höhe schossen. Auch wenn es aufgrund des für Riesaer Verhältnisse neuartigen Begriffes der Penthouse-Wohnungen gelegentlich zu Verständnisschwierigkeiten kam, was sich z. B. darin äußerte, dass es ambitionierte Mietinteressenten gab, die sich nach einer Pentagon - Wohnung erkundigten. Doch auch jene Mieter wohnen nun seit über einem Jahrzehnt zufrieden in einer Wohnung des Objekttyps WBS 70. Insgesamt konnte der strukturelle Leerstand mit dem Umbau auf null reduziert werden. Vis-àvis zeichnet sich seit einiger Zeit ebenfalls wieder ein erfreulich positiver Nachfragetrend ab. Mietinteressenten unterschiedlichsten Alters wollen die Vorzüge des zentralen Wohnens genießen. Auch hier haben sich die Anstrengungen der Wohnungsgesellschaft bezahlt gemacht. Unaufhörlich haben sich die Mitarbeiter mit dem Wohnungsbestand in den markanten Häusern auseinandergesetzt und immer wieder neue Einrichtungsideen, speziell für Bad und Küche, umgesetzt. Neue Wohnkonzepte, angefangen vom jungen Wohnen im amerikanischen Stil mit offener Wohnküche, Tresen und LED-Deckenhinterleuchtung, bis hin zum altersgerechten Wohnen mit kleinen Alltagshilfen für Senioren, haben die Mus-terwohnungen das Image der Uniformiertheit längst widerlegt. Allgemein ist jedoch festzustellen, dass dem Plattenbau häufig ein schlechter Ruf vorauseilt. Warum? Diese Tatsache ist sicherlich auch zum Teil der anfänglichen Berichterstattung in den Medien geschuldet, meint Roland Ledwa. Viel zu oft wurde von Großsiedlungen mit sozialen Problemen berichtet und die Wohngebiete als trist und grau stigmatisiert. Das 1978 erschienene Buch,Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, das die Situation drogenabhängiger Kinder und Jugendlicher im Berliner Bezirk Neukölln schildert, erweckte noch mehr das Bild von Hochhaussiedlungen als soziale Brennpunkte. In einem Bericht der Sächsischen Zeitung vom 21. Juli bekräftigte auch Axel Viehweger, Präsident des Verbandes sächsischer Wohnungsgenossenschaften: Das Image der Platte wurde gezielt kaputt gemacht. Dabei gab es in Riesa bezogen auf die soziale Herkunft der Mieter keine Probleme die Mieterklientel war stets ausgewogen. Hier wohnte der Arbeiter neben dem Akademiker, und auch heute noch wohnen Menschen unterschiedlichsten Bildungsstandes direkt nebeneinander. SEITE 4 So wie zum Beispiel die Lehrerin Margit Kämer und ihr Mann Peter. Beide waren 2009 auf Wohnungssuche und liebäugelten schon damals mit einer Wohnung in der Bahnhofstraße. Nicht unwesentlich war dabei der Wunsch nach einem faszinierenden Ausblick, den Peter Kämer als Hobbyfotograf natürlich in der 10. Etage des Hauses sofort entdeckte. Nach mehr als vier Jahren Häuslichkeit in der 3- Raum-Wohnung schätzen Kämers mittlerweile die Ruhe im Haus, die sie in der vorherigen Altbauwohnung vermissten. Es stimmt einfach das Gesamtpaket in dieser Wohnung, angefangen vom Preis-Leistungs-Verhältnis, der altersgerechten Ausstattung, dem Platzangebot bis zur netten Hausgemeinschaft, fasst Frau Kämer zusammen und fügt hinzu: Familie und Bekannte zeigten sich anfangs sehr überrascht, dass wir aus einem klassischen Altbau in dieses Objekt gezogen sind, bis sie die Wohnung gesehen haben. Dann sagten sie auf einmal gar nichts mehr. Ähnlich sieht es auch Vermieterin Ina Büttner: Wenn man vorurteilsfrei in ein solches Wohngebäude zieht, kann man schon bald die Vorzüge der DDR-Wohnungen genießen. Ein solch bemerkenswerter Vorteil sind auch bestimmte Fixkosten, die sich auf viele Wohneinheiten verteilen und damit die verbrauchsunabhängigen Nebenkosten deutlich senken. Damit wird das Wohnen auch für Geringverdiener interessant, wie Auszubildende oder Studenten. tigungstermin habe ich mich sofort in die Wohnung verliebt, und für mich stand fest: Diese Wohnung soll es werden. So begeistert wie Marcus Länder von den Vorzügen seiner Wohnung spricht, kann man ruhigen Gewissens behaupten, dass er bereits nach 30 Tagen Hochhausluft zum Plattenbaufan geworden ist. Eine Spezies, die dank engagierter Wohnungsunternehmen und des Förderprogrammes Stadtumbau Ost nicht vom Aussterben bedroht ist. Im Gegenteil: Immer mehr Wohnungssuchende schauen gezielt nach Angeboten in diesen Objekten. Ein Trend, der in Kleinund Großstädten gleichermaßen zu verzeichnen ist. Die Platte bekommt gerade einen guten Ruf, erläuterte die Pressesprecherin der Wohnungsbaugesellschaft Berlin Mitte, Steffi Pianka in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung im Juli So gut, dass auch Millionäre bereits Quartier in den Kulturdenkmälern am Berliner Gendarmenmarkt beziehen. Das Unternehmen hat dem Thema bereits eine eigne Internetseite gewidmet. Sie heißt jeder m² du und zeigt überaus interessante Einblicke in die Lebenswelten verschiedener Bewohner eines Berliner Hochhauses und vermittelt individuelle Gestaltungsideen für verschiedene Grundrissvarianten. Im Internet allgemein findet man inzwischen zahlreiche Themenseiten und Foren, die Wissenswertes und Interessantes über die DDR- Wohnkultur berichten, häufig mit Aha-Effekt (siehe Info-Kasten). Stadtumbau nimmt weiter Gestalt an Einen solchen Effekt erhofft sich WGR-Geschäftsführer Roland Ledwa auch für die Mieter und Mietinteressenten des Objektes Klötzerstraße 2 bis 10. Seit April diesen Jahres saniert das Unternehmen das Gebäude des Typs WBS 70 und wandelt die ursprünglich standardisierten Grundrisse zu kleinen Mieterparadiesen um. Die Zuschnitte werden so verändert, dass komfortable Bäder und Küchen mit etwa 10 m² Grundfläche entstehen. Zudem erfolgt eine wesentliche Veränderung der Objektfront. Die Balkone werden erweitert und mit Schiebeelementen aus Aluminium verschattet. (siehe Entwurfsskizze). Mit dem Sanierungskonzept setzt die WGR abermals neue Akzente im Stadtbild und sorgt weiterhin dafür, dass das Wohnen im Plattenbau in jeder Lebensphase attraktiv bleibt.
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