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Nr. 56 Oktober 2014 Magazin für Lehramtsanwärter/-innen Magazin für Referendare/-innen Z E I T M A N A G E M E N T F Ü R L E H R K R Ä F T E Hallo liebe Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter, liebe
Nr. 56 Oktober 2014 Magazin für Lehramtsanwärter/-innen Magazin für Referendare/-innen Z E I T M A N A G E M E N T F Ü R L E H R K R Ä F T E Hallo liebe Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter, liebe Junglehrerinnen und Junglehrer, aus zahlreichen Veranstaltungen und Gesprächen mit jungen Lehrkräften, die unsere Veranstaltungen besuchen, wissen wir: Besonders die vielfältigen beruflichen Herausforderungen fordern und belasten Menschen, die im Arbeitsfeld Schule tätig sind, enorm. Diese ELAAN-Ausgabe mit dem Thema Zeitmanagement soll euch daher ein paar wirklich gute Ideen und Tipps an die Hand geben, wie ihr euren (Schul-)Alltag besser planen und strukturieren könnt wir hoffen, euch wieder eine echte Hilfe zu sein. Aber sind wir doch ehrlich: Selbst ein noch so gutes Zeitmanagement kann den strukturellen Problemen, mit denen LAAs und Lehrkräfte zu kämpfen haben, nicht begegnen. Da fehlen gut ausgestattete Arbeitsplätze für Lehrkräfte und eine vernünftige Ausstattung an Schulen, sodass man zwangsläufig zu Hause arbeiten muss (und damit die so wichtige Trennung von Privatem und Beruflichem nicht möglich ist). LAAs haben seit der Verkürzung des Vorbereitungsdienstes noch weniger Zeit, sich auf Unterrichtsbesuche etc. vorzubereiten, und über die vielfältigen zusätzlichen Aufgaben, die ohne Entlastung immer wieder neu erfunden werden, könnte man jetzt noch vieles schreiben, dazu würde aber an dieser Stelle der Platz nicht reichen Als VBE sind wir jedenfalls nicht bereit, diese und viele andere Missstände, die uns Lehrkräfte belasten, hinzunehmen, und so lest ihr auch in dieser ELAAN- Ausgabe von unseren Bemühungen, in Gesprächen mit der Politik uns für euch einzusetzen. Denn als eure konsequente Interessenvertretung und größte Lehrergewerkschaft im Deutschen Beamtenbund sind wir auch außerhalb von Wahlkampfzeiten für euch da. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen! Steffi Hörstrup (Redaktion ELAAN) Matthias Kürten (Landessprecher AdJ) Der VBE NRW bei Facebook: Aus dem Inhalt 3 Zeitmanagement für Lehrkräfte 10 Zeitmanagement on Tour 12 Leserbrief: Unliebsamer Besuch 13 Nachrichten 20 Berichte aus dem AdJ-Landesvorstand 22 AdJ-Praxistage Rechtsfragen für junge Lehrkräfte: Belohnungen & Geschenke 28 Rezensionen 30 Tipps und Nachrichten Impressum E[LAA]N Zeitschrift für Lehramtsanwärter/-innen und Referendare/-innen der Arbeitsgemeinschaft der Junglehrer/-innen (AdJ) im Verband Bildung und Erziehung e. V. (VBE) erscheint viermal im Jahr im VBE Verlag NRW GmbH, Westfalendamm 247, Dortmund Telefon (0231) , Fax (0231) Internet: Herausgeber: AdJ im Verband Bildung und Erziehung e. V. (VBE) Landesverband Nordrhein-Westfalen Westfalendamm 247, Dortmund Telefon (0231) , Fax (0231) Internet: Schriftleitung: S. Hörstrup, M. Kürten (V. i. S. d. P.) Redaktion: M. Kieslinger, S. Hörstrup, M. Kürten (V. i. S. d. P.), A.-K. Ostermann, S. Rausch, K. Ruthenschröer, H.-G. Scheidle, V. Schmidt, C. Schumacher Layout: myserver.de GmbH in Zusammenarbeit mit Kirsch Kürmann Design, Dortmund Illustration S.3 und 4 mit Elementen aus: Janfilip shutterstock.com Druck: L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG Druckmedien, Marktweg 42-50, Geldern Verlag: dbb verlag gmbh, Friedrichstraße 165, Berlin, Telefon (030) , Fax (030) , Internet: Abonnement 18,00 EUR, Einzelheft 6,00 EUR, zzgl. Versandkosten Anzeigen: dbb verlag GmbH, Mediacenter, Dechenstr. 15 A, Ratingen Tel.: (02102) , Fax: (02102) , Anzeigenleitung: Petra Opitz-Hannen, Tel.: (02102) Anzeigenverwaltung: Britta Urbanski, Tel.: (02102) Anzeigentarif in Nr. 8 vom Die Artikel werden nach bestem Wissen veröffentlicht und er heben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Rechtsansprüche können aus den Informationen nicht hergeleitet werden. Die Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Ein Nachdruck, ganz oder teilweise, ist nur mit der Genehmigung der Redak tion, die wir gern erteilen, zu gezeichneten Beiträgen mit der des Verfassers, bei Zusendung eines Belegexemplars gestattet. Die Redaktion freut sich über Beiträge in Form von Unterrichts - entwürfen, Arbeitsblättern, Berichten, Leserbriefen, Karikaturen, Fotos etc. zwecks Abdruck in E[LAA]N zur Verfügung zu stellen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte übernehmen wir keine Gewähr. Die Einsender erklären sich mit einer redaktio nellen Prüfung und Bearbeitung der Vorlage einverstanden. Die Rücksendung erfolgt nur, wenn ausreichendes Rückporto beiliegt. Die Besprechung ohne Aufforderung zugesandter Bücher bleibt der Redaktion vorbehalten. Die namentlich gekennzeichneten Artikel geben die Ansicht der Verfasser wieder und entsprechen nicht in jedem Fall der Redaktionsmeinung. Alle in den vorliegenden Texten verwendeten Personen bezeichnungen weiblicher oder männlicher Form meinen stets auch das jeweils andere Geschlecht. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. ISSN-Nr.: VBE E[LAA]N Nr. 56/2014 Zeitmanagement ist die Kunst, seine Zeit optimal zu nutzen. Zeitmanagement für Lehrkräfte Sinnvoll organisieren Der eine oder andere mag denken, dass gerade Lehrkräfte einen vorstrukturierten Unterrichtsalltag haben, welcher zeitlich klar durch die Stundentaktung, festgelegte Konferenzen, Elternsprechtage, Fortbildungen, Ferienzeiten usw. vorgegeben ist. Häufig wird die Auffassung vertreten, der Lehrplan gäbe dem Lehrer Unterrichtsinhalte vor und er könne, sobald er schon einmal ein Fach in einem Schuljahr unterrichtet hat, im nächsten Jahr auf seine vorbereiteten Unterlagen zurückgreifen und diese eins zu eins in seinem Unterricht einsetzen. Aber dem ist nicht so! Neue pädagogische Erkenntnisse, Änderungen der Lehrpläne, evaluierte Arbeitspläne, veränderte Konferenzbeschlüsse, wechselnde Fächerkombinationen im neuen Schuljahr sowie die Individualität der Lerngruppe lassen dies eben nicht zu. Welche Aufgaben stehen jeden Tag an? Neben dem Unterrichten, der Vor- und Nachbereitung von Unterricht, der Erstellung und Korrektur von Lernzielkontrollen stehen Unmengen an zusätzlichen Aufgaben auf der täglichen To-Do-Liste der Lehrkraft, die alle bewältigt, erledigt und bearbeitet werden müssen. Teilnahme/Mitarbeit: Lehrerkonferenzen Schulkonferenzen Zeugniskonferenz Dienstbesprechungen Klassenkonferenzen Elternstammtische Teambesprechungen ZUSÄTZLICHE AUFGABEN Zusammenarbeit mit Vorbereiten/Organisieren: Klassenfahrten/ -ausflüge Klassenfeste Tag der offenen Tür Lesetage Projektwoche Präsentationstage Ansprechpartner für Schulfest außerschulischen Elternabende Mobilitätsbeauftragte Partnern Elternsprechtage Meist fallen viele dieser Arbeiten auf den Abend, das Wochenende oder die Ferienzeiten, da der Unterrichtsalltag mit all seinen Aufgaben und Terminen voll ist. Und so hangelt sich der eine oder andere von Ferien zu Ferien oder von Schuljahr zu Schuljahr. Wer kennt nicht den aufkommenden Gedanken: In diesem Schuljahr nehme ich mir so richtig viel Zeit für das Thema XY!? Doch letzten Endes scheitert dieses Vorhaben oft an all den anderen Anforderungen und Aufgaben, die einem der Unterrichtsalltag stellt. Es fehlt die Zeit! Aber Zeit, was ist das eigentlich? Ämter: Lehrerrat Mentoren Ausbildungsbeauftragter Eignungspraktikumkoordinatorin Gleichstellungsfragen Schon Albert Einstein hat gesagt: Zeit ist das, was man auf der Uhr abliest. Zeit ist weder käuflich noch kann sie gespart oder gelagert werden sie verrinnt ganz kontinuierlich und unwiderruflich. So ist Zeit scheinbar das am gerechtesten verteilte Gut auf Erden, denn jedem Menschen stehen 24 Stunden täglich zur Verfügung. VBE E[LAA]N Nr. 56/2014 3 Aber ganz so einfach ist es nicht, denn das Gefühl Zeit ist offensichtlich subjektiv. Die einen haben immer Zeit und die anderen sind dauernd im Stress und laufen der Zeit hinterher. So gilt es, ein gutes Zeit- und Organisationsmanagement zu entwickeln, damit letzten Endes die Arbeitslust nicht zum Arbeitsfrust wird. Mit einem guten Zeitmanagement werden Ziele strukturiert, der Arbeitsalltag organisiert, Stress vermieden oder gar abgebaut. So fühlt man sich selbst erfolgreicher und wird erfolgreich. Zeitdiebe stehlen Zeit Bevor Techniken des Zeitmanagements angewendet werden können, muss sich ein jeder über seine Zeitdiebe und Störfaktoren bewusst werden und den einen oder anderen aus dem Leben streichen. Wie ist Ihre Zeit besetzt? Mit Hilfe des Selbsteinschätzungsbogens auf Seite 8 können Sie Ihre Zeitdiebe herausfinden. Geben Sie Zeitdieben keine Chance und eliminieren Sie Ihre Zeitfresser und Zeitfallen. Seien Sie wachsam, denn Zeitdiebe können sich überall verstecken und sind vielfältig: Perfektionismus Unentschlossenheit Ungeduld Nicht Nein! sagen zu können Vergesslichkeit Unstrukturiertheit Aufgaben nicht zu Ende zu führen Ein unaufgeräumter Schreibtisch Ungeplante Gespräche Über Dinge immer wieder zu reden, aber nicht zu handeln Der Versuch, alles auf einmal zu erledigen Keine Ziele und Prioritäten zu formulieren bzw. falsche Prioritätensetzung Ziele müssen SMART sein Der Zeitfresser Nr. 1 ist, ziellos und planlos an das Schuljahr, an die Woche oder an den Tag heranzutreten. Ziele müssen gut überlegt sein und SMART sein, das heißt: S pezifisch Ein Ziel muss konkret und eindeutig formuliert sein. M essbar Die Erreichbarkeit des Ziels muss überprüfbar bleiben. A ttraktiv Ein Ziel sollte eine positive Veränderung aufzeigen. R ealistisch Ein Ziel muss möglich sein. T erminierbar Ein Ziel sollte bis zu einem konkreten Zeitpunkt umsetzbar sein. Techniken des Zeitmanagements Wenn Ziele, Aufgaben und Tätigkeiten gesetzt sind, gilt dies mithilfe eines guten Zeitmanagements umzusetzen. Verschiedene Techniken können dabei helfen: ALPEN-Methode, ABC- Methode, EISENHOWER-Prinzip und/oder PARETO-Prinzip: Eine Möglichkeit der Stressreduzierung ist es, durch die ALPEN-Methode nach Lothar J. Seiwert den Tagesplan zu strukturieren. Schreiben Sie alle zu erledigenden Tätigkeiten ungeordnet in einer To-Do-Liste auf, schätzen Sie die voraussichtliche Dauer für jede Aufgabe ab, räumen Sie Pufferzeiten für die Zeitdiebe ein und treffen Sie Entscheidungen. Die fünf Elemente der ALPEN-Methode sind: A ufgaben, Aktivitäten, Termine aufschreiben L änge bzw. Dauer der Aktivitäten schätzen P ufferzeiten reservieren E ntscheidungen treffen (Prioritäten, Delegieren) N achkontrolle Hierbei ist es wichtig, den Zeitaufwand realistisch abzuschätzen, sich ein Zeitlimit zu setzen und die Termine mit genauen Uhrzeiten zu notieren. Dabei sollte auf die 60:40-Regel geachtet werden. 60% der Arbeitszeit kann verplant werden und 40% bleiben als Zeitpuffer übrig, sodass unerwartete und spontane Tätigkeiten erledigt werden können. Die wichtigste Aufgabe ist allerdings das Setzen von Prioritäten, um so Wichtiges vom Unwichtigem zu trennen. Dabei kann die ABC-Analyse, ein sogenannntes Ordnungsverfahren nach H. Ford Dicki, helfen. Setzen Sie hinter Ihre Aufgaben die Buchstaben nach folgenden Kriterien: A : sehr wichtige und anspruchsvolle Aufgaben B : wichtige Aufgaben C : unwichtige Aufgaben (Kleinkram oder Routineaufgaben) 4 VBE E[LAA]N Nr. 56/2014 So werden die Aufgaben nach ihrer Wichtigkeit in einem Spaltensystem geordnet und sortiert. In einer weiteren Spalte wird die zur Erledigung benötigte Zeit notiert. Mit Hilfe der ABC-Analyse ist es möglich, Schwerpunkte bei der Arbeit zu setzen und unnötige Zeitinvestitionen zu vermeiden. Auch das EISENHOWER-Prinzip ermöglicht es, anstehende Aufgaben in Kategorien einzuteilen und Wichtiges zuerst zu erledigen bzw. Unwichtiges auszusortieren. Teilen Sie Ihre Aufgaben und Ziele in zwei Kriterien: Sind die Aufgaben wichtig oder unwichtig? Sind die Aufgaben dringend oder nicht dringend? Anhand dieser Kriterien wichtig/nicht wichtig und dringend/nicht dringend werden die zu bewältigenden Aufgaben in vier Quadranten verteilt: Eisenhower-Prinzip: wichtig/dringend: (Aktualität) Notfall, End-Termin-Hektik, Unterrichtsplanung, Konferenzen, Elterninfos wichtig/nicht dringend: (Qualität) Planung von Projekten, Fortbildungen wichtig nicht wichtig dringend heute noch bearbeiten delegieren nicht wichtig/dringend: (Routine) Tagesgeschäft, Sortieren, Internetrecherche, unangemeldete Gespräche nicht dringend in Zeitplan einordnen ignorieren nicht wichtig/nicht dringend:(verschwendung) Infoflut, Verquatschen, Herumsortieren sich früher oder später in den Quadrant wichtig/dringend, werden zu End-Termin-Hektik und verursachen demzufolge Stress. Tätigkeiten, die nicht wichtig/dringend (Aufräumen, Sortieren, Hausaufgabenkontrolle, Telefonate, s, Internetrecherche etc.) sind, stellen das Tagesgeschäft dar, können als Routineaufgaben bezeichnet werden und sind dem dritten Quadranten zuzuordnen. Möglichst viel sollte hier delegiert werden. Der letzte, vierte Bereich ist der Quadrant nicht wichtig/nicht dringend, wie einfacher Kleinkram (z. B. unnötiges Herumsortieren, zeitraubende Telefonate o. ä.). Diese Zeitfresser sollten außer Acht gelassen werden. Die Erfahrung zeigt, dass viele Menschen für dringende, aber nicht wichtige Aufgaben (Quadrant 3) bis zu 65% ihrer Zeit verwenden das ist entschieden zu viel. Mehr als 20% des eigenen Zeitbudgets sollte hierfür nicht investiert werden. Versuchen Sie, die Qualitätsaufgaben (Quadrant 2) sehr gründlich und zeitnah zu erledigen und dafür etwa die Hälfte Ihrer Arbeitszeit einzuplanen. Dieser Quadrant stellt Ihren Erfolg dar. 30% Ihrer Zeit sollten Sie für aktuelle Aufgaben (Quadrant 1) investieren und die Verschwendungsaufgaben (Quadrant 4) sollten durch eine gute Planung weitgehend wegfallen. Sollte Ihnen dies schwerfallen, sammeln Sie all diese Aufgaben in einem Stapel mit dem Namen Sonderaufgaben und arbeiten Sie an diesem Sammelsurium nur, wenn Sie wirklich nichts Besseres zu tun haben. Wenn Sie ein halbes Jahr nicht in die Unterlagen geblickt haben, schmeißen Sie die Dinge ungesehen weg. Schließlich kann das PARETO-Prinzip (oder 80/20-Regel ) helfen, sich seine Zeit sinnvoll einzuteilen. PARETO-Prinzip: aufgewandte Zeit Ergebnisse Aufgaben im Quadrant wichtig/dringend haben oberste Priorität und müssen sofort angepackt werden, denn sie sind von hoher Aktualität. Hierfür sollte man genügend Zeit einplanen. Darunter fallen beispielsweise Notfälle, Aufgaben mit einem Termindruck, Problemlösungen, bedeutende Entscheidungen oder wichtige Elterninformationen. Der Quadrant wichtig/nicht dringend hat eine entscheidende Bedeutung und zeugt von hoher Qualität, denn Projekte, Unterrichtsreihen, Elternabende oder Elternsprechtage müssen gut vorbereitet sein. Für diesen Bereich sollten feste Zeiten eingeplant und die zu erledigenden Inhalte sorgfältig bearbeitet werden. Denn alle Dinge, die sich in diesem Bereich befinden, verschieben 20 % 80 % 80 % 20 % Das PARETO-Prinzip besagt, dass 80% der Arbeit in 20% der Gesamtzeit erledigt wird (beispielsweise werden in Konferenzen 80% der Beschlüsse in 20% der Zeit gefasst). Die verbleibenden 20% benötigen wiederum 80% der Gesamtzeit und dienen nur noch der Perfektionierung. Viele Aufgaben VBE E[LAA]N Nr. 56/2014 5 erfordern nur eine 80%ige Lösung und nur wenige Dinge müssen bis ins letzte Detail perfekt geplant und durchdacht sein (z. B. die Erstellung eines neuen Arbeitsblattes; hier muss nicht jedes Bild perfekt sein). Es sollte genau überlegt werden, für welche Arbeiten sich der 100%ige Aufwand wirklich lohnt und bei welchen der 80%ige zufriedenstellend ist. Beispielsweise ist das Einüben von Ritualen in der Klasse besonders wichtig, denn hier wird die zunächst investierte Zeit, die vielleicht sogar als Zeitverlust empfunden werden kann, später zum Zeitgewinn für alle Beteiligten. Work-Life-Balance Das Arbeits- und Privatleben muss im Einklang stehen und bei allem was wir tun, muss die Work-Life-Balance mitschwingen. Diese muss sich immer die Waage halten, damit Krankheiten und dem Burn-out keine Durchfahrt gewährt wird. Ein Baum der Entscheidung So gestärkt können Entscheidungen gut gefällt werden und mithilfe des Entscheidungsbaumes richtig gefällt werden. Überlegen Sie sich eine Situation im beruflichen oder privaten Alltag und beantworten Sie folgende Frage/Fragen: Entscheidungsbaum: Sind Sie mit der Situation zufrieden? Ja Prima! Nein Können Sie die Situation ändern? Ja Change it! Nein Können Sie sich damit abfinden? Ja Love it! Nein Können Sie die Situation verlassen? Ja Leave it! Nein Work-Life-Balance: Frustration/Aggression Krankheit Körper Gesundheit, Entspannung Sinn Lebensphilosophie, Zukunftsfragen Lebens- Balance Kontakt Freunde, Familie Leistung/Arbeit Arbeitszufriedenheit, Erfolg Die Leistung, der Beruf, die Arbeit stehen für die Arbeitszufriedenheit, für den Erfolg, das Vermögen, den Wohlstand. Dem gegenüber steht der Körper mit seiner Erholung, Gesundheit, Fitness und Lebenserwartung. Auch der Kontakt zur Familie, zu Freunden muss ausgewogen sein, denn wir brauchen das Gefühl der Zuwendung und Anerkennung. Und zum Schluss schwebt der Sinn über allem und mit allem. Die Philosophie, die Religion, die Liebe, die Erfüllung und die Zukunftsfragen ruhen in uns und machen uns aus. Wenn das alles im Einklang ist, wird Stresshormonen keine Durchfahrt gewährt. Zeitmanagement in der Praxis Um vorausschauend zu planen, strukturieren Sie sich am besten am Ende eines jeden Schuljahres das kommende Schuljahr. Tragen Sie wichtige Termine des Schuljahres, Themen (siehe Arbeitspläne) und Lernzielkontrollen in den einzelnen Fächern, Projektarbeiten, Elternsprechtage, Feste des Jahreskreises, Bundesjugendspiele usw. in eine Schuljahresterminplanung ein. Positionieren Sie diese Übersicht sichtbar an Ihrem Arbeitsplatz oder in Ihrem Kalender. So behalten Sie während des gesamten Schuljahres den Überblick und verzetteln sich nicht mit unnötigen und unwichtigen Themen. Zwei Pultordner (31 Fächer für die Tage im Monat und 12 Fächer für die Monate im Jahr) können Ihnen zudem helfen, aufkommende Arbeiten innerhalb des Schuljahres im Überblick zu behalten. Sortieren Sie anfallende Arbeiten (Fortbildungsangebote, Elternabende, Unterrichtsreihenplanung, Vorbereitungen für den Tag der offenen Tür, Klassenfahrten, zu beantwortende s, Zeugnisschreiben usw.) zunächst in die Jahresmappe. Bedenken Sie dabei den Monat, in dem Sie die jeweilige Arbeit erledigen möchten. Sortieren Sie am Anfang eines jeden Monats die bevorstehenden Arbeiten in Ihre Monatsmappe. Beachten Sie auch hierbei den jeweiligen Tag, an dem Sie die Arbeit erledigen wollten bzw. müssen. So haben Sie täglich einen freien Schreibtisch, Papiere fallen Ihnen nicht mehrmals in die Hände und es entstehen keine hohen Stapel auf Ihrem Schreibtisch. 6 VBE E[LAA]N Nr. 56/2014 Georgios Kollidas - Fotolia.com Außerdem kann es helfen, wenn Ihre geplanten Unterrichtsreihen alltagstauglich sind, nicht mehr und nicht weniger. Wichtig ist, dass Sie wissen, dass Sie das Rad nicht neu erfinden müssen. Nutzen Sie Lehrerhandbücher, Anregungen von Kollegen oder bereits vorbereitete Unterrichtshilfen. Für Elternbriefe, Protokolle von Elterngesprächen und Checklisten (z. B. für Klassenfahrten) stellen Sie einen Ordner mit Formularen zusammen, der Ihnen die Arbeitszeit im jeweiligen Moment verkürzt. Und zum Schluss Erfolg hat drei Buchstaben: T-U-N! (Goethe) Setzen Sie sich zum Ziel, effektiv mit den für Sie anstehenden Aufgaben und Arbeiten in der Ihnen zur Verfügung stehenden Zeit umzugehen und diese zu realisieren. Setzen Sie sich klare Arbeits-, aber auch Freizeiten. Auch wenn der Beruf des Lehrers die Bereiche zuweilen fließend ineinander übergehen lässt, da vieles von zu Hause erledigt werden kann (Korrekturen, Unterrichtsvorbereitungen, Zeugnisschreiben, Telefonate u. v. m.), schaffen Sie sich bewusst Freiräume! Ein Tag in der Woche muss arbeitsfreie Zone sein. Hören Sie auf Ihren Körper und auf Ihre eigenen Bedürfnisse bzw. Ansprüche auf Ruhephasen, um unnötig eingesetzte Energien zu sparen. Jeder Körper benötigt Erholungsphasen, damit er in anderen Phasen produktiv sein kann. Finden Sie Ihre persönlichen Bedürfnisse heraus und nutzen Sie diese! Bei allem, was Sie bereits über das Thema Zeitmanagement wussten, was Ihnen noch einmal bewusst oder vielleicht völlig neu
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