Z E I T S C H R I F T 2015 / PDF

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Z E I T S C H R I F T 2015 / Einleitung Ob eine Sache gelingt erfährst du nicht, wenn du darüber nachdenkst, sondern wenn du es ausprobierst! Liebe Angehörige, liebe Behörden, liebe Freund_innen
Z E I T S C H R I F T 2015 / 2016 Einleitung Ob eine Sache gelingt erfährst du nicht, wenn du darüber nachdenkst, sondern wenn du es ausprobierst! Liebe Angehörige, liebe Behörden, liebe Freund_innen und Interessierte Wir haben es ausprobiert und bereuen es keine Minute, dass wir vor eineinhalb Jahren den Schritt wagten und die Lebensgemeinschaft Katzenhübel eröffnet haben. Zahlreiche Ereignisse, verschiedene bereichernde Begegnungen und die frohe Stimmung auf dem Katzenhübel bestätigen diesen Entscheid. Dank der engagierten Begleitungs- und Aufbauarbeit unserer Mitarbeitenden, der Persönlichkeiten unserer Bewohner_innen, dem grossen Vertrauen der Angehörigen und zuweisenden Stellen, dem Zutrauen der Behörde, dem Austausch mit anderen Einrichtungen und der grossartigen Unterstützung von Familie und Freundeskreis, wurde dies überhaupt möglich. Ihnen allen sagen wir ein ganz GROSSES Dankeschön! Aktuell leben drei Bewohner und eine Bewohnerin auf dem Katzenhübel, begleitet und betreut von einem Team von neun Mitarbeitenden. Mit dieser Zeitschrift geben wir Ihnen gerne einen Einblick in das Leben der vergangenen Monate. Der Katzenhübel lebt, wächst und laufend entsteht Neues. Wir hoffen, Sie mit unserer Freude und Begeisterung anzustecken und freuen uns über Rückmeldungen und Reaktionen. Cynthia Cavazzutti & Sandra Münger Geschäftsleiterinnen 3 Inhaltsverzeichnis Entstehungsgeschichte Seite 5 Das Team Seite 6 Die Bewohner_innen Seite 7 Kochen Seite 8 Unser Schaf Opal Seite 9 Country Festival Seite 10 Meine neue Arbeitsstelle Seite 11 Bauprojekte Seite 12 Wollverarbeitung Seite 13 Lagerwoche in Lüscherz Seite 14 Garten Seite 16 Unsere Katzen Seite 18 Golf Charity Turnier Seite 20 Feuerwehrübung Seite 21 Mein Praktikum als Quereinsteiger Seite 22 Ein Praktikumsbericht Seite 23 The power of Yoga Seite 25 Hobbys und Freizeit Seite 26 Retraite im Emmental Seite 27 Personal Seite 28 Jahresabschluss Seite 29 Schlusswort Seite 30 4 Die Entstehungsgeschichte Der Gedanke eine Lebensgemeinschaft für kognitiv beeinträchtigte Menschen auf einem Bauernhof zu eröffnen, schlummerte schon viele Jahre in mir. Die Idee entstand einerseits, weil ich jahrelang die Abschlussklassen in Heilpädagogischen Schulen unterrichtet habe und jeweils, wenn das Thema: Berufswahl/Übertritt in eine Erwachseneninstitution aktuell war, mit einer unbefriedigten Situation konfrontiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt kam bei vielen Schüler_innen der Wunsch auf, in Zukunft eine sinnbringende Arbeit mit Tieren und in der Natur ausüben zu wollen. Leider konnte für diejenigen, welche weder die Ressourcen für eine praktische Ausbildung, noch für eine Stelle in einem geschützten Arbeitsplatz hatten, nie ein solcher Platz gefunden werden. Es gibt zwar vereinzelte Möglichkeiten in anderen Kantonen, aber für die meisten Schüler_innen und Angehörigen waren dieses Angebote zu weit entfern von ihrem aktuellen Wohnort. Andererseits halte ich mich persönlich sehr gerne in der Natur auf und schätze den Umgang und das Zusammensein mit Tieren sehr. Beides hat auf mich eine wohltuende und ausgleichende Wirkung, berührt mich tief und zugleich stärkt es mich in meiner Persönlichkeit. Diese positive Wirkung konnte ich jeweils auch bei den beeinträchtigten Menschen beobachten, wenn ich mich mit ihnen in der Natur aufhielt oder sie Kontakt mit Tieren hatten. Zusätzlich überzeugen mich die kleinen, dezentralen Wohn- und Arbeitsangebote, da so die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben am Einfachsten möglich ist. Während meiner Tätigkeit für den Verein Chupferhammer wurde ich darin bestärkt, dass diese kleinen Angebote eine tolle Sache sind und es noch mehr davon benötigt. Zusammen mit Sandra Münger verfolgte ich diese Idee in den letzten Jahren immer konkreter. Wir machten uns auf die Suche nach einer geeigneten Liegenschaft, gaben für das gefundene Objekt ein Umnutzungs- und Umbaugesuch ein und machten gleichzeitig zahlreiche Abklärungen bei Ämtern, Behörden und Banken. Als wir dann im Frühling 2015 im Besitz von allen benötigten OKs waren und die kantonale Betriebsbewilligung in den Händen hielten, war der Startschuss gefallen! Cynthia Cavazzutti Sandra Münger und Cynthia Cavazzutti mit Hündin Alva und Heidschnucke Onyx 5 Das Team Während das Haus auf dem Katzenhübel umgebaut wurde, ging es auch darum ein Team zusammenzustellen. Nach zahlreichen Bewerbungen auf unser Inserat führten wir einige interessante Vorstellungsgespräche auf der Katzenhübel-Baustelle. Wir konnten Mitarbeiter_innen aus verschiedenen Fachrichtungen einstellen: Sozialpädagogik, Heilpädagogik, Sozialarbeit, Facharbeit Betreuung, Arbeitsagogik und Psychologie. Alle Mitarbeiter_innen lassen auch ihre Kenntnisse aus anderen Berufen und Hobbys einfliessen: Gärtnerin, Bäuerin, Textiles Werken, Malerin, Biobauer, Maurer. Zudem Yoga, Musizieren, Bauchtanzen, Kräuterkunde und vieles mehr. Diese Vielseitigkeit ist eine grosse Bereicherung für den Betrieb. Am 1. Oktober 2015 starteten wir mit einem Teamtag. Für alle Beteiligten war dieses erste Zusammentreffen spannend und es gab viel zu besprechen. Mit Elan und Begeisterung begannen wir nach dem Einzug unserer ersten Bewohner mit der Betreuungsarbeit. Das erste Jahr verging wie im Fluge. Das Team lernte sich durch die täglichen Arbeiten und die verschiedenen Thematiken der Bewohner_innen immer besser kennen. Im Herbst zogen wir uns für zwei Tage für eine Retraite ins Emmental zurück. Wir reflektierten unsere Arbeit, diskutierten über Haltungen und festigten unser Tun und Handeln. Daneben blieb genügend Zeit um auch das Gesellige miteinander zu leben. Am Ende des zweiten Tages, kamen die Bewohner_innen nach und ihre Themen wurden besprochen. In der Woche darauf wurden gegenseitig die kommenden Veränderungen und Anpassungen erläutert. Das Team stellt sich stets neuen Herausforderungen, sei dies in der agogischen Zusammenarbeit oder mit noch nicht alltäglichen Arbeiten rund um Haus, Hof und Tieren. Es ist toll mitzuerleben wie motiviert, wissbegierig und aktiv die Teammitglieder bei ihrer Arbeit sind. Herzlichen Dank euch allen, es macht grossen Spass mit Euch zu arbeiten. Sandra Münger & Cynthia Cavazzutti v.l.n.r. Ueli Meier, Clau Blum, Thomas Oehen, Dominik Nideröst, Roswita Schnieper mit Roana, Sandra Münger, Marc Bürgi, Sven Simone, Nina Wiederkehr, Sonja Bucher, Eleonora Schiess, Andri Käser. 6 Die Bewohner_innen Während der Umbauphase, verteilten wir unsere Flyer weitläufig, damit möglichst viele interessierte, kognitiv beeinträchtigte Menschen die Chance erhielten, auf dem Katzenhübel einen neuen Wohn- und Arbeitsplatz zu finden. Bald war es uns möglich, Gespräche mit Interessierten zu führen und ihnen den Katzenhübel und unser Konzept vorzustellen. Bestand eine grosse Möglichkeit, dass jemand auf dem Katzenhübel einziehen wollte und konnte luden wir die Personen jeweils direkt auf die Katzenhübel-Baustelle ein, um ein realistisches Bild von ihrem möglichen zukünftigen Wohn- und Arbeitsort aufzuzeigen. Michi und Thomas, welche heute auf dem Katzenhübel leben, waren beim ersten Besuch sichtlich verunsichert. Sie liefen durch die Baustelle und für sie war es nur schwer vorstellbar, dass hier einmal die Möglichkeit zum Wohnen und Arbeiten bestehen würde. Die Erstgespräche unterstützen wir mit vielen Piktogrammen, damit ihnen ein klein wenig bewusster wurde, welche Aufgabengebiete sie hier erwarteten. Zusätzlich liessen wir sie ein paar kleine typische Arbeiten verrichten. Auch unser Hund Alva übernahm bei diesen Treffen eine wichtige Rolle. Durch Alva konnten wir jeweils feststellen, ob die Bewohner_innen den Umgang mit Tieren mögen. Für Michi war es wichtig, dass eine Küche eingebaut wird. In dieser bewegt er sich heutzutage am liebsten. Thomas war heilfroh, als er bei seinem Einzug sah, dass hier durchaus ein Wohnen möglich war. Er fand: «Cool, hier kann man ja wohnen, es hat nun ein Badezimmer, Küche und Wohnzimmer», und eine sichtliche Erleichterung zog über sein Gesicht. Dass diese beiden jungen Männer den Schritt in die Ungewissheit gewagt haben, erfüllt sie heute mit Stolz. Die darauffolgenden Bewohner_innen hatten es bereits leichter. Sie konnten eine Schnupperwoche auf dem Katzenhübel verbringen und erhielten so Einblick in Aufgaben und Arbeitsabläufe. Für einige war das offene Haus, die verschiedenen Arbeitsfelder und die 1:3 Betreuung eine zu grosse Herausforderung. Es bot ihnen zu wenig Halt und somit konnten sie nicht aufgenommen werden. Zurzeit leben vier Bewohner_innen auf dem Katzenhübel. Sie haben sich sehr gut eingelebt und mögen die verschiedenen Arbeitsfelder - einige lieber als andere. Spannend sind vor allem die neuen Aufgaben, wie: Rasenmähen, Gartenarbeiten, Umgang mit Werkzeugen, Holzspalten, Tierpflege, Kochen, Waschen, Bügeln und vieles mehr. Neben dem Arbeiten und Wohnen ist für alle auch die Freizeitgestaltung sehr wichtig, sei es in den Ausgang gehen, an Festen teilnehmen, dem individuellen Hobby nachgehen oder einfach nur im Liegestuhl liegen und Nichts tun. Michi, Thomas, Nina und Dominik fühlen sich getragen, geniessen ihre Selbstbestimmung und sind glücklich und stolz, ein Teil der Lebensgemeinschaft zu sein. Ein grösseres Kompliment an unsere Arbeit können wir gar nicht erhalten. Herzlichen Dank euch vier! Sandra Münger & Cynthia Cavazzutti v.l.n.r. Michael Vogel, Thomas Oehen, Dominik Nideröst, Nina Wiederkehr. 7 Kochen Bei uns auf dem Katzenhübel gibt es dreimal täglich eine Mahlzeit. Beim Frühstück ist dies wie gewohnt, Brot, Käse, Joghurt, Milch und Kaffee. Wenn es in der Zeit liegt, machen wir mit den Bewohner_innen ein Brot oder Zopf. Das Mittagessen und Abendessen wird auf einem Wochen- Menüplan festgehalten. Dieser Menüplan wird von uns Mitarbeiter_innen erstellt. Beim Planen achten wir auf saisonale Produkte, ausgewogene Zusammenstellung und auf die Bedürfnisse der einzelnen Bewohner_innen und Mitarbeiter_innen. Einmal wöchentlich können die Bewohner_innen einen Essenswunsch einbringen, welcher dann bei der Planung berücksichtigt wird. Mithilfe dieses Planes gehen wir zweimal wöchentlich mit ihnen zusammen einkaufen. Zusätzlich nutzen wir die regionalen Angebote eines Bauern. Alle Bewohner_innen haben einmal wöchentlich einen Kochtag. Dann übernimmt diese Person jeweils das Zubereiten der Mahlzeit wie auch den Abwasch nach dem Essen mithilfe einer Betreuungsperson. Als Hilfsmittel beim Kochen haben wir Fotorezepte, die den Bewohner_innen den Ablauf bildlich darstellen und somit das Kochen vereinfachen. Die Küche ist gut ausgestattet mit Backofen und Steamer. Dazu hat es noch eine Küchenmaschine um vereinfacht Brote oder Kuchen vorzubereiten. Der Bewohner Michi Vogel liebt es auf dem Katzenhübel zu kochen. Er ist ein richtiger Gourmetkoch. Als ich ihn fragte, was er am liebsten macht beim Kochen, war seine Antwort: Fajitas zubereiten. Dies ist auch sein Lieblingsessen. Michi kocht am liebsten mit dem Induktionsherd. Dort hat er alles unter Kontrolle und kann mit der Holzkelle umherrühren und probieren. Ja, das macht er sehr gerne. Er möchte unbedingt mehr mit der Küchenmaschine arbeiten. Zum Beispiel Kartoffelstock darin zubereiten. Michi wäscht nicht gerne ab sagt er und trotzdem putzt er auch gerne am Abend die Küche blitzblank sauber. Voller Elan bereitet Michi die selbstgemachten Spätzli zu Mmhhh morgen wird gebruncht. Da macht Michi gerne einen leckeren Zopf. Süsses Gebäck macht Michi besonders gerne und zwischendurch probieren gehört dazu. Sonja Bucher mit MICHI VOGEL 8 Unser Schaf Opal NINA WIEDERKEHR 9 Country Festival IM APRIL 2016 GINGEN WIR ANS COUNTRY FESTIVAL IN UNTERKULM. DAFÜR ZIEHE ICH EXTRA MEINE COWBOYSTIEFEL UND COWBOYHUT AN. AM FEST HAT ES VERSCHIEDENE MARKTSTÄNDE UND ES HATTE SOGAR EINEN COIFFEUR. DIESES JAHR MÖCHTE ICH DORT MEINE HAARE SCHNEIDEN. AM ABEND ASSEN WIR WIE DIE COWBOYS. ES GAB POMMES MIT SPARE RIPS IN EINER WESTERNBAR. COUNTRY LINE DANCE MUSIK ZUM TANZEN. ICH HABE DIE GANZE ZEIT AUF DER BÜHNE GETANZT. ES WAR MEGA COOL. ES HAT MEGA SPASS GEMACHT AM COUNTRYFEST MIT DEN ANDEREN. DIESES JAHR MÖCHTE ICH WIEDER GEHEN. THOMAS OEHEN 10 Meine neue Arbeitsstelle Ich habe im April auf dem Katzenhübel angefangen zu arbeiten. Ich schätze meine Arbeit hier auf dem Bauernhof sehr. Was mir besonders gefällt, ist, dass der Mensch im Mittelpunkt steht. In meinen vorherigen «grösseren» Betrieben hat man dies nur gesagt aber nicht ausgelebt. Man hatte kaum Zeit für den Menschen, für die nötige Unterstützung und Begleitung. Hier kann ich dies ganz anders umsetzen. Ich schätze auch sehr, dass wir sinnvolle Arbeiten machen und diese dem Jahreskreis und der Natur angepasst sind. Das Säen von Samen im eigenen Garten, die Verantwortung für die Pflanzen übernehmen, sie zu giessen, zu jäten und das Gemüse am Schluss zu ernten und wenig später zu essen oder zu verarbeiten. all das ist Nahrung für die Seele. Oder die Arbeit mit den Schafen, zu sehen, wie unsere Bewohner aufblühen und die Tiere ihnen guttun. Was ich auch super finde, ist die abwechslungsreiche Arbeit. Einerseits das Wohnen, Haushalten, Einkaufen usw. und andererseits die Arbeiten mit den Tieren, das Bauen und das Pflegen der Umgebung. Ich erlebe den Katzenhübel als ein TEAM. Alle ziehen am gleichen Strick und jeder darf seine Ressourcen einbringen. Dies bringt uns weiter und stärkt uns gegenseitig. Dieser kleine Rahmen hat für mich Zukunft, da man viel mehr für den einzelnen Menschen machen kann und es eine sinnvolle Arbeit ist. Sven Simone 11 Bauprojekte Nachdem die Bauarbeiten im Wohnbereich fertig gestellt waren und wir fristgemäss einziehen konnten, kehrte nicht etwa Stillstand oder Ruhe ein. Sondern das Bauen ging in der Scheune und ums Haus herum los. Wir nutzten die Gelegenheit diese Arbeiten mit den Bewohner_innen zu tätigen. Somit erhalten sie das Gefühl hier auf dem Katzenhübel ein Zuhause mit Mitspracherecht gefunden zu haben. In der Scheune lagerten hunderte von Brettern und Balken. Diese verwendeten wir um eine neue Werkstatt aufzubauen. Wir sägten, nagelten, schraubten und frästen all dieses Holz zusammen zu einer grossen Werkstatt. Oberhalb der Werkstatt erstellten wir ein Holzlager. Um auf das Holzlager zu kommen, montierten wir eine Treppe, welche wir in Pfäffikon holen konnten. Diese Arbeiten dauerten ein Jahr. Bevor die Werkstatt fertig gestellt war, hatten wir schon neue Pläne, wie ein Gartenhaus erstellen für alle Gartengeräte und Gartenmöbel. Dieses Fertighaus hatten wir schnell erstellt. Wir bauten mit Platten einen schönen Platz, damit das Haus schön zur Geltung kommt. Es gab auch Zeiten, da hatten wir Baustillstand, weil wir für viele Gegenstände den richtigen Platz suchen mussten und vieles zwei oder dreimal in die Hände nehmen mussten. Wir bauten auch kleine Sachen im Haus um, wie Möbel und Kästen erstellen, Lampen montieren oder in die ganze Scheune Strom zu bringen. So wie ich das sehe hatten wir grossen Bauspass. Unser Motto war: «Selber machen bereitet Freude». Ueli Meier 12 Wollverarbeitung Vom Spätherbst bis zum Frühling wird am Donnerstagnachmittag hauptsächlich die Wolle der eigenen Heidschnucken-Schafe verarbeitet. Dies beginnt mit dem Waschen der Wolle. Wir nützten dazu die letzten warmen Herbsttage für diese Arbeit, welche wir im Freien machen. Wir legen die Wolle in eine grosse Wanne, füllen Wasser ein und drücken die Wolle mit einem Stöpsel gut durch. Die erste Wäsche gibt richtig schmutziges Wasser. Wir waschen bis die Wolle und das Wasser sauber sind und geben dem letzten Wasser ganz wenig Wollwaschmittel bei. Nun füllen wir die abgetropfte Wolle in alte Bettanzüge und lassen sie im Freien trocknen. Danach beginnt die Arbeit im Atelier. Wir zupfen die Wolle und karden sie mit der Kardmaschine. Wir mischen manchmal noch Wolle von Skuden- und Milchschafen sowie von Alpakas dazu. Die Wolle von den Heidschnucken alleine verfilzt nicht so gut. Weil ja nicht alle Bewohner_innen miteinander karden können, wechseln wir ab. Einige können schon filzen. Für das Nassfilzen gebrauchen wir die gekardete Wolle. Das Filzen mit den Händen braucht viel Kraft, darum wechseln die Bewohner gerne nach der Pause die Arbeit. Nachdem der Filzstoff getrocknet ist, werden die Ränder gerade zurechtgeschnitten und die Kanten mit dem Festonstich schön versäubert. Wir machen hauptsächlich Sitzdecken. Dies ist eine gute Grösse zum Filzen und findet an den Märkten guten Absatz. Im Dezember nahm ich das erste Mal einen Webstuhl in das Atelier Katzenhübel. Nina, Dominik und Thomas konnten ja schon alle weben! Ich war trotzdem sehr überrascht: sie setzten sich an den Webstuhl und konnten selbständig weben, Spuli machen, die Schussfäden einsetzen und die Kettfäden nachstellen. So war naheliegend, dass ich meinen zweiten Trittwebstuhl mitnahm und nun immer zwei Bewohner_innen weben können und ich für die Anderen Zeit finde, um eine anspruchsvolle Näharbeit mit der Nähmaschine zu machen. Marietta Sigrist 13 Lagerwoche in Lüscherz Am Sonntag 29. Mai ist es so weit. Mit zwei vollgepackten Autos plus Anhänger geht es los Richtung Westschweiz. Unser Zuhause für die nächste Woche: Ein Ferienhäuschen in Lüscherz am Bielersee. Das Häuschen hält, was es auf den Homepagefotos versprochen hat. Klein aber fein ist es und es liegt direkt am See. Uns gefällt es auf Anhieb. Jeden Morgen ist für die vier Bewohner_innen Ausschlafen angesagt. Während dem Brunch besprechen wir dann, worauf wir heute Lust haben. So gibt es jeden Tag einen Ausflug: Spaziergang auf der Petersinsel Fahrt mit dem Schiffs-Taxi Bowling Papiliorama in Kerzers Kino und Bärengraben in Bern Hallenbad in La Chaux-de-Fonds 14 Halbzeit am Mittwoch / es kommt Besuch / das Lagerteam wechselt: An diesem Tag reisen auf den Mittag fast alle vom Team an. Zur Feier des Tages gibt es Spezielles vom Grill: Fisch aus dem Bielersee direkt vom Fischer aus dem Dorf. Am Nachmittag gehen die Mutigsten im See baden. Brrrrr, der ist halt schon noch recht kalt um diese Jahreszeit. Immer am Abend kochen die Betreuer_innen ein feines Menu oder es wird grilliert. Und danach sitzen wir noch zusammen und spielen und musizieren. Am letzten Abend gehen wir auswärts Pizza essen. Das Restaurant in Lüscherz hat eine super nette, herzliche Wirtin. Sie schenkt uns Salat zur Pizza und zum Dessert noch den grössten Glace- Coupe, den wir je gesehen haben. Mmmmmh das war alles mega lecker Nina: «Ich hatte ein prima Zimmer. Überhaupt haben mir das Häuschen und die Gegend sehr gefallen. Spannend war es beim Fischer, Fische zum Grillieren abzuholen. Da waren mehrere Katzen, die schauten, ob sie auch noch ein feines Möckli erwischen.» Dominik: «Der See war so schön, wie das Meer.» Thomas: «Das Schoggispieli und zusammen Singen und Musik machen am Abend war cool. Und als am Mittwoch alle vom Team da waren, auch Cynthia und Sandra und Alva, das fand ich sehr schön.» Michi: erzählt heute noch von der kleinen, aber feinen Ferienhaus-Küche. Und wenn er vom Ausflug ins Hallenbad hört, zeigt sich ein breites Lächeln auf seinem Gesicht, stolz darauf, es auch ins tiefe Wasser geschafft zu haben. Es war eine rundum gelungene, tolle Woche mit super Stimmung!!! Clau Blum 15 Garten Ganz am Anfang mussten wir den Boden umgraben und den Weg mit Bodenplatten errichten. Wir durften von unseren Nachbarn die Bodenfräse ausleihen um den Boden richtig umzugraben. Nach dem der Boden umgeackert war, konnten wir die Beete ausmessen und markieren. Opal unser Lamm war noch sehr anhänglich und auf uns bezogen, so begleitete uns Opal im Garten. Der Boden musste immer wieder gelockert werden um die nächsten Setzlinge anzupflanzen. Dominik ist das Beet am Vorbereiten für die nächste Aussaat. Zum Teil war es im Hochsommer schon schön warm, so dass man viel Wasser trinken musste und am Abend froh um eine kalte Dusche war. Durch die körperliche Arbeit im Freien war man am Abend erschöpft und ging mit einer zufriedenen Müdigkeit ins Bett. Der Garten wird immer grüner und man sieht die ersten Erfolge von der harten aber schönen Arbeit. Viele Stunden haben wir jetzt schon im G
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