ZAHNÄRZTLICHE NACHRICHTEN SACHSEN-ANHALT. Februar Jahrgang 02/2017. Mit Beilage. PraxisTeam

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ZAHNÄRZTLICHE NACHRICHTEN SACHSEN-ANHALT Februar Jahrgang 02/2017 Mit Beilage PraxisTeam KulTOUR Telemania 2017 Er war einer der berühmtesten Komponisten seiner Zeit, doch schon bald nach seinem
ZAHNÄRZTLICHE NACHRICHTEN SACHSEN-ANHALT Februar Jahrgang 02/2017 Mit Beilage PraxisTeam KulTOUR Telemania 2017 Er war einer der berühmtesten Komponisten seiner Zeit, doch schon bald nach seinem Tode vergessen. An der Wiederentdeckung Georg Philipp Telemanns hat seine Geburtsstadt Magdeburg großen Anteil. Dort engagiert sich seit Jahrzehnten ein Arbeitskreis für die Telemannpflege und forschung. Das daraus hervorgegangene Telemann-Zentrum widmet seine Forschungen vor allem der Kirchen- und Passionsmusik, Werkdatierungen, Biographik, Erschließung unbekannter Werke und Bestände sowie den Beziehungen Telemanns zu seinen Zeitgenossen und seiner Stellung in der europäischen Musikgeschichte. Nun finden in Magdeburg zwar regelmäßig Veranstaltungen statt, die über Leben und Werk Georg Philipp Telemanns informieren und in deren Zentrum die Musik des gebürtigen Magdeburgers steht, doch 2017 herrscht hier eine regelrechte Telemania. Anlass ist der 250. Todestag von Telemann am 25. Juni Seine Vaterstadt will ihren großen Sohn, der in seinen Werken Elemente der französischen, italienischen und polnischen Musik vereinte, 2017 nicht nur durch musikalische Höhepunkte für ausgewiesene Konzertfreunde würdigen, sondern vor allem Freude an der (Neu)entdeckung des Komponisten wecken. Der Startschuss für das Telemann- Jahr 2017 fällt hier am 4. März in der Johanniskirche bei einem Festkonzert mit Startrompeter Ludwig Güttler. Am Tag darauf erklingen bei der 345. Sonntagsmusik im Schinkelsaal des Gesellschaftshauses Geistliche Vokalwerke und Kammermusik von Georg Philipp Telemann. Bei diesem Exklusivkonzert im Rahmen der traditionellen Konzertreihe für Alte Musik gastiert der weltberühmte Oratorien- und Liedsänger Klaus Mertens, der 2016 mit dem Telemann-Preis der Stadt Magdeburg geehrt wurde. Teilnehmer vergangener Internationaler Telemann-Wettbewerbe und Studierende bringen als neu gegründetes Ensemble Capella Melante am 17. März im Gartensaal des Gesellschaftshauses Werke aus Barockmusik für Kenner und Neuentdecker Erinnert 2017 an einen der berühmtesten Komponisten seiner Zeit und Sohn der Stadt: Die Telemann-Straßenbahn. Foto: Magdeburger Verkehrsbetriebe Telemanns berühmter Sammlung Musique de table zu Gehör. Am dritten März-Sonntag werden dann die Preisträger des 9. Internationalen Telemann-Wettbewerbs im Gesellschaftshaus Proben ihres Könnens demonstrieren. Mit seinen öffentlichen Runden und dem festlichen Abschlusskonzert gehört dieser Wettbewerb, der 2017 erstmals für Gesang ausgeschrieben wurde, vom 10. bis 19. März zu den Höhepunkten der Feierlichkeiten anlässlich des 250. Todestages von Telemann. Doch auch danach will Magdeburg Bewohner und Gäste der Stadt mit Telemann-Fieber anstecken, so am 24. Juni bei einer Langen Telemann-Nacht barockes Lebensgefühl, Weltläufigkeit, Lebensfreude und Spiel-Lust rund um den Europäer Telemann in den romantischen Klosterbergegarten zaubern. Als absolutes Novum soll vor einem Spiel des FCM in Absprache mit den einzelnen Fangruppen und der Vereinsführung die Musik Telemanns den Fußballfans wahrhaft zu Füßen gelegt werden: Am Mittelkreis, mitten auf dem Spielfeld, wird vor einem Spiel Telemann erklingen. Zudem wollen Künstler mit dem Fanbeauftragten der Fußballfreunde einen Telemann-Fanchor gründen. Auch das Allee-Center im Magdeburger Zentrum wird 2017 zum ungewöhnlichen Konzertort. Dort geben Schülerinnen und Schüler des Konservatoriums Georg Philipp Telemann jeden 1. Sonnabend im Monat um 13 Uhr Kostproben ihres Könnens. Die Telemann-Kulturstraßenbahn soll dazu beitragen, Telemann als einen einstigen Magdeburger wahrzunehmen. Auch durch Telemania 2017 will die Stadt selbst auf sich als potenzielle Bewerberin für den Titel Europäische Kulturhauptstadt aufmerksam machen. Immerhin war bereits ihr großer Sohn Telemann ein großer Europäer, der in zehn europäischen Städten lebte und wirkte. So haben sich auf Einladung von Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper Clausthal-Zellerfeld, Hildesheim, Leipzig, Żary und Pszczyna in Polen, Eisenach, Frankfurt am Main, Hamburg und die französische Hauptstadt unter dem Markenzeichen Telemann 2017 zu einem Telemannstädte-Netzwerk vereint. Mit einbezogen wird ein Brückenschlag zum Reformationsjubiläum 2017, reformierte Telemann mit seinen Kantaten die protestantische Kirchenmusik des 18. Jahrhunderts doch nachhaltig und setzte damit auch für seine Freunde Bach und Händel neue Standards. Mehr Informationen gibt es im Internet unter 2 INHALT ZAHNÄRZTLICHE NACHRICHTEN 02/2017 KulTOUR SACHSEN-ANHALT BÜCHERSCHRANK Barockmusik für Kenner und Neuentdecker...Seite 2 BAROMETER Wer kennt und nutzt CIRS dent?... 5 EDITORIAL Emotionen reichen nicht von Dr. Carsten Hünecke... 5 BERUFSSTÄNDISCHES Alles rund um die Endodontie Wissenswertes und Unterhaltsames beim 24. ZahnÄrztetag... 6 Versorgung wird immer schwieriger Bericht vom Neujahrsempfang der Heilberufler Magdeburger Kieferorthopäden müssen nach Brand neu anfangen Auch Tiere brauchen Zahnärzte Interview mit DGT-Präsidentin Martina van Suntum Sachsen-Anhalt hat Biss neue Aktion des Öffentlichkeitsausschusses von KZV und ZÄK RECHT KFO-Behandlungen: Vorsicht bei Abtretungsvereinbarungen Reizvolle Bilder, ganz ohne Worte FORTBILDUNG Reichenbach-Preis 2016: Erfassung der Aktivität kariöser Läsionen mittels Biolumineszenz MITTEILUNGEN DER ZÄK SACHSEN-ANHALT Gute Resonanz auf Herbstsymposium der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt Aus der Vorstandssitzung MITTEILUNGEN DER KZV SACHSEN-ANHALT Aus der Vorstandssitzung Beschlüsse der Vertreterversammlung Interview mit KZV-Justitiar Torsten Jahnel sind Zahnärzte korrupt? Seminarprogramm der KZV Sachsen-Anhalt SACHSEN-ANHALT Zum Titelbild: Lutherorte das Sterbehaus Martin Luthers in Eisleben Termine/Service MITTEILUNGEN DES FVDZ SACHSEN-ANHALT Gute Aussichten NACHRICHTEN UND BERICHTE Heilmittel-Richtlinie für Zahnärzte beschlossen Apothekenzahl auf Tiefstand seit FORTBILDUNGSINSTITUT E. REICHENBACH Fortbildungsprogramm für Zahnärzte Fortbildungsprogramm für Praxismitarbeiterinnen Titelbild: Fredi Fröschki, Lutherorte: Sterbehaus Martin Luthers in Eisleben 3 BAROMETER Zahnärzte besprechen Fehler lieber persönlich Sprechen Sie im Kollegenkreis über Misserfolge oder Fehlerquellen? 31,7 % 57,3 % 11 % ja, regelmäßig ja, selten nein Halten Sie ein Berichts- und Lernsystem wie CIRS dent für sinnvoll? 24,4 % ja 70,7 % nein 4,9 % weiß nicht Vor einem Jahr haben Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung im Rahmen der G-BA-Richtlinie über internes Qualitätsmanagement ihr gemeinsames Berichtssystem CIRS dent jeder Zahn zählt! gestartet. Zahnärzte können seitdem über die Online-Plattform www. cirsdent-jzz.de anonym, sanktionsfrei und sicher über unerwünschte Ereignisse aus ihrem Praxisalltag berichten, sich informieren und austauschen. Ziel ist es, aus den Erfahrungen Anderer zu lernen. Alle Praxen erhielten dafür per Post einen anonymen Registrierungsschlüssel. CIRS dent sei ein Erfolgsmodell, erklärte BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel auf der Bundesversammlung im vergangenen November. Innerhalb eines Jahres gab es ca Seitenaufrufe, mehr als 4750 registrierte Nutzer, 110 Berichte und 220 Kommentare, bilanzierte die BZÄK zum Jahresende Aber kennen und nutzen auch die Zahnärzte in Sachsen-Anhalt das Angebot? Das wollten wir mit dem aktuellen Barometer herausfinden. Die gute Nachricht vorneweg: Die hiesigen Zahnärzte machen aus ihrem Herzen keine Mördergrube, sondern sprechen mit Kollegen oder ihren Praxisteams, wie die Umfrage zeigte. 89 Prozent der Befragten sprechen im Kollegenkreis regelmäßig (31,7 Prozent) oder zumindest selten (57,3 Prozent) über eigene Misserfolge oder mögliche Fehlerquellen. Nur 11 Prozent gaben an, dies nie zu tun. Fast jeder Zahnarzt (93,9 Prozent) wertet Fehler praxis- % Haben Sie schon Berichte anderer Zahnärzte gelesen? 12,2 % Ja intern aus. 89 Prozent sprechen darüber auch mit ihren Praxismitarbeitern, entweder im Team (62,2 Prozent) oder im Einzelgespräch (26,8 Prozent). Nur 11 Prozent tun dies nicht. Aber per CIRS dent aus den Erfahrungen anderer lernen oder eigene Berichte schreiben? Das tun nur wenige der im Barometer befragten Zahnärzte. Nur knapp ein Viertel (24,4 Prozent) hält ein internetbasiertes Berichtssystem wie das von BZÄK und KZBV für sinnvoll 70,7 Prozent nicht. 4,9 Prozent antworten hier mit weiß nicht. Auch glaubt nur jeder zehnte Befragte, dass die eigenen Kollegen die Internetseite nutzen. Der Rest glaubt das nicht (86,6 Prozent) oder will sich nicht festlegen (3,6 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 87,8 % Nein 93,3 % Ja Werten Sie Fehler praxisintern aus? 6,1 % Nein Prozent). Entsprechend haben auch nur drei der 82 Befragten bzw. 3,7 Prozent bei CIRS dent einen Bericht verfasst, der Rest noch nie. Berichte anderer Zahnärztinnen und Zahnärzte gelesen haben immerhin schon 12,2 Prozent der Befragten. Der Großteil (87,8 Prozent) war aber noch nie auf der Internetseite. Was heißt das für CIRS dent? Jeder Fehler ist einer zuviel, und jeder öffentlich verfügbare Bericht darüber kann anderen helfen, sie zu vermeiden. Von daher ist ein Online-Berichtssystem richtig und wichtig. Das ergänzt, ersetzt aber nicht den persönlichen Austausch von Angesicht zu Angesicht, den offenbar viele Zahnärzte in Sachsen-Anhalt bevorzugen. n 4 Emotionen reichen nicht EDITORIAL Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Kampf um die besten Plätze beim Rennen um die Wählergunst im September hat bereits begonnen. Eifrig sind die Strategen in den Parteizentralen dabei, ihre Stellungen für den Wahlkampf auszuheben und erste Themenblöcke in den Wahlprogrammen zu formulieren. Vermutlich viel stärker als je zuvor wird dabei wohl darauf geachtet werden, die Emotionen und das Bauchgefühl der Wähler zu erreichen. Die Landtagswahlen 2016 und vor allem der Wahlkampf in den USA hinterließen Spuren. Ein Vorgeschmack ist der Hype, den die Nominierung von Martin Schulz als Kanzlerkandidat der SPD ausgelöst hat. Er zeigt, wie viel Psychologie dieses Mal darüber entscheiden kann, wer in den kommenden Jahren die für Deutschland aus meiner Sicht größte Bewährungsprobe seit Jahrzehnten zu bewältigen hat. Protektionismus und Abschottung sind für eine Exportnation gefährlich und gerade unser aktueller wirtschaftlicher Erfolg basiert auf Export. Daneben gilt es, einer Spaltung der Gesellschaft zu begegnen Martin Schulz stützte seinen furiosen Start nicht mit einer einzigen konkreten These dazu. Stattdessen bediente er sich Emotionen: Seinem Werdegang und der Gerechtigkeit, die er vermisst, insbesondere für die hart arbeitenden Menschen in diesem Land. Wer kann dazu schon Nein sagen? Auch ich bin der Meinung, mein Geld nicht im Schlaf zu verdienen, Ihnen wird es wohl ähnlich gehen. Vermisst habe ich seine Antwort, warum die SPD in den Regierungsjahren nicht massiv an der kalten Progression gearbeitet hat, einer großen Ungerechtigkeit, die wir bei jeder Erhöhung der Gehälter unserer Mitarbeiterinnen zu spüren bekommen. Immer ist die Freude angesichts der progressiven Abgabenlast getrübt. Das Spiel mit den Gefühlen der Wähler beherrschen aber auch die übrigen Parteien. Allerdings sollten Emotionen nicht Triebfeder für politische Entscheidungen sein. Scheinbar ist aber Gesundheitsminister Gröhe nicht frei davon: In Erwiderung der massiven Kritik am Ende Januar verabschiedeten GKV- Selbstverwaltungsstärkungsgesetz begründete Minister Gröhe auf der Bundesversammlung der BZÄK im Herbst vergangenen Jahres sein Gesetzesvorhaben auch mit dem Zuspruch, den er aus den Reihen der Ärzteschaft erfahren habe, endlich die Ungerechtigkeiten in der Selbstverwaltung, namentlich bei der Führungsspitze der KBV, beseitigen zu wollen. Die Sippenhaft ganzer Berufsstände also eine emotional motivierte Überreaktion? Bleibt zukünftig eine objektive, auf Fachund Sachkenntnis gründende, politische Meinungsbildung auf der Strecke? Zahnärzte machen sich strafbar, wenn sie in der Therapie wider besseres Wissens dem Verlangen ihrer Patienten nachgeben. Das haben jüngste Urteile erneut bestätigt. Abgesehen davon ist der Erfolg meist sehr kurzfristig. Liebe Kolleginnen und Kollegen, man wird in diesem Jahr sehr genau die Programme der Parteien studieren müssen, um zu erkennen, wofür sie wirklich stehen. Gesundheitspolitik wird dabei wohl nicht zum Nabel der Welt, der über den Wahlausgang entscheidet. Dennoch bedient beispielweise die Bürgerversicherung Emotionen, ohne zukünftige Struktur- und Finanzfragen der GKV lösen zu können. Demographie und medizinisch-technischer Fortschritt brauchen andere Antworten. Als Ihre Standesvertreter werden wir unsere von Fach- und Sachverstand getragenen Forderungen an die Parteien richten und abseits Von Dr. Carsten Hünecke Präsident der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt von Emotionen klare Aussagen einfordern, unter anderem zur Zukunft des freien Berufes Zahnarzt, zur Berufsausübung in eigner Niederlassung, zur wohnortnahen Versorgung, zur Förderung des zahnmedizinischen Nachwuchses, zur Selbstverwaltung usw. Ich denke, Sie sind wie ich auf die Antworten sehr gespannt. Ihr C. Hünecke 5 24. ZAHNÄRZTETAG SACHSEN-ANHALT Wohlklingendes zum 24. ZahnÄrztetag 24. ZahnÄrztetag Sachsen-Anhalt mit interessanten Vorträgen und viel Unterhaltung Rund 200 Teilnehmer kamen in diesem Jahr zum 24. ZahnÄrztetag in den Magdeburger Herrenkrug. Fotos: Andreas Stein Der 24. ZahnÄrztetag am 28. Januar 2017 im Gartensaal des Herrenkrug Parkhotels Magdeburg begann mit bekannten Melodien. Der junge Harfenist und Konservatoriumsschüler Jonas Haerter aus Barleben überzeugte die Zuhörer mit seinem Saiteninstrument und zeigte, wie schön sowohl klassische Melodien von Vivaldi und Bach als auch moderne Stücke wie die Titelmelodie des Films Die fabelhafte Welt der Amelie auf der Harfe klingen können. Alt und Neu nicht im Gegensatz, sondern im Einklang das könnte auch als Motto über dem ZahnÄrztetag stehen, der erstmals durch den seit einem halben Jahr im Amt befindlichen Präsidenten der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt (ZÄK), Dr. Carsten Hünecke, eröffnet wurde. Er konnte wieder rund 200 Gäste in Magdeburg begrüßen, darunter Prof. Dr. Christoph Benz, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und seinen Vorgänger und ZÄK-Ehrenpräsidenten Dr. Frank Dreihaupt. Kammerpräsident Dr. Hünecke sprach in seiner Begrüßung über die große Bedeutung von Vertrauen, das für den Erfolg entscheidend sei sowohl in der Beziehung zwischen Patient und Zahnarzt als auch darüber hinaus. Die Zahnärzte in Sachsen-Anhalt und in Deutschland hätten maßgeblich zur Verbesserung der Mundgesundheit in der Bevölkerung beigetragen. Trotzdem zähle diese Verlässlichkeit offenbar nichts, wie das Ende Januar vom Bundestag verabschiedete GKV-Selbstverwaltungsstärkungsgesetz zeige, sagte Dr. Hünecke. Vertrauen ist gut... Es sei richtig und wichtig, die Verfehlungen in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zu ahnden, aber aus seiner Sicht habe es den Aufsichtsbehörden wohl an Vertrauen in die Selbstverwaltung gefehlt, die Vorkommnisse selbst zu regeln. Bei der Anhörung zum Gesetz waren dann für 15 Sachverständige nur 90 Minuten eingeplant, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung habe gerade einmal fünfeinhalb Minuten zur Darlegung ihrer Position gehabt eine Diskussion sei offenbar nicht vorgesehen gewesen, stellte der Kammerpräsident fest. Auch in Sachsen-Anhalt seien Strukturen und Gremien der Selbstverwaltung durch den Landesrechnungshof infrage gestellt worden, so Dr. Hünecke. Es habe den Verdacht gegeben, der Vorstand übergehe die Kammerversammlung als Souverän zum Glück sei das aber weitestgehend geklärt. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! dieses dem russischen Politiker Wladimir Iljitsch Lenin zugeschriebene Motto stammt für den Kammerpräsidenten aus einer anderen Zeit. Die Politik müsse endlich wahrnehmen, dass gegenseitiges Vertrauen für eine Zusammenarbeit nötig ist dieses Vertrauen erhofften sich die Politiker schließlich auch selbst als nächstes bei der Bundestagswahl im Herbst, so Dr. Hünecke. Die Grußworte der Aufsichtsbehörde sprach Olivia Lange, Referatsleiterin im Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt, die in Vertretung für die kurzfristig erkrankte Staatssekretärin Beate Bröcker in den Herrenkrug gekommen war. 6 24. ZAHNÄRZTETAG SACHSEN-ANHALT Kammerpräsident Dr. Carsten Hünecke eröffnete erstmals den ZahnÄrztetag. Olivia Lange überbrachte die Grüße der Aufsichtsbehörde. Prof. Christoph Benz, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Olivia Lange lobte das Konzept des traditionsreichen ZahnÄrztetages, der stets ein gesellschaftspolitisches mit einem wissenschaftlichen Thema verknüpfe und nahm Bezug auf die in Arbeit befindliche neue Approbationsordnung. Es sei Ziel des Bundes, Kostenneutralität zu wahren, aber die Anpassung der Lehre koste eigentlich immer Geld, so Lange. Für das Ministerium sei klar, dass der Zahnmedizin-Studiengang an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg dringend benötigt werde, man bemühe sich um eine entsprechende Unterstützung. Mit Blick auf den neuen Präsidenten sagte die Referatsleiterin, für das Ministerium sei in der Kammerarbeit kein Bruch erkennbar. Das ist gut. Zahnärzte sind Weltmeister Guter Stimmung war auch Prof. Dr. Christoph Benz, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Die Zahnärzte seien gerade Weltmeister geworden, so Benz mit Blick auf die Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS) V Deutschland erreichte hier im internationalen Vergleich Spitzenpositionen bei der Karieserfahrung und der Zahnlosigkeit das sei doch eigentlich Lob wert, oder? Nun sagten die Gesetzlichen Krankenversicherer, die Zahnärzte hätten gar keinen Anteil an den guten Ergebnissen bei der Zurückdrängung von Karies und Parodontitis. Dabei, so Prof. Benz, sei die Professionelle Zahnreinigung doch der strahlende Held der DMS V. Der BZÄK-Vizepräsident ging in seinem Grußwort auch auf die schallende Ohrfeige ein, die die Zahnärzte kürzlich vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bekommen hatten. Im Rahmen der Nutzenbewertung Systematische Behandlung von Parodontopathien hatte das GKV-finanzierte IQWiG seinen Vorbericht veröffentlicht und festgestellt, dass für international seit vielen Jahren zum Behandlungsstandard zählende Verfahren keine Aussagen zu Nutzen oder Schaden getroffen werden könnten und in Sachen Paro allenfalls eine gewisse Evidenz für eine Auswirkung der Mundhygieneaufklärung bescheinigt. Dies sei unethisch, so Prof. Benz, denn es sei im Interesse der Patienten wichtig, das Graswurzelprojekt Prävention in jede Zahnarztpraxis zu tragen. Lobende Worte hatte der BZÄK-Vizepräsident für das Thema des ZahnÄrztetages übrig: Die Endodontie werde immer wichtiger. Ehrennadeln für Vorstände Im Anschluss an die Grußworte würdigte Kammerpräsident Dr. Carsten Hünecke das langjährige ehrenamtliche Engagement der ehemaligen Kammervorstände Dipl.-Stom. Ralph Buchholz und Dipl.-Stom. Hubert Meister um die Zahnärzteschaft in Sachsen-Anhalt und verlieh ihnen die Ehrennadel der Bundeszahnärztekammer in Silber. Dr. Hüneckes Vorgänger Dr. Frank Dreihaupt wurde für seine Verdienste um den Aufbau der Kammer in Sachsen-Anhalt nach der Wahl durch die Kammerversammlung nun offiziell als Ehrenpräsident geehrt und bedankte sich auch im Namen von Ralph Buchholz und Hubert Meister. Fortsetzung auf S. 8 7 24. ZAHNÄRZTETAG SACHSEN-ANHALT Ehrennadeln der Bundeszahnärztekammer in Silber gab es für die Ex-Kammervorstände Ralph Buchholz (l.) und Hubert Meister. Nun auch offiziell Ehrenpräsident der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt: Dr. Frank Dreihaupt. Fortsetzung von S. 7 Traditionell verleiht die die Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt im Rahmen des ZahnÄrztetages auch den mit Euro dotierten Erwin-Reichenbach-Preis in diesem Jahr bereits zum 15. Mal. Vergeben wird er laut Ausschreibung für eine hervorragende, bisher noch nicht veröffentlichte Arbeit auf dem Gebiet der gesamten Zahnheilkunde. Das Kuratorium überzeugen konnte in diesem Jahr Oberärztin Prof. Dr. Anahita Jablo
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