Zahnärztlicher Bezirksverband München Stadt und Land, Körperschaft des öffentlichen Rechts W W W. Z B V M U C. D E.

Please download to get full document.

View again

of 25
All materials on our website are shared by users. If you have any questions about copyright issues, please report us to resolve them. We are always happy to assist you.
Categories
Published
anzeiger Z A H N Ä R Z T L I C H E R Dezember 2010_ 26 Zahnärztlicher Bezirksverband München Stadt und Land, Körperschaft des öffentlichen Rechts Editorial_Gute Aussichten Ordentliche und Konstituierende
anzeiger Z A H N Ä R Z T L I C H E R Dezember 2010_ 26 Zahnärztlicher Bezirksverband München Stadt und Land, Körperschaft des öffentlichen Rechts Editorial_Gute Aussichten Ordentliche und Konstituierende Vollversammlung der BLZK Über das Leistungsprinzip in der Politik La Carte s il vous plaît_die etwas andere Kolumne Vertrauen ist wichtiger als Wissen Patient wird zur Handelsware Der ZBV München Stadt und Land wünscht seinen Mitgliedern ein fröhliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2011 B4993D, 56. Jahrgang, W W W. Z B V M U C. D E e d i t o r i a l Gute Aussichten Liebe Kolleginnen und Kollegen, Dr. Frank Portugall eine neue Phase bayerischer Standespolitik hat am begonnen. Dem Berufsverband ZZB ist es gelungen, nach ca. 10 jährigem Bestehen auch in der Bayerischen Landeszahnärztekammer Prof. Dr. Christoph Benz zum Präsidenten zu wählen. Somit liegt nun die höchst unerfreuliche Phase der Unstimmigkeiten zwischen den beiden Schwesterkörperschaften hinter uns und für die nächsten 4 Jahre werden KZVB und BLZK an dem sprichwörtlich gemeinsamen Strang ziehen und damit sicher mehr Effizienz entwickeln können, als dies leider bisher der Fall war. Richtig ist, dass jede der Körperschaften seine eigenen Aufgabenbereiche hat, aber es gibt unzählige Überschneidungen von Kompetenzen, die nun auf einem gemeinsamen Weg wahrgenommen werden. ZZB hat die freiverbandliche Opposition mit eingebunden und somit eine standespolitische Grundlage geschaffen, auch andere Denkansätze in die gemeinsame Arbeit einzubeziehen. Oberste Maxime wird sein, für die Bayerischen Zahnärzte den Vorsprung gegenüber anderen Bundesländern zu erhalten und auszubauen. Die damit verbundene große Verantwortung des neuen Kammervorstandes und der Vorstände der KZVB ist allen bewusst und daran werden wir uns messen lassen müssen. Von vielen Bayerischen Kolleginnen und Kollegen war die Uneinigkeit der beiden Körperschaften oft kritisiert worden und wir hoffen darauf, dass die daraus resultierende Politikverdrossenheit, die sich unter anderem an der Wahlbeteiligung zeigt, überwunden werden kann. Diese frohe Botschaft nehme ich zum Anlass zuversichtlich in das Neue Jahr 2011 zu blicken und erlaube mir, Ihnen und Ihren Familien ein glückliches Neues Jahr zu wünschen, verbunden mit besten Wünschen für ein gesegnetes Weihnachtsfest. Diese zuversichtlichen Wünsche spreche ich für den gesamten Vorstand des Zahnärztlichen Bezirksverbandes München Stadt und Land aus und verbleibe Mit freundlichen Grüßen Ihr Dr. Frank Portugall Inhalt Editorial...03 Ordentliche und Konstituierende Vollversammlung der BLZK...04 Über das Leistungsprinzip in der Politik...06 La Carte s il vous plaît So und nicht anders_ Die etwas andere Kolumne...06 Vertrauen ist wichtiger als Wissen...08 Patient wird zur Handelsware...10 Impressum...10 Montagsfortbildung...11 Fortbildung _2010/11 Klinikum München Harlaching...12 ZFA-Prüfung...19 Erscheinungstermine Aktuelle Seminarangebote des ZBV Oberbayern...22 Notdienst...23 Stellenangebote...27 Stellengesuche / Verschiedenes /10_ zahnärztlicher anzeiger_3 a l l g e m e i n e s Ordentliche und Konstituierende Vollversammlung der BLZK KAMMERVOLLVERSAMMLUNGEN geben Rechenschaft und stellen die weichen für die nächsten vier Jahre Der Kammervorstand und die Versammlungsleitung der abgelaufenen Amtsperiode Am fand die diesjährige ordentliche Vollversammlung der Bayerischen Landeszahnärztekammer statt. Es war die letzte Versammlung mit den Delegierten und dem Vorstand der abgelaufenen Amtsperiode. In einer Mammutsitzung, die von 10.00h bis 21.00h dauerte, legte der Vorstand und die Referenten Rechenschaft über das abgelaufene Jahr ab. In teilweise kontroversen Diskussionen wurde leidenschaftlich über die Arbeit der Kammer debattiert. Die Themenpalette beinhaltete eine Auswahl von Dauerbrennern wie GOZ Reform, Öffnungsklausel, QM, Fort und Weiterbildung, eazf bis hin zu Kammeraufgaben im Bereich Public Relations, Arbeitssicherheit, Belange der Zahnärztinnen, neue Praxisformen, Präsenz in Europa, Zahnärztetag, Röntgenstelle, Ärzteversorgung. Es würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, die einzelnen Referate und die Menge von Anträgen abzuhandeln, die während der Versammlung zur Sprache kamen. Interessenten sei die Homepage der BLZK (www.blzk.de) empfohlen. Eine heftige Diskussion entstand, als die oppositionelle ZZB Fraktion die Anfrage an die Versammlungsleitung stellte, warum der Vollversammlung kein Haushalt vorgelegt wurde, wie dies die Geschäftsordnung für die Vollversammlung unzweideutig vorschreibt. Die Kammerführung, verstärkt durch den Versammlungsleiter und einen Wortbeitrag von Herrn Ministerialrat Plesse von der aufsichtführenden Behörde, berief sich darauf, dass der Haushalt vom neuen Vorstand beschlossen werden sollte, da dies bereits die letzten beiden Male so war und es auch inhaltlich mehr Sinn macht. Eine weite, in den Augen mancher Delegierter zu weite Auslegung der Geschäftsordnung. Ein Dringlichkeitsantrag hierzu wurde an das Ende der Tagesordnung gelegt. Die Abstimmung über diesen Antrag wurde am Ende der Sitzung durch eine gezielt durch die FVDZ Delegierten herbeigeführte Beschlussunfähigkeit der Versammlung Die neu gewählten Vorstandsmitglieder: Dr. Klaus Aichinger, Dr. Christian Öttl, ZA Christian Berger, Prof. Dr. Dr. Christoph Benz, ZA Walter Wanninger, Dr. Sylvia Morneburg 4_zahnärztlicher anzeiger_26/10 a l l g e m e i n e s unterlaufen. So endete die ordentliche Vollversammlung der BLZK in schlechtem demokratischen Stil mit einem durchsichtigen Verfahrenstrick. Genau sieben Tage später war zur Konstituierenden Vollversammlung der BLZK geladen. Die diesjährigen Wahlen zur VV brachten ein Ergebnis ohne eindeutige Mehrheitsverhältnisse (der ZA berichtete darüber). Nur durch eine entsprechende Koalitionsbildung zwischen den vertretenen Verbänden (ZZB (30 Delegierte), FVDZ (32 Delegierte) und Freie Zahnärzteschaft (8 Delegierte)) konnten Mehrheiten erzielt werden. Dass dies in oben links: RA Hansjörg Staehle eröffnet als Wahlausschussvorsitzender die Konstituierende Vollversammlung der BLZK, rechts neben ihm Dr. Wolfram Wilhelm der Altersvorsitzende der VV oben rechts: die neuen Vorsitzenden der VV Dr. Dr. Ursula Frenzel und Dr. Martin Schubert unten: stehender Applaus für ZA Michael Schwarz Prof. Dr. Christoph Benz wurde 1996 zum Professor ernannt und arbeitet als Oberarzt an der Politklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der Universität München (Hauptarbeitsgebiete: Präventive Konzepte in der Zahnerhaltung, Zahnerhaltung bei alten und behinderten Menschen). Er ist langjähriges Vorstandsmitglied und Fortbildungsreferent des Zahnärztlichen Bezirksverband München, Stadt und Land. Vizepräsident wurde der bisherige Amtsinhaber, Dr. Christian Berger aus Schwaben (FVDZ), der sich knapp gegen den Kandidaten Dr. Klaus Aichinger (ZZB) Präsident: Prof. Dr. Christoph Benz (ZZB, München) Vizepräsident: Dr. Christian Berger (FVDZ, Schwaben) Beisitzer: Dr. Silvia Morneburg (FVDZ, Mittelfranken) Dr. Walter Wanninger (ZZB, Niederbayern) Dr. Christian Öttl, (FVDZ, München) Dr. Klaus Aichinger MSc, (ZZB, Niederbayern) einer Demokratie häufig ein schwieriges Unterfangen ist, lies sich auch hier an der Tatsache ablesen, dass allein für die Wahl des Präsidenten und des Vizepräsidenten jeweils drei Wahlgängen nötig waren. Zuerst waren die beiden Vorsitzenden der Vollversammlung mit Dr. Martin Schubert, Freising und Dr. Dr. Ursula Frenzel, München, beide ZZB, gewählt worden. Die Wahl zum Präsidenten gewann mit knappem Stimmenvorsprung Prof. Dr. Christoph Benz (ZZB) gegen ZA Michael Schwarz (FVDZ). aus Niederbayern durchsetzte. Schnell zeichnete sich ab, dass wechselnde Mehrheiten anstelle eines stabilen Stimmverhaltens getreten war. Als erkennbar war, dass durch das unberechenbare Stimmverhalten der Freien Zahnärzteschaft eine konstruktive Vorstandsbildung erschwert war, kam es durch Absprachen zwischen den beiden größten Fraktionen zu einer letztlich ausgewogenen Besetzung des neuen Vorstandes. Dabei lautet das Ergebnis wie folgt: Der Vorstand der BLZK hat über diese ge wählten Vertreter hinaus noch acht geborene Mitglieder in Form der ZBV Vorsitzenden der acht Bezirke. Dies bedeutet, dass das Präsidium und die vier Vorstandsmitglieder ergänzt werden durch: Dr. Peter Maier (ZZB, Niederbayern) Dr. Michael Rottner (FZ, Oberpfalz) Dr. Rüdiger Schott (FVDZ, Oberfranken) Dr. Guido Oster (ZZB, Unterfranken) Dr. Klaus Kocher (FZ, Oberbayern) Dr. Christian Berger (FVDZ, Schwaben, bereits Mitglied als Vizepräsident) Die ZBV Vorsitzenden aus den Bezirken München und Mittelfranken standen bei 26/10_ zahnärztlicher anzeiger_5 a l l g e m e i n e s Über das Leistungsprinzip in der Politik KOMMENTAR AUS BERLIN Die Wahlausschussmitglieder beim Auszählen: RAin Susanne Ottmann Kolbe, RA Rudolph Spaan, Justitiar RA Michael Pangratz (v.r.n.l.) Drucklegung noch nicht fest, nach den Mehrheitsverhältnissen in den Delegiertenversammlungen wird voraussichtlich in München ein Kandidat des ZZB und in Mittelfranken ein Kandidat des FVDZ den Vorsitz übernehmen. Die Lage ist dramatisch die Staatsverschuldung steigt rapide, europäische Verträge werden gebrochen, von existentiell notwendigen Strukturreformen, z. B. der Sozialversicherung, ist kaum mehr die Rede. Steuern, Abgaben und Gebühren steigen ( immer weniger Netto ), weder im Arbeitsrecht noch in der Bildungspolitik sind nennenswerte Impulse zu finden; die Regulierungen nehmen, trotz ritueller Entbürokratisierungsgebärden, zu. Auf Gemeindeebene wird Rekommunalisierung zur Mode, allen Privatisierungsbemühungen seit Jahrzehnten zum Trotz. Gleichheitsdenken ( Antidiskriminierung ) verdrängt Vertragsfreiheit. Für den Freund von mehr Privat und weniger Staat sieht es zur Zeit nicht gut aus. Die Frage: wie kann man unsere Politiker mehr an erfreulichen politischen Ergebnissen interessieren? Aber sind nicht die Wahlen eine regelmäßige Leistungsbewertung? Gewiß wäre dies so, wenn der Wähler sich nicht einer Art Parteienkartell gegenüber sähe und so sein Missfallen nur in Nichtwahl ausdrücken kann. Abgesehen davon, dass er in Sachfragen mangels Direktdemokratie keine Chancen der Einwirkung hat. So ist die Partei der Nichtwähler in Deutschland inzwischen die größte. Über diese Frage hat sich schon vor Jahren eine Kommission der Familienunternehmer unter C. D. Ostermann Gedanken gemacht. Mehr Chancen für Volksinitiativen und Referenden gegen die staatsfinanzierte Parteienoligarchie sind das eine (dies hat mit Stutt Diese Wahl, bei der letztlich die Vernunft gesiegt hat, birgt die Möglichkeit für einen Ausgleich, da im Vorstand die Mehrheitsverhältnisse der Versammlung abgebildet sind. Durch diese geteilte Verantwortung besteht Hoffnung, dass konstruktive Sacharbeit die Oberhand über verschleißende Auseinandersetzungen gewinnt. Die Zukunft wird es zeigen, ob diese Chance zugunsten der bayerischen Zahnärzteschaft genutzt werden wird. Der ZBV München gratuliert den ge wählten Verantwortungsträgern und wünscht ihnen Augenmaß, Sachlichkeit, Toleranz, Hartnäckigkeit, eine gute Gesundheit und verständnisvolle Familien. Trotz erheblicher Differenzen in der vergangenen Amtsperiode bedankten sich am Ende der Sitzung alle Delegierten fraktionsübergreifend beim scheidenden Präsidenten ZA Michael Schwarz für seine geleistete Arbeit mit stehendem Applaus, den er sichtlich gerührt entgegennahm. Text und Bilder: Dr. Eckart Heidenreich LA CARTE S IL VOUS PLAIT! SO UND NICHT ANDERS_DIE ETwAS ANDERE KOLUMNE Es ist wieder 11 Uhr 45, Freitag in München Pasing, als mir im Büro sitzend, die Meldung einfällt, wonach ein österreichischer Arzt, wegen Einbruchdiebstahl verurteilt worden ist, weil er bei Patienten, die bei ihm auf der Intensivstation lagen, die Wohnungen ausgeräumt hatte. In Deutschland wird das in Zukunft, nach Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (egk) kein Problem mehr sein. Jeder wird mit einer Hackersoftware alle relevanten Gesundheitsdaten abfragen können. So muss man beim Einbruch nicht mehr auf verreiste Wohnungseigentümer angewiesen sein, man spezialisiert sich auf Patienten mit grünem Star und gleichzeitiger beidbeiniger Thrombophlebitis die sehen nichts und aufstehen können sie auch nicht. Früher war Betrügern immer die PIN der ec Karte das Ziel von Spähangriffen, wohingegen in Zukunft eine geknackte egk eines Hepatitis C Patienten äußerst begehrt sein wird. Ein Anruf bei dessen Arbeitgeber sollte einer von beiden Parteien schon Euro wert sein. Auch wird die egk weltweit kontrolliert z.b. wird der Einreise in die Vereinigten Staaten mit einer verschimmelten Mortadella oder mit einem laut tickenden Wecker mit heraushängenden Drähten 6_zahnärztlicher anzeiger_26/10 a l l g e m e i n e s gart 21 nichts zu tun!). Das andere ist eine Stärkung des Föderalismus und der Kommunalautonomie hin zu echtem Wettbewerb mit Konkursordnung: dies sind echte systemverändernde Ideen, die verdienen, hartnäckig verfolgt zu werden. Ein weiterer Weg wäre die Koppelung der Politikereinkommen an das Leistungsprinzip, auch wenn ein Spötter dazu bemerkte: aber wir können sie doch nicht verhungern lassen! Woran erkennt man gute politische Leistungen? Daran, dass das verfügbare Nettoeinkommen der Bürger steigt, nur wenige arbeitslos sind, die Staatsverschuldung gering ist, das Wachstum hoch, der Geldwert stabil, die Zukunftsvorsorge und die Unternehmerinvestition kalkulierbar sind und die Bürger mehr vom Ertrag ihrer Mühen genießen können und darum Freiheit mehr als Gleichmacherei und Umverteilung schätzen... Man könnte auch, so schlägt es z. B. der Politökonom Erich Weede vor, die Langzeitfolgen von Staatsverschuldung bei den Altersbezügen von Politikern berücksichtigen. Man könnte die Höhe der Bezüge an Inflationsrate, Wachstumsquote, Arbeitslosigkeitsquote oder auch an die Entwicklung der Sozial und Staatsquote knüpfen. In Neuseeland ist z. B. das Einkommen des Nationalbankdirektors mit stabilem Geld verknüpft, bei Inflation gibt es Abzüge! Ein Finanzwissenschaftler (Walter Wittmann) schlägt sogar folgendes vor: verstößt eine Regierung gegen die Regeln der Verschuldung, so ist sie beim Verfassungsgericht zu verklagen. Lautet nach kurzer, verbindlicher Frist auf schuldhaftes Verhalten, erhält die Regierung noch eine Chance, ihr Verhalten binnen kurzem zu korrigieren. Will sie dies nicht tun, so wird sie durch das Verfassungsgericht für abgesetzt erklärt. Weigert sie sich, zurückzutreten, so wird die Bundesstaatsanwaltschaft von sich aus aktiv und befördert die Regierung aus dem Amt. Die Mitglieder verlieren ihre Immunität, man zieht sie wie andere Staatsbürger persönlich zur Rechenschaft. Gleichzeitig werden sie mit einem lebenslänglichem Verbot belegt, erneut einer Regierung anzugehören. Parlamentarier, die es der Regierung ermöglichen, sich über die Verschuldungs regeln hinwegzusetzen, verlieren automatisch ihre Immunität und scheiden zugleich aus dem Parlament aus. Danach werden sie nach dem Verursacherprinzip gerichtlich belangt. Zugleich verlieren sie das Recht, je wieder in ein Parlament gewählt zu werden. Dies wäre eine Schuldenbremse mit Biß! 14/2010 Berlin, 1. Dezember 2010 DIE FAMILIENUNTERNEHMER ASU e.v. Prof. Dr. Gerd Habermann Charlottenstraße 24, Berlin Tel.: Fax: im Handgepäck einfacher, als wenn Sie eine Woche zuvor über Ihre egk beim Hausarzt ein Schnupfenmittel verschrieben bekommen haben. Auf ganz anderen Gebieten wird es zu unvorhergesehenen Entwicklungen kommen, wie der Radiovisiophilie, wenn vorwiegend ältere, kleine, übergewichtige und dünnhaarige Männer, die in ihrer Kindheit unter einer dominanten Mutter zu leiden hatten, beim Betrachten von massenhaft heruntergeladenen gehackten egk Röntgenbildern und Sonographien autoerotische Gefühle bekommen. Endlich können sich auch junge Frauenärzte, die mit i Phone und i Pad ständig vernetzt sind, mit einem App zur egk Arbeit mit nach Hause nehmen, um dann in der vollbesetzten U Bahn mal eben die Fotodokumentation der Chlamydien Infektion von Fr. Müller aus der Isenbeinstrasse 23, geboren am zu bearbeiten. Ich bin auch dafür, die Gold und PlatineGK einzuführen, für Patienten, die sich durch langwierige Krankheit mit einem hohen Umsatzbewußtsein im Gesundheitswesen ausgezeichnet haben. Die schwarze egk allerdings bleibt nur rheumatischen Athritikern vorbehalten, deren Zustand sich auch nicht durch zigtausend Euro teure Injektionen von Immunglobulinen nicht bessert. Mit dieser Karte brauchen sie kein Bargeld mehr. Die Pharmakonzerne Bayer und Schering übernehmen dann alle Kosten der privaten Lebensführung. Dr. Paulus Nowak Für uns Zahnärzte hat die egk aber auch Vorteile: Endlich wissen wir auch alles über unsere Patienten und fühlen uns nicht als Ärzte zweiter Klasse. Die Behandlung von jungen Studentinnen zum Beispiel verlege ich immer auf deren Zyklusmitte wegen der verminderten Blutungsneigung natürlich! Außerdem muss ich dann zwischen zwei, durch ihre egk ausgewiesenen Tuberkulose Dauerausscheidern, im Behandlungszimmer nicht mehr nass durchwischen bleibt ja alles in der Familie. So und nicht anders Euer Paulus 26/10_ zahnärztlicher anzeiger_7 a l l g e m e i n e s Vertrauen ist wichtiger als Wissen Claus Peter Abée Unsere durchrationalisierte, systematisierte Welt mit einer kurz angebundenen Kommunikationsmethodik, gestrafft und allenfalls mit sterotypen Höflichkeitsfloskeln behaftet, läßt fühlbare Mitmenschlichkeit häufi g vermissen. Da wir Deutschen ohnehin in den meis ten Dienstleistungsbereichen wenig Zuwendungsorientierung und Freundlichkeit erkennen lassen, kumuliert sich der Umgang miteinander hierzulande ziemlich negativ. Auch in Klinik und Praxis haben sich häufi g Umgangsformen etabliert, die eine intensive Kundenorientierung vermissen lassen. Vielleicht sind es die stringenten betriebswirtschaftlichen Gegebenheiten, die sozialpolitisch gewollt zu einer Nivellierung der Bedürfnisse geführt haben. Im Praxisteam wird demzufolge das Empfi nden verinnerlicht, daß dem Patienten eine Leistung angeboten wird, die im einen oder anderen Fall einer ausgewogenen Vergütung entbehrt. Quasi wird der Bürger zum Bittsteller gemacht, der etwas schuldig bleibt. Kein betriebswirtschaftliches Klima für sensible Naturen das gilt für Patienten und die medizinischen Dienstleister gleichermassen. Was ist notwendig um Patientenzufriedenheit mit der Folge langfristiger Bindungen zu erzielen? Die Auswertung demoskopischer Studien namhafter Testinstitute läßt erkennen, was Bürger unseres Landes erwarten und beanspruchen, wenn sie ärztlicher oder zahnärztlicher Hilfe bedürfen. Es herrscht die Auffassung vor, daß in medizinischen Betriebsfeldern keine wesentlichen personellen Qualifi kationsmängel nachzuweisen sind. Ausbildungsstand, Fortbildungswillen, Hygienestandards und Materialkenntnisse werden überdurchschnittlich gut bewertet und brauchen internationale Vergleiche nicht zu scheuen. Was weit verbreitet fehlt ist individuelle Zuwendung und engagierte Verbindlichkeit. Die bei Befragungen häufigsten Anforderungen an das ärztliche Wirken ist die Bitte sich Zeit zu nehmen. Das wagt im Sprechzimmer kaum jemand zu äußern. Das aber sollte unaufgefordert und selbstverständlich geboten sein. Diagnosen bedürfen der Erläuterung, therapeutische Absichten machen eine verständliche, ruhige Erklärung notwendig. Gute Behandlungsergebnisse sind wichtig, um Vertrauen aufzubauen und zu stabilisieren. Wer überdurchschnittliche Resultate vorweisen kann, verschafft sich in seiner Berufssphäre einen Bonus. Seine Glaubwürdigkeit gegenüber Patienten steigt. Demgegenüber sind Behandlungskonzepte, die von Dritten beeinfl ußt werden, gefährliche Kompromisse, die jene aus fachlicher Erfahrung gesammelten Strategien und Vorgehensweisen häufig beeinträchtigen. Durchschnittliche Diagnose und Sanierungskonzepte schmälern Vertrauen. Den Menschen als Einzelindividuum zu betrachten, Anspannung und Ängste abbauen zu helfen, auf offene Fragen einzugehen und Hoffnung zu vermitteln das ist
Similar documents
View more...
We Need Your Support
Thank you for visiting our website and your interest in our free products and services. We are nonprofit website to share and download documents. To the running of this website, we need your help to support us.

Thanks to everyone for your continued support.

No, Thanks