Bedeutung des Public Viewing als Imagefaktor für die Stadt Rheine

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Bedeutung des Public Viewing als Imagefaktor für die Stadt Rheine 1. Public Viewing als relativ neue Form von Veranstaltung Public Viewing hat sich als Begriff und als Veranstaltungsart in Deutschland
Bedeutung des Public Viewing als Imagefaktor für die Stadt Rheine 1. Public Viewing als relativ neue Form von Veranstaltung Public Viewing hat sich als Begriff und als Veranstaltungsart in Deutschland und da besonders bei den Sportfans einen Namen gemacht. Vorreiter für das von manchen eingedeutschte Rudelglotzen, Gemeinschaftsgucken, Marktplatz-TV oder auch Fan-Meile waren die erstmalig auf breiter Ebene bei der Fußball WM 2006 in Deutschland durchgeführten Veranstaltungen, insb. die sog. FIFA-Fanfeste in den 12 WM-Spielorten sowie weitere öffentliche Events auf privater und kommunaler Basis. Insgesamt sollen bei den öffentlichen Public Viewing-.Events während der vierwöchigen Turnierdauer zwischen 25 und 30 Mio. Menschen zu Gast gewesen sein. Auch die Auswertung der FIFA (28% der Besucher waren Frauen, 81% erstmals bei einem Public Viewing) belegen den durchschlagenden Erfolg. Dass gerade bei der WM 2006 eine solche Massenbegeisterung für ein neues Instrument im Veranstaltungssektor entstehen konnte, hat vor allem mit folgenden Faktoren oder Besonderheiten zu tun: Besonderheit des Fußballs als Volkssportart Nr. 1 Zeitlich befristetes gesellschaftliches Ereignis Faszination des Gemeinschaftserlebnisses Brillante Bildwiedergaben auf großen Video-Leinwänden Öffentliche Plätze als Standort: Der Fußball kommt in die City Nachempfinden bis Kopieren von authentischer Stadionatmosphäre: Public Viewing als Blaupause des Originals Outdoor-Event mit Nutzung guten Wetters und lauer Sommertage und - abende Vor allem ein großes Fußballturnier ist also für breiteste Bevölkerungsschichten eine so interessante Veranstaltung, dass ein darauf bezogenes Public Viewing bei professioneller Abwicklung und vernünftigem Kosten-Nutzen-Verhältnis fast nicht schief gehen kann. Natürlich bleiben stets die Gefahr des sportlichen Scheiterns der Lieblingsmannschaft, wettermäßiger Unbilden oder von Sicherheitsproblemen, die auch - 1 - ein noch so publikums- und medienstarkes Ereignis im Endergebnis beeinträchtigen können. Aber: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Während sich in Wettspielorten und Ballungsbieten häufig kommerzielle Eventveranstalter oder die Ausrichterverbände (FIFA, UEFA) selbst mit ihren Sponsoren engagieren, ist vielen das Risiko geografisch abseits davon zu hoch. Die Folge ist, dass manche Kommunen gehörig unter Druck stehen, weil es ohne ihre Beteiligung dann kein oder nur ein eingeschränktes Public Viewing geben würde. Schon für 2006 entschied man sich im Rheinenser Rathaus, diese Gelegenheit beim Heimspiel der Fußball-WM mehr als Chance denn als Risiko zu sehen handelte es sich noch um ein einzigartiges Feldexperiment des Sports mit schwer zu kalkulierenden Risiken und ohne Vorbild. Die Wiederholung des Sommermärchens aus 2006 bei der Fußball-EM 2008 konnte somit bereits auf Erfahrungen, Organisationsabläufe und Netzwerke zurückgreifen, ohne deshalb schon als Selbstläufer zu gelten. Nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur vor der EM hatten 29 Städte vor Großleinwänden Platz für mindestens 5000 Zuschauer, davon zeigten 16 Veranstalter alle Spiele. Hamburg war mit einer Kapazität von Besuchern die größte Veranstaltung, Rheine gehörte mit rd zu den eher kleinen. Deutlich größere Kommunen wie Düsseldorf, Osnabrück und viele andere haben jedoch ganz auf das freie Public Viewing auf öffentlichen Plätzen verzichtet. 2. Eventmarketing als Bestandteil von Standortpolitik und City-Marketing Der Standort- und Städtewettbewerb betrifft heute alle Kommunen und Regionen. Selbstverständlich ist, dass in Rheine eine attraktive Standortpolitik die für ein Unternehmen entscheidenden Ansiedlungskriterien erfüllen muss. Allerdings spielen bei sonst gleichen Voraussetzungen auch zunehmend sog. weiche Standortfaktoren eine große Rolle. Dazu zählen u.a. auch die Lebens- und Freizeitqualität, also wie wohl fühlen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit ihren Familien in Rheine. Was ist dort los, welche besonderen Angebote außerhalb des Berufsalltags gibt es, z.b. vor allem in Sport und Kultur? - 2 - Darüber hinaus hat die Stadt Rheine den Anspruch ein Mittelzentrum zu sein, welches auf ein breites Umland in vielerlei Hinsicht einwirkt, eine starke Zugkraft ausübt und damit auch einen höhere Kaufkraft an sich binden kann als in der Kommune selbst vorhanden ist. Deshalb sind Zentralität stiftende und stärkende Maßnahmen für eine Stadt wie Rheine unumgänglich. Neben der allgemeinen Imagewirkung ist auch die eigentliche Wertschöpfung einer solchen Veranstaltung durch weitere Ausgaben von Bürgern und Gästen zu beachten. Einerseits finden sich direkte Effekte an den Veranstaltungstagen durch Aufwendungen für Verzehr und anderes, außerdem aber auch indirekte Wirkungen, wie sie etwa in Form von Fanartikelkäufen, das Wiederkommen zum Shopping oder das Mitfeiern anderer Festivitäten in Rheine zum Ausdruck kommen. Zu den kommunikativen gesellen sich also auch handfeste monetäre Wirkungen, die sich jedoch nur selten exakt erfassen lassen. Die Motivation für das erneute Public Viewing zur EM 2008 durch die Stadt Rheine lässt sich so zusammenfassen: Allgemeines Verlangen nach Wiederholung der erfolgreichen Veranstaltung zur WM 2006 Unmöglichkeit für die allermeisten hiesigen Fußballfans, direkt bei großen Sportturnieren wie Fußball-EM und Fußball-WM dabei zu sein Chancen auf enorme Werbewirkungen wie Aufmerksamkeit, Sympathien/ Image und Verhalten gegenüber der Stadt Rheine sowohl im regionalen Umfeld als auch bei den diversen städtischen Zielgruppen Je originärer und attraktiver derartige Zentralität bezogene Maßnahmen des Stadtmarketing sind, ums so größer ist die Resonanz aus dem Umland. Mit dem erstmaligen Public Viewing 2006 als Initiator und Veranstalter hat die Stadt Rheine nicht nur großen Mut und viel Geschick bewiesen, sondern auch hohe Maßstäbe gesetzt. Insofern war die Anspruchshaltung in 2008 ein andere, nämlich viel höhere, welche an die Organisatoren zusätzliche Herausforderungen stellte und zudem mit einer sich etwas eintrübenden wirtschaftlichen Situation zusammenfiel Die Ziele des Public Viewing bei der EM 2008 waren schon etwas anspruchsvoller als beim ersten Event in Es ging nicht um das erfolgreiche Resultat einer einmaligen zufälligen Konstellation, sondern um eine geplante möglichst perfekte Veranstaltung mit weitgehendem Verzicht auf öffentliche Gelder und kostenloser Teilnahmemöglichkeit für alle und jeden, ohne Abstriche an der Übertragungsqualität und dem Unterhaltungsnutzen zu machen. Insbesondere ging es um die Stärkung der Zentralität von Rheine als Mittelzentrum mithilfe des Public Viewing als Orientierungs- und Mittelpunkt, die Generierung einer positiven Stimmung bei Einwohnern und Gästen der Stadt sowie der Fortführung einer neuen und auf allen Ebenen (Bürger, Wirtschaft, Medien und Politik) akzeptierten Eventkultur mit ausdrücklicher Integrationsförderung ausländischer Mitbürger. Ob und wie diese Ziele erreicht worden sind, lässt sich anhand bestimmter statistischer Werte sowie durch Werbeäquivalenzberechnungen ermitteln. Zur Umsetzung wurde rechtzeitig ein entsprechendes Vermarktungskonzept vorbereitet und umgesetzt, dass sowohl auf Werbung und Sponsoring orientierte Unternehmen setzte, als auch Privatpersonen sowie Vereinen Möglichkeiten der Beteiligung bot. 3. Fazit des Public Viewing zur EM 200 in Rheine Die UEFA EURO die Europameisterschaft im Fußball - stellt neben der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft und der (Sommer-)Olympiade das größte und meistbeachtete Sportereignis der Welt dar. Das erneut durchgeführte Public Viewing hat der Stadt Rheine und den Partnern aus der Wirtschaft eine große Reputation und viel Sympathie eingebracht, und zwar bei allen Altersgruppen sowie In- und Ausländern. Dabei war zu beobachten, dass auch vermehrt weibliche Fans sowie zahlreiche Gruppen/Cliquen zu den Übertragungen erschienen, welche friedlich und mit großer Begeisterung sportliches Mitfiebern und ausgelassene Partylaune zeigten. Dass dabei die Spiele der deutschen Mannschaft in besonderem Maße frequentiert wurden, war von vorneherein klar, aber auch Übertragungen ohne deutsche Beteiligung (u.a. Niederlande, Türkei) erzielten beachtlichen Zulauf 3.1. Allgemeine Bewertung Alle Zuschauer - Bürger wie ihre Gäste - konnten kostenlos eine Superveranstaltung miterleben, Sicherheit und Sauberkeit waren in höchstem Maße gewährleistet, Jugend- und Umweltschutz wurden großgeschrieben. Das beabsichtigte multikulturelle und Generationen übergreifende Miteinander verlief friedlich und in bester Weise. Die gute Mannschaftsleistung und auch das Wetter halfen mit, dass der Traum vom Sommermärchen Teil II wahr geworden ist. Sogar die zur Verlustabsicherung bereitgestellten städtischen Gelder sind nicht benötigt worden. Die Sponsoren des städtischen Public Viewing bekamen echte Gegenleistungen für ihr Engagement. Sie hatten exklusive und werthaltige Möglichkeiten der Eigenpräsentation und erlebten eine durchweg perfekte Abwicklung durch ein kompetentes Organisationsteam vom Sport- und Kulturservice der Stadt. Je nach Werbe- oder Sponsorenvereinbarung wurden so von einigen zehntausend bis zu zehn Millionen Werbekontakte erreicht. Das Feedback vieler zufriedener Partner nach dem Event ist als eindeutiger Beleg sowohl für Professionalität, Flexibilität und großen Einsatz der handelnden Personen als auch für den Nutzen der Sponsoringteilnahme zu werten. Die Innenstadt und die Kaufmannschaft erhielten regen Zulauf und viele Kontakte von auswärtigen Menschen. Sie konnten sich, sofern sie wollten, den Besuchern und Gästen in besonderer Weise präsentieren. Der Rathausplatz mit seinen rührigen Gastronomen wurde erneut zur größten Theke in Rheine. Die Zentralität von Rheine hat in 2008 durch das Public Viewing eine wesentliche Stärkung erfahren. Der Werbewert für die Stadt Rheine und die Profilierung gegenüber anderen Städten in einem größeren Umkreis ist belegt und unstrittig. Mit den weiteren Erfolgstreibern wie mannschaftlicher Erfolg und schönes Wetter war es ein perfekter Event und hat Rheine als initiative, attraktive und gut wirtschaftende Stadt bei den Zielgruppen positioniert. Mindestens einen Monat lang waren der Fußball, die EM 2008 und das Public Viewing der Stadt auf dem Borneplatz Gesprächsstoff Nr. 1. Inkl. der Vorberichterstattung ist davon auszugehen, dass das Event sogar ca. 30 Tage im Publikums- und Medieninteresse stand Besucher auf dem Rathausplatz insgesamt an 11 Übertragungstagen, im Schnitt also weit über pro Tag. Die Stadt Rheine erzielte außerordentlich hohe Reichweiten und Kontaktzahlen im weiten Umkreis: Mindestens 38 Mio. Menschen sind in der Zeit über verschiedene Medien immer wieder mit Rheine und dem Public Viewing in Berührung gekommen. Eine immense Summe an Ausgaben nämlich über für die annähernd gleiche Werbewirkung im Rahmen des Standortmarketing wurde dem städtischen Haushalt erspart. Innerhalb nur kurzer Zeit (WM 2006 und EM 2008) hat die Stadt Rheine zweimal bewiesen: In Rheine ist was los und Rheine kann s. Die Rolinck-Fankurve in Rheine hat sich innerhalb von zwei Jahren zu einem Markenzeichen für erfolgreiches Public Viewing entwickelt Vergleich mit ähnlichen Veranstaltungen Bei einem Benchmarking ist zu fragen, wie sich die Stadt Rheine beim Public Viewing geschlagen hat, wenn man vergleichbare Veranstaltungen einbezieht. Unter den Kriterien städtischer Veranstalter, keine Gewinnorientierung, freier Eintritt, öffentlicher Platz, Open-Air-Event, Übertragung aller deutschen Spiele plus kompletter Endrunde gab es im weiten Umkreis von Rheine keine Mitbewerber. Ähnlich wie Rheine haben auch Iserlohn und Dortmund agiert. Während Iserlohn zumindest von der Stadtgröße und der Zuschauerkapazität nahe an Rheine liegt, spielt Dortmund diesbezüglich schon in einer anderen Liga, außerdem ist seine Geschichte als Fußballstadt und Heimat eines Bundesligisten zusätzlich zu berücksichtigen (Tabelle 1). Rheine hat danach mit ca Euro das kleinste Gesamtbudget gehabt, jedoch mit 1,97 Euro pro Einwohner nicht mit Aufwendungen für ein gutes Event gespart. Besonders bemerkenswert ist, welche Bedeutung das finanzielle Engagement der Kommunen hatte. Der städtische Finanzanteil bei den anderen Städten lag bei rund der Hälfte (Iserlohn 45% von Euro, in Dortmund sogar 50 % von Euro), während Rheine ohne Zuschuss aus der Stadtkasse ausgekommen ist Stadt Rheine Iserlohn Dortmund Einwohner Standort/öffentlicher Platz Borneplatz Schillerplatz Friedensplatz Veranstalter Stadt Stadt Stadt übertragene Spieltage Platzkapazität Totalanzahl Besucher Gesamtbudget in Budgetanteil Stadt Proz. städt. Finanzanteil 0% 45% 50% Zuschauer pro Übertrag.Tag Kapazitätsauslastung 67% 68% 53% Aufwand pro Einw. in 1,97 2,06 1,37 städt. Zuschuss pro Einw. 0,00 0,93 0,68 Tabelle 1: Rheine im Benchmarkvergleich zum Public Viewing der EM Der Zuspruch der Fans ist auch an den Besucherzahlen abzulesen. Auch hier passte es mit dem Borneplatz als Übertragungsort sowohl von der Kapazitätsauslastung als auch vom Ambiente sehr gut. Hier hat Rheine über die gesamte Veranstaltungsdauer bei guten zwei Drittel (rd Besucher je Tag) gelegen, während der Friedensplatz in Dortmund an den nichtdeutschen Spieltagen teilweise ziemlich leer war bzw. wirkte. Rheine darf also mit Fug und Recht von sich behaupten, zu den ganz wenigen Städten mit Public Viewing zur EM 2008 in NRW oder darüber hinaus zu gehören, die so ausgezeichnet gewirtschaftet haben, dass nicht nur kein öffentliches Geld benötigt, sondern darüber hinaus auch noch kostenlose Werbung bester Güte für sich betrieben worden ist Ausblick In unserer Gesellschaft ist stark in Mode gekommen, ein Event zu besuchen. Dabei sein und authentisch etwas mitzuerleben sind für viele Menschen wichtige Werte geworden. Im Sport im Allgemeinen und besonders im Fußball (z.b. Bundesliga, Großturniere) haben die Zuschauerzahlen ständig zugenommen. Gleichzeitig hat das Public Viewing eindeutig gezeigt, dass sich im Sport Gruppenerlebnisse bei der Medienrezeption zu bedeutsamen Veranstaltungen entwickelt haben Die bereits zweimalige erfolgreiche Durchführung eines Public Viewing wirft die Frage auf, wie künftig bei großen Sportgroßveranstaltungen insb. im Fußball verfahren werden soll. Zum Einen ist zu berücksichtigen, dass diese Veranstaltungen von der Stadt und sonstigen Beteiligten nur durch überdurchschnittlichen Einsatz möglich war. Bisweilen ist dabei schon die Grenze der Belastung erreicht worden. Zum Anderen ist das Prinzip Freiluftparty und alles kostenfrei in der Zukunft nur aufrecht zu erhalten, wenn es auch weiterhin gelingt, durch Unterstützung von genügend Sponsoren aus Gewerbe und Handel ein solches Event zu finanzieren und wirtschaftlich durchzuführen. Dafür dass es in 2008 wieder einmal und auch so hervorragend geklappt hat, gilt der ausdrückliche Dank den beteiligten Sponsoren und Firmen, den städtischen Mitarbeitern insb. vom Sport- und Kulturservice, den Wirten vom Borneplatz, der großen Anzahl von Servicekräften und allen übrigen Helfern. Die Rolinck-Fankurve ist in und um Rheine zu einem Markenzeichen für tolle Unterhaltung und Open-Air-Party in der City geworden. Es sollte ein Weg gefunden werden, dies in welcher Form auch immer als Teil des Stadtmarketing von Rheine fortzuführen. Schließlich kündigt sich mit der Fußball-WM in Südafrika in 2010 schon die nächste Gelegenheit für ein Public Viewing in Rheine an
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